Rasen vertikutieren - Eine Genesungskur

Vertikutierer auf dem Rasen
Beim Vertikutieren löst man u. a. Moos aus dem Rasen
Foto: © Marco2811

Während des Sommers wird ein Rasen recht häufig gemäht. Dadurch sammeln sich zwischen den einzelnen Gräsern Pflanzenreste und Schnittgut an (Mulch). Auch Moos, dessen Wachstum durch einen sauren Boden, viel Schatten und Feuchtigkeit entsteht, unterdrückt das gesunde Wachstum des Rasens. Durch das Vertikutieren wird diese verfilze Rasenfläche wieder gelockert.

Rasen richtig vertikutieren

Eine verfilzte Grasnarbe, die durch Moose und Mulch abgedichtet wird, bezieht nicht mehr ausreichend Nährstoffe, Wasser und Licht, die es für ein gesundes Wachstum benötigt. Die Wurzeln der Gräser werden quasi abgeschottet. Durch das Vertikutieren wird der Boden von dieser Schicht befreit und gleichzeitig belüftet, er kann mehr Sauerstoff aufnehmen. Dies dient der Gesunderhaltung des Rasens.

Die Funktionsweise des Vertikutierens

Um den Boden von der wachstumsschädigenden Filzschicht zu befreien, nutzen Gartenfreunde meist einen Vertikutierer. Dieses Gerät ähnelt äußerlich einem Rasenmäher. Jedoch sitzen die Messer des Vertikutierers senkrecht. Sie ritzen die Grasnarbe wenige Millimeter an und bringen altes Schnittgut und Moos nach außen, je nach Gerät wird dies dann von einem Korb oder Sack aufgefangen. Der Begriff des Vertikutierens stammt aus dem Englischen und wird zusammengesetzt aus den Wörtern vertical (senkrecht, vertikal) und cut (schneiden). Nur bei sehr kleinen Rasenflächen macht es Sinn, mit einer Harke von Hand das Moos und Mulch aus dem Boden zu vertikutieren.

Der ideale Zeitpunkt für das Vertikutieren - Im Frühjahr oder Herbst?

Um dem Rasen eine Genesungskur zu gönnen, eignet sich besonders das Frühjahr und der zeitige Herbst. Steigen die Temperaturen über 8°C beginnt der Rasen zu wachsen. Anfang April kann er bereits das erste Mal auf Normalhöhe geschnitten werden, ungefähr zwei Wochen später ein zweites Mal, dann aber tief auf maximal 4 cm Schnitthöhe. Nun ist der perfekte Zeitpunkt für das Vertikutieren. Die Gräser konnten bereits ausreichend Nährstoffe aufnehmen, um die anschließende Verjüngungskur durchzustehen. Der Neuaustrieb der Gräser wird durch die Jahreszeit außerdem begünstigt. Der Rasen wird schöner und dichter wachsen. Im frühen Herbst kann der Vorgang wiederholt werden, wenn es unbedingt nötig ist. Dann bleibt dem Rasen noch ausreichend Zeit, sich vor dem Winter von den Strapazen zu erholen. Zur Rasenpflege sollten Sie den Rasen einmal im Jahr am besten im Frühjahr vertikutieren. Stark vermooste Rasenflächen können Sie im Herbst ein zweites Mal bearbeiten.

Die Arbeitsschritte des Vertikutierens

  • Voraussetzung für das Vertikutieren ist ein tief abgemähter Rasen (maximal 4 cm Höhe), der unbedingt trocken sein muss.
  • Nun wird die Höhe der Messer am Vertikutiergerät eingestellt. Die Schnitttiefe sollte bei ca. 3 mm liegen. Nur stark verfilzte und verwilderte Rasenflächen werden mit einer Schnitttiefe von 5 mm vertikutiert. Ein kurzer Probelauf gibt Aufschluss, ob das Gerät korrekt arbeitet.
  • Dann laufen Sie gleichmäßig in geraden Linien den Rasen mit dem Vertikutierer ab, wobei Sie nicht stehen bleiben dürfen. Wird dies dennoch notwendig, sollte das Gerät immer abgeschaltet werden.
  • Ausschließlich bei stark verwilderten Rasenflächen ist es notwendig, nochmals in Querrichtung zur bisherigen Linie zu vertikutieren.

Wichtige Tipps für das Vertikutieren:

  • Haben Sie in einer sehr trockenen Witterungsperiode vertikutiert, müssen Sie unbedingt den Rasen regelmäßig sprengen, um das Wachstum zu fördern.
  • Mitunter werden auch lockere Gräser mit aus dem Boden gerissen. Eine direkt anschließende Nachsaat ergibt eine vollständige und dichte Rasenfläche nach dem Vertikutieren.
  • Da der Boden nach der Behandlung sehr gut aufgelockert ist und Wasser ideal eindringen kann, ist nun auch der richtige Zeitpunkt, um den Rasen zu düngen. Dies unterstützt seine Genesung nach den Strapazen.
  • Vertikutieren Sie niemals frisch angelegte Rasenflächen. Diese sollten immer zwei, besser drei Jahre gewachsen sein.
  • Vermeiden Sie es, zu tief zu vertikutieren. Sind Sie mit dem Ergebnis Ihrer Arbeit nicht zufrieden, wiederholen Sie lieber den Vorgang nach einer gewissen Ruhephase für den Rasen. Diese kann ca. 3 bis 4 Wochen andauern.
  • Wurde der Rasen von Ihnen nur in Längsrichtung vertikutiert, wird er beim nächsten Mal in Querrichtung behandelt. Dieser Vorgang wechselt sich immer ab.

Wer jedes Jahr seinem Rasen diese Genesungskur gönnt, erhält einen satt grünen und dichten Rasen mit einer gesunden Grasnarbe, ohne Moose und Mulch des Vorjahres.
Text: C. D.

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