Pflanzen in Vorkultur pikieren

Wie pikiert man Pflanzen?

Pikierte Pflanzen

Gemüse wie auch Sommerblumen ziehen die meisten Hobbygärtner in Vorkultur. Das spart nicht nur Geld, sondern ermöglicht eine große Sortenvielfalt. Um später kräftige und ertragreiche Pflanzen ins Freiland zu setzen, müssen diese zumeist vorher pikiert werden. Rund drei Wochen nach der Aussaat bilden sich zwei Keimblätter, die nächsten Blätter folgen bald. Nun benötigen die Wurzeln der zarten Pflänzchen mehr Platz, um sich optimal zu entwickeln.

Ein neues Zuhause für die Sämlinge

Auch wenn es ein wenig Fingerspitzengefühl braucht, das junge Grün zu vereinzeln, geht Pikieren doch recht leicht von der Hand. Einen Tag vor dem Umzug in Einzeltöpfe oder geräumige Anzuchtschalen aus Torf sind die Sämlinge für das Gießen mit einer schwachen Düngerlösung dankbar. Mit einem Pikierstab oder einem anderen spitzen Gegenstand wird die Pflanze am Folgetag vorsichtig aus dem Aussaatgefäß gehoben. Dabei dürfen weder das zarte Grün noch die Wurzeln Schaden nehmen. Für ein ideales Anwachsen der Jungpflanze hilft das Kürzen der Wurzeln auf zwei Zentimeter. Die Sämlinge werden nun erneut in Anzuchterde platziert, die jedoch vorher mit etwas Blumenerde vermischt wurde. Allerdings ist es erforderlich, die Pflanzen etwas tiefer als zuvor zu setzen. Dies gewährleistet ihnen einen stabileren Stand und regt die Bildung von zusätzlichen Wurzeln an. Nach dem vorsichtigen Andrücken folgt noch eine Dusche aus der Sprühflasche.

Für die Sämlinge bedeutet das Vereinzeln immer auch Stress. Daher neigen sie dazu, sich etwas „pikiert“ aufzuführen. Nach zwei bis drei Tagen richten sich die Sämlinge wieder auf und belohnen den Hobbygärtner mit beachtlichem Wachstum.  Astern, Sonnenblumen, Tomaten oder Paprika gedeihen nun prächtig. Nach den Eisheiligen dürfen die frostempfindlichen Jungpflanzen dann endlich ins Freilandbeet umziehen.

Foto: © fotozick