Anbau im All: Satellit hebt ab

Gemüse vom Mars?

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Foto: © Zerbor

Über Möglichkeiten, Gemüse und Obst fernab des Globus anzubauen, diskutieren Forscher bereits seit geraumer Zeit. Nicht nur ein Forschungs-Gewächshaus im Polargebiet soll wichtige Erkenntnisse liefern, sondern nun auch ein Satellit, der am zweiten Dezember in das Weltall startete. Herausgefunden werden soll mit Hilfe des Satelliten, ob auch auf dem Mond oder dem Mars etwas angebaut werden kann.

Gewächshaus weit über der Erde

Verantwortlich für diese grüne Mission ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Konzipiert wurde ein zylinderförmiger Satellit, dessen Innenleben ein Gewächshaus birgt. Hier sollen in den nächsten Monaten Zwergtomaten wachsen und heranreifen. „Eu:CROPIS“, so der Name des Satelliten, wird rund 600 Kilometer hoch über der Erde um den Planeten kreisen und rotieren. Ein halbes Jahr lang simuliert er die Bedingungen auf dem Mond und ein halbes Jahr lang jene, die auf dem Mars vorherrschen. Mit Hilfe von 16 Kameras wollen die Forscher genau beobachten, wie sich die Gewächse entwickeln. Gedüngt werden die Zwergtomatensträucher mit künstlich hergestelltem Urin. Lesen Sie auch: Tomaten anbauen im Garten

Zukunftsmusik oder sinnvolle Forschung?

Ob der Anbau von Obst und Gemüse im Weltall auch für die Erdbevölkerung von Interesse sein könnte, ist fraglich. Hierum jedoch geht es den Forschern des DLR nicht, denn sie wollen vorrangig herausfinden, ob Astronauten in Zukunft vor Ort mit frischer Waren versorgt werden können. Von Bedeutung wäre dies beispielsweise bei langen Weltraummissionen, die Astronauten viele Monate lang von der Erde weg treiben.

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