Spargel anbauen

Frischer Spargel aus dem Garten
Spargel anbauen ist gar nicht so schwer! - Foto: © fotoknips

Viele Hobbygärtner lassen im heimischen Garten die Finger weg vom Spargel. Dabei erweist sich der Anbau gar nicht so aufwendig, wie in zahlreichen Fällen behauptet wird. Darüber hinaus lohnt die Mühe allein schon aufgrund der langen Erntezeit sowie des einzigartigen Geschmacks. Der nachfolgende Beitrag enthält alle wichtigen Informationen, die für einen professionellen und erfolgreichen Spargel-Anbau beachtet werden sollten. Mehr zum Thema Spargel im Garten

Pflanzanleitung für das Spargelbeet im eigenen Garten

Wer sich gekonnt ein Spargelbeet angelegt hat, kann oftmals über 10 Jahre davon ernten. Bei Beachtung der nachfolgenden Schritte, werden sich Spargel-Liebhaber bald auf das leckere, selbstangebaute Gemüse freuen.

Ausheben des Spargelgrabens

Zu Beginn sollten die Umrisse der Bepflanzungsreihe mit Hilfe eines Spatens markiert werden. Dabei sollte sich die Breite auf nicht weniger als 20 bis 30 cm belaufen. Gerne kann hierzu auch eine Pflanzschnur genutzt werden. Nun sollten die Umrisse mit dem Spaten tief eingestochen werden, um die Stabilität der Grabenwand besser gewährleisten zu können. Anschließend kann der Graben mit dem Spaten oder einer Schüppe ausgehoben werden. Wer kein Kompost (Komposthaufen anlegen) oder ähnliches Material besitzt, sollte eine Grabentiefe von 25 cm vorsehen, mit organischem Material sollten es hingegen 40 cm sein.

Einbringen von Kompost

Ist der Graben fertig, kann Humus, Mist, Kompost oder ein anderer biologischer Stoff eingebracht werden. Das Material sollte jedenfalls gut verrottet sein. Nun ist etwa 10 cm des Materials in den Graben zu schütten und anschließend mit ungefähr 5 cm Erde abzudecken. Steht kein Kompost zur Verfügung, kann alternativ dazu die Grabensohle mit einer Forke aufgelockert werden. Unabhängig von der gewählten Methode, ist die Grabensohle auf etwa 25 cm Tiefe zu legen.

Spargelpflanze im Spargelbeet
Pflanzanleitung fürs Spargelbeet - Foto: © EggHeadPhoto

Setzen der Spargelpflanze

Jetzt geht es ans Eingemachte. Es ist beim Setzen unbedingt darauf zu achten, dass die Pflanze keinen Kontakt zum organischen Material erhält, da es andernfalls zu Anwachsproblemen bzw. Verbrennungen kommen kann. Die Knospenform bestimmt die Richtung der Reihe. Bereits ausgetriebene Knospen sind vorsichtig zu behandeln. Nun sind die fleischigen Wurzeln jeweils in einem Abstand von mindestens 20 cm spinnenartig auf den Boden der Grabensohle auszubreiten. Indem seitlich der Pflanze Erde angebracht wird, kann sichergestellt werden, dass die Wurzeln in dieser Form liegen bleiben. Nunmehr kann die Reihe solange mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt werden, bis keine Knospen mehr zu erkennen sind.

Düngung des Spargels

Sofort nach dem Pflanzen kann unter Beachtung der Verpackungshinweise Dünger auf die Reihe gegeben werden. Als Faustregel gilt für einen Volldünger, eine große Hand voll Dünger auf zwei laufende Meter Pflanzengraben verteilen. Dies entspricht ungefähr ein Kilo Dünger für 20 Meter Reihe. Nun kann vor dem Angießen etwas Erde aufgetragen werden. Viel gegossen werden sollte jedoch nicht, zumal der Boden während der Pflanzzeit im April ohnehin recht feucht ist. Von nun an ist auf ein unkrautfreies Beet zu achten. (Unkraut im Garten) Ab November ist etwa das abgestorbene Winterkraut zu entfernen.

Errichten des Spargeldamms

Im nächsten Frühjahr ist über der Spargelreihe ein Erddamm zu errichten. Hierzu ist der Boden links und rechts neben der Reihe auszuheben und die Erde über die Pflanzen zu werfen. Die Dammhöhe sollte sich auf 20 cm belaufen, um so einen Abstand zwischen Pflanze und Dammoberkante von 30 cm zu erhalten. Auf diese Weise erhält das Gemüse eine ausreichende Länge. Jetzt sind die Flächen zu begradigen und mit einer Spargelfolie zu versehen, die über die Reihe kommt. Die Funktion der Folie ist es, für eine gute Erwärmung des Bodens zu sorgen.

Tipps für einen gelungenen Spargelanbau

Standortansprüche
Der Erfolg des Anbaus wird maßgeblich vom Boden bestimmt. Am besten gedeiht die Staude auf sandig bis sandig-lehmigem Untergrund. Weil der Spargel sehr tief wurzelt, sollte der Boden zuvor tiefgründig aufgelockert werden. Zu bevorzugen sind windgeschützte sowie sonnenverwöhnte Plätze. Eine Bodenwärme von +15 Grad C in 5 cm Bodentiefe ist ausreichend.

Spargelzeiten
Im Wesentlichen wird der Beginn der Spargelernte durch Bodentemperatur und Witterung bestimmt. Meist kann hierzulande Ende April mit der Ernte begonnen werden. Ähnlich wie beim Rhabarber, wird die Spargelernte traditionell am 24. Juni abgeschlossen. Für den heimischen Spargel dauert die Spargelzeit somit von April bis Juni. Weil der Grünspargel ebenerdig wächst, beginnt dessen Ernte etwas früher als die des weißen Spargels. Sind die Stangen etwa 20 cm lang, können sie dicht unter der Bodenoberfläche mit einem scharfen Messer abgeschnitten werden (Spargelstechen). Grünspargel kann meist täglich, weißer Spargel hingegen zweimal täglich geerntet werden.

Wissenswertes zur Düngung
Der Mindesthumusgehalt des Sandbodens sollte sich in 0 bis 30 cm Tiefe auf 1 - 1,5% belaufen. Zumeist werden diese Werte im Garten deutlich überschritten (3-6%). Angesichts des vorhandenen hohen Humusgehaltes und der damit einhergehenden guten Nährstoffversorgung ist deshalb davon auszugehen, dass eine zusätzliche Düngung im Hausgarten nicht erforderlich ist. Vorrangig sollte die Düngung mit organischem Material im Spätherbst erfolgen. Auch im Laufe des Sommers kann Kompost und Gründung angebracht werden. Erst eine Bodenanalyse gibt jedoch Aufschluss über die richtige Düngung.

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