Holunder im Garten

Holunderbeeren am Strauch
Holunder im Garten - Der heilende Blütenstrauch
Foto: © Joachim Opelka

Unsere Ahnen hatten bereits vor dem Holunder den größten Respekt. Er wurde nicht nur als bedeutende Heilpflanze angesehen, sondern man sagte dem Holunder nach, er hielte Unheil vom Hause fern. Der wohlduftende Holunderbusch ist vielen Wanderern als Pflanze am Wegrand im Unterholz hoher Bäume bekannt. Wer einmal auf den Geschmack der Heilpflanze gekommen ist, möchte ihn auch gern in seinem eigenen Garten anpflanzen.

Tipps für den Anbau von Holunder

Was ist beim Pflanzen und der Pflege von Holunder zu beachten? Welche Holundersorten gibt es? Das und vieles mehr erfahren Sie erfahren Sie auf den folgenden Seiten:

Die Arten- und Sortenvielfalt

Bereits in der Jungsteinzeit soll Holunder (Sambucus) verwendet worden sein, und auch in der Antike und dem Mittelalter wurde seine heilende Wirkung gern genutzt. In Europa sind heute drei Holunderarten heimisch. Die bekannteste Art ist der Schwarze Holunder, welcher in den Gärten angebaut wird. Er wird als Holderbusch oder Holler- und Fliederbaum im Volksmund bezeichnet. Weiterhin sind in Europa noch der Rote Holunder und der Zwergholunder verbreitet. Wer einen Holunderstrauch in seinem Garten haben möchte, kann unter verschiedenen Sorten des Schwarzen Holunder wählen. Die bekannteste davon ist die sehr ertragreiche Sorte Haschberg, aber auch Samidor und Samy sind beliebt. Holunder gibt es als Strauch, Halbstamm oder als Baum.

Verwendung von Holunder - Blüten und Beeren

Zwei Gläser mit Holunderblütenwein
Aus den Holunderblüten kann man z.B. Wein herstellen
Foto: © fotoknips

Nicht nur die schwarz-lila Früchte des Holunders im Herbst sind beliebt unter Insidern. Auch die Blüten im Mai und Juni sorgen für eine wahre Geschmacksexplosion. Die weißen Dolden können zu Holunderblütensirup, Gelee oder in der warmen Küche, zum Beispiel in Bierteig, ein echter Leckerbissen sein. Getrocknet eignen sich die Holunderblüten für einen schmackhaften Tee. Die dunklen Früchte werden in erster Linie zu Marmeladen, Gelees und Säften bzw. Sirup verarbeitet. Doch auch sie können getrocknet als Basis für Tees dienen. Die intensiv färbenden Beeren finden bei Kennern ebenso in der warmen Küche Verwendung. An Saucen oder frittiert als Beilage bescheren sie dem Genießer ein interessantes Geschmackserlebnis. Auch Wein oder Likör wird aus den erhitzten Früchten zubereitet.

Holunderstrauch als Apotheke vor dem Haus

Sowohl die Blüten als auch die Früchte des Holunders gelten als unglaublich gesund. Die stark duftenden Blüten sind verdauungsfördernd. Werden sie als Tee gereicht, helfen sie bei Erkältungen als schweißtreibendes und fiebersenkendes Heilmittel. Die Früchte selbst enthalten sehr viel Vitamin C, dem sie auch den leicht säuerlichen Geschmack verdanken.

Holunder anbauen - Wildform oder Pflanze aus der Baumschule

Oft fragen sich selbst Gartenkenner, ob sie Holunder als Jungpflanze in der Baumschule kaufen müssen, oder ob eine Wildform ausreicht. Beides ist richtig. Jedoch sind die Wildformen vom Wegesrand oft weniger ertragreich und anfällig für Blattläuse, die wiederum die Ernte verhindern können. Zudem sind Zuchtholunder vom Profi auf gleichmäßige Reife gezüchtet, so dass auf einmal geerntet werden kann. Wildformen hingegen werden nach und nach reif.

Am einfachsten ist es, eine Jungpflanze aus der Baumschule zu holen. Alternativ können Sie aus den Samen der Früchte eines Holunderstrauchs eine Pflanze selber ziehen. Dafür legen sie eine Dolde in einen Blumentopf mit humusreicher Erde und halten diese regelmäßig feucht. Die Jungpflanzen kommen daraufhin bald ins Freiland. Oder Sie lassen einen jungen einjährigen Zweig in der Vase wurzeln und setzen ihn später in die Erde. Möchten Sie Holunder selbst ziehen, bleibt die einfachste Methode wahrscheinlich der Steckling. Vor dem ersten Frost schneiden Sie einen einjährigen Trieb mit mehreren Knospen ab und stecken in die Gartenerde. Sie können jedoch auch in den Sommermonaten einen Zweig, der einen halben Meter messen sollte, ca. 15 cm in die Erde stecken. Nach vier Wochen sollte er angewurzelt sein.

Den Standort gut wählen

Holunderpflanzen werden zwischen einem und fünfzehn Metern hoch und bis zu sechs Meter breit. Der Pflanzabstand zum nächsten großen Gewächs sollte daher mindestens vier Meter betragen. Holunder ist theoretisch anspruchslos was die Bodenbeschaffenheit betrifft. Achten Sie jedoch wenn möglich darauf, dass der Holunder einen nährstoffreichen und kalkhaltigen, lehmigen Boden bekommt, der regelmäßig immer wieder feucht gehalten wird. Dies gibt den besten Ertrag. Wild wachsende Sorten siedeln sich gern neben dem Kompost oder Misthaufen an.

Holunder braucht kaum Pflege

Ein Holunderstrauch benötigt nur wenig Aufmerksamkeit des Gärtners. Düngen ist in der Regel überflüssig, lediglich ein Auslichten führt zu höherem Ertrag bei der Ernte. Dies ist zu jeder Jahreszeit, mit Ausnahme der Blütezeit, möglich. Um den Holunder zu verjüngen, kann auch radikal bis auf das Holz zurückgeschnitten werden. Jedoch wird der Holunder dann im nächsten Jahr nicht tragen, da er nur am zweijährigen Holz blüht.

Zu viel des Guten an Holunder

Holunder sorgt für zweigeteilte Meinungen unter Hobbygärtnern. Die einen lieben ihn, die anderen nicht. Denn Holunder neigt dazu, sich überall auszubreiten. Die Vögel, die die Beeren fressen, sorgen dafür, dass sich schnell im ganzen Garten Jungpflanzen bilden können. Da Holunder ein Pfahlwurzler ist, müssen die kleinen Pflänzchen sofort aus der Erde gezogen werden. Diese andauernde Arbeit sorgt nicht selten für Unmut unter Gartennachbarn.

Holunder ist eine ergiebige und äußerst gesunde Pflanze. Sie ist nicht nur ertragreich, sondern auch zur Blüte- als auch Fruchtzeit ein echter Blickfang beziehungsweise ein Dufterlebnis und somit ein starkes gestalterisches Gartenelement.
Text: C. D.

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