Traurige Erkenntnis: Insektensterben in Deutschland

Immer weniger Insekten in den Gärten

Biene auf einer Blume

Im eigenen Garten leben Naturfreunde gerne im Einklang mit der Pflanzen- und Tierwelt. Mit Bienen, Fliegen und Libellen haben nur die wenigsten Hobbygärtner ein Problem. Dass sich die Anzahl der Fluginsekten in den vergangenen Jahrzehnten extrem verringert hat, ist indes ein großes Problem. Nicht nur die Insekten selbst verschwinden zunehmend aus deutschen Gärten, sondern auch Vögel und Pflanzen verlieren ihre Existenzgrundlage.

Wer ist Schuld am großen Verlust?

Wie eine Studie britischer, deutscher und niederländischer Forscher zeigte, verringerte sich die Biomasse an Fluginsekten im Norden und Nordwesten Deutschlands im Zeitraum von 1989 und 2016 um ganze 76 Prozent. Mehr als zwei Drittel der kleinen Flieger bereichern die hiesige Natur heute also nicht mehr. Warum das so ist, bleibt zur Zeit noch offen. Einerseits könnten Monokulturen und der Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft ein Auslöser sein, andererseits jedoch spielen auch der Klimawandel und die zunehmende Rodung und Modernisierung von Grünflächen eine potenzielle Rolle.

Was Gartenfreunde tun können

Mit den Insekten verschwinden langfristig betrachtet auch zahlreiche heimische Vogelarten und Pflanzengattungen. Immerhin ernähren sich mehr als die Hälfte der Vögel von Insekten, während rund achtzig Prozent aller Pflanzen auf die Bestäubung durch Fluginsekten angewiesen sind. Wer im eigenen Garten etwas für die Insektenvielfalt tun möchte, sollte wilde Wiesen und Hecken nicht verbannen und auch Insektenhotels aufstellen.

Auch die Wahl nicht allzu billiger Waren im Supermarkt und ein zunehmender Fokus auf biologisch erzeugte Lebensmittel könnte langfristig helfen. Welche Stellschrauben jedoch konkret gedreht werden müssen, um die verbleibenden Insekten zu schützen, werden erst weiterführende Untersuchungen erklären können. Mehr zum Thema Insekten im Garten

Lesen Sie auch: Vogelfütterung im Winter

Foto: © Phils Photography