Stunde der Wintervögel – Ein Zwischenstand

Ein Vogel im Garten

Bis zum 16. Januar konnten Gartenbesitzer und Vogelfreunde ihre Beobachtungsergebnisse der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“ übermitteln. Die Aktion, zu der LBV und NABU jedes Jahr aufrufen, soll die aktuelle Entwicklung des Vogelbestandes in Deutschland sichtbar machen. Zwischen dem sechsten und achten Januar konnten Vogelfreunde in ihrem Garten eine Stunde lang Vögel zählen und ihre Ergebnisse über das Internet an die Verbände übersenden. Schon jetzt gibt es einen Zwischenstand.

Viele Teilnehmer, weniger Vögel

Schon länger ist klar, dass die Anzahl mancher Vögel in der Wintersaison 2016/2017 recht gering ausfällt. Auch die „Stunde der Wintervögel“ belegt das nun. Grund zur Freude gibt es aber dennoch. So konnten bis jetzt mehr als 82.000 Teilnehmer verzeichnet werden, was einen starken Anstieg der interessierten Vogelbeobachter bedeutet. Zeitgleich täuscht das rege Interesse jedoch nicht darüber hinweg, dass einige Vogelarten eher selten anzutreffen sind. So zeigt sich schon jetzt eine Rückgang der Kohl- und Blaumeisen um etwa dreißig Prozent, während sich der Bestand anderer Meisenarten wie Hauben- und Tannenmeise sogar halbiert hat.

Nur eine Momentaufnahme

Sorgen angesichts der schwindenden Vögel müssen sich Tierfreunde zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht machen. Experten gehen davon aus, dass manche Vögel sich aufgrund des eher milden Winters dauerhaft in Wäldern aufhalten und aus diesem Grund bei der Zählung nicht berücksichtigt werden konnten. Auch die Tatsache, dass die Anzahl der Vögel im Osten höher liegt als im Süden und Westen Deutschlands, muss weiter untersucht werden. So wird die „Stunde der Wintervögel“ als Richtungsweiser verstanden, deren Ergebnisse später im Jahr bei der „Stunde der Gartenvögel“ ergänzt werden können.

Foto: © mirkograul