Rasen kalken

Rasen kalken
Wie kalkt man den Rasen? - Foto: © Horticulture

Anleitung zum Rasen kalken

Eine dichte und vor allem satt-grüne Wiese ist der Blickfang zahlreicher Gärten. Nach dem Winter ist von der einstigen Schönheit jedoch nur noch wenig übrig. Dann braucht der Rasen die richtige Pflege. Hierzu gehört in manchen Jahren auch das Kalken, das den ph-Wert des Bodens auf ein optimales Maß senken soll. Vor und während des Kalkens sollten Hobbygärtner jedoch einige Dinge beachten.

Rasen kalken - Den pH-Wert messen

Der Boden, auf dem der Rasen wächst, verfügt nicht nur über Nährstoffe, sondern kann sowohl basisch als auch neutral oder sauer werden. Um herauszufinden, ob die eigene Rasenfläche vom Kalken profitieren kann, sollten Gartenfreunde daher zunächst eine Bodenanalyse mit ph-Wert Messung durchführen. Der optimale Wert liegt zwischen 5,3 und 7,0. Liegt er darunter, so ist der Boden zu sauer, während höhere Werte für einen basischen Untergrund sprechen.

Grundsätzlich sollte der Rasen nur dann gekalkt werden, wenn die Messung einen niedrigen ph-Wert offenbart, der Boden also sauer ist. Wird einem basischem Boden zusätzlich Kalk zugeführt, so stirbt das grüne Gras mit hoher Wahrscheinlichkeit. Anzeichen für einen basischen Boden ist außerdem die Ausbreitung von Klee. Für einen sauren Untergrund sprechen bemooste Stellen innerhalb der Rasenfläche. (Moos im Rasen)

Wann ist der ideale Zeitpunkt zum Rasen kalken?

Der perfekte Zeitpunkt, um den eigenen Rasen zu kalken, ist das frühe Frühjahr. Wenn sich der winterliche Frost langsam zurückzieht und die Rasenfläche trocken ist, stehen die Chancen auf erfolgreiches Gelingen besonders gut. Kalk darf jedoch nicht ohne zusätzliche Vorbereitung auf den Rasen aufgebracht werden, um seine Wirkung voll zu entfalten. Vorheriges Vertikutieren lockert die Erde auf, lüftet den Rasen und entfernt störenden Fremdwuchs. Mit einem gewöhnlichen Vertikutierer gelingt dieser Schritt im Handumdrehen, sollte jedoch erst nach einem ersten Mäh-Durchgang erfolgen. Nach dem Vertikutieren kann der Kalk per Streuwagen oder auch von Hand auf die Rasenfläche gestreut werden. Es ist empfehlenswert, während dieses Arbeitsschritts sowohl Handschuhe als auch alte Kleidung zu tragen. Als geeignet für das Kalken erweist sich langsam wirkender kohlensaurer Kalk, der das Kürzel CaCO3 trägt, doch auch handelsübliche Kalkprodukte für Rasen sind eine gängige Alternative.

Die richtige Menge Kalk für den Rasen

Auch die Menge des Kalk sollte vorab festgelegt werden. Während Böden mit sandiger Struktur und wenig Lehmanteil eine geringere Menge benötigen, steigt der Bedarf bei schwereren Böden leicht an. Wird zusätzlich ein kalkhaltiger Dünger nach dem Rasen Kalken verwendet, sollte die angegebene Menge etwas reduziert werden. Auch der ermittelte ph-Wert hilft bei der Bestimmung der optimalen Kalkmenge:

Leichte Böden
ph-Wert unter 5,3: 150 Gramm Kalk je Quadratmeter
ph-Wert 5,3 - 5,7: 120 Gramm Kalk je Quadratmeter

Schwerere Böden
ph-Wert unter 5,7: 300 Gramm Kalk je Quadratmeter
ph-Wert 5,7-6,5: 180 Gramm Kalk je Quadratmeter

In der Regel genügt es, den eigenen Rasen etwa alle zwei bis drei Jahre zu kalken. Es lohnt sich allerdings, in jedem Frühjahr den ph-Wert des Bodens zu bestimmen und gegebenenfalls kleinere Kalkmengen zu streuen. Auch eine Kontrolle etwa vier Wochen nach dem ersten Kalken ist hilfreich, um den tatsächlichen Effekt der Maßnahme zu sehen und kleinere Korrekturen durch Nachkalken während der Sommersaison vornehmen zu können.
Text: A. W. / Stand: 01.03.2017

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