Forschung: Auch Pflanzen haben ein Gehirn

Verschiedene Pflanzen

Im eigenen Garten fühlen sich Naturfreunde besonders wohl. Inmitten der von Hand großgezogenen Pflanzen und Bäume fällt Entspannen leicht und bisweilen entwickelt sich sogar eine emotionale Bindung zum lebendigen Grün. Wer mit seinen Pflanzen spricht und sie mit viel Liebe hegt und pflegt, wird aber auch weiterhin kritisch beäugt. Das könnte sich nun ändern, denn Forscher aus Birmingham haben im Rahmen einer Untersuchung erstaunliche Erkenntnisse gewinnen können.

Rudimentär, aber dennoch vorhanden

Professor George Bassel und sein Team befassten sich mit der detaillierten Struktur der Schaumkresse. Hierbei fanden die heraus, dass das Gewächs über eine Zellstruktur verfügen, die schon im Pflanzenembryo vorhanden ist. Diese Struktur verhilft der Pflanze schon von Beginn an, sich an die Umwelt anzupassen und flexibel auf Veränderungen zu reagieren. So nimmt die Pflanze wahr, wann der perfekte Zeitpunkt zum Keimen gekommen ist. Dies gelingt durch das Zusammenspiel zweier Zellarten. Ist die eine Art dafür verantwortlich, die Keimung hinauszuzögern, sorgt die andere wiederum für deren Beginn.

Hormone steuern das Verhalten

Selbst wenn das Pflanzengehirn nicht mit dem Hirn anderer Lebewesen vergleichbar ist, handelt es sich dennoch um eine besondere Struktur, die Pflanzen zu individuellen Entscheidungen verhilft. Hormone, die sich unter dem Einfluss äußerer Bedingungen bilden, unterstützen die inneren Vorgänge. Die Pflanze kann dann aus einer großen Menge an Informationen eine Gesamtmeinung herauskristallisieren und entscheidet sich erst dann für die Keimung. Wer seine Pflanzen liebt, hat daher nun einen weiteren Grund dafür, sie auch weiterhin mit besonderer Aufmerksamkeit zu pflegen. (Weitere Tipps für den Blumengarten)

Foto: © Alexander Raths