Weinreben pflanzen im Garten

Weinrebe im Garten
Weinreben kann man z. B. am Gartenzaun pflanzen
Foto: © Rafael Ben-Ari

Mitunter trauen sich Hobbygärtner nicht, im eigenen Garten Weintrauben anzubauen. Zu groß ist die Angst vor sauren und pilzanfälligen Früchten. Doch hochwertige Züchtungen und der richtige Standort können Ihnen eine reiche Ernte bescheren.

Die gesunden und erfrischenden Trauben sind eine echte Köstlichkeit und ein Blickfang im Garten. Die rankenden Weinstöcke eignen sich zudem hervorragend als Sichtschutz oder zur Begrünung von Hauswänden.

Weinreben gehören heute bekanntermaßen zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Beinahe 16.000 Sorten wachsen weltweit. Der aus den Früchten der Reben gewonnene Wein hat in vielen Kulturen ein hohen Stellenwert und regionale Besonderheiten.

Tipps zum Anbau von Weinreben

Was ist beim Pflanzen und der Pflege von Weinreben zu beachten? Welche Weinsorten gibt es? Das und vieles mehr erfahren Sie erfahren Sie auf den folgenden Seiten:

Weinreben pflanzen

Den richtigen Standort für Weinreben finden und den Weinstock pflanzen.

Die sonnenhungrige Weinrebe nach Standort wählen

Die Weinrebe ist eine Kletterpflanze, welche viel Wärme bevorzugt und gern windgeschützt steht. Gut geeignet sind daher südliche Lagen. Je länger die Weintrauben der Sonne ausgesetzt sind, desto höher ist ihre Süße bei der Ernte. Wein benötigt eine Rankhilfe. Daher sind Hauswände oder Spaliere zweckmäßig, um die Pflanze wachsen zu lassen. Wein eignet sich nicht nur sehr gut zur klimatischen Hausbegrünung oder als Sichtschutz, er wächst auch dekorativ an Gartenmauern, Bäumen und sogar Hecken. Ein windgeschützter Standort wäre ideal. Die vitaminreichen Weinbeeren gibt es als grüne, hellgelbe, rote oder dunkelblaue Sorten. Weinreben sind genügsam und legen lediglich Wert auf einen Boden ohne Staunässe, der sich möglichst schnell in der Sonne erwärmt.

Den ersten Weinstock pflanzen

Nachdem Sie den Standort gewählt und eine möglichst frostharte, pilzresistente und selbstbefruchtende Edelsorte ausgesucht haben, kann das Pflanzen beginnen. Heben Sie dafür großzügig Erde aus und mischen Sie diese mit Humus oder abgelagertem Stallmist. Setzen Sie den Weinstock, den Sie als Ballenware gekauft haben, in das Loch. Die veredelte Stelle muss sich über der Erdoberfläche befinden. Der Abstand zum nächsten Weinstock sollte aufgrund der Größe der Weinreben 3 Meter betragen.

Pflege der Weinreben

Anfangs müssen Sie den Wein regelmäßig aber nicht zu oft gießen, damit er gut anwurzelt. Im nächsten Jahr wählen Sie einen Hauptrieb aus und binden ihn an das Rankgerüst. Kürzen Sie seitliche Triebe etwas ein und lassen Sie den Haupttrieb nur auf ca. 3 Meter Höhe wachsen. Wiederum im Folgejahr können Sie drei bis vier Triebe neben dem Haupttrieb ans Spalier in seitliche Richtungen binden. Überschüssige Triebe hingegen werden gänzlich entfernt. Je weiter das Jahr voranschreitet, desto mehr können Sie unnötige Triebe des Weins entfernen, damit die Weinbeeren nicht durch das Blattwerk an Sonne einbüßen. Blütezeit des Weins ist der Mai bis hinein in den Juni. Geerntet wird im Herbst. Im September bis in den späten Oktober sind die Trauben je nach Sorte reif und süß. Mitunter müssen Sie in dieser Zeit mit Netzen vor hungrigen Vögeln geschützt werden.

Verwendung der Weintrauben

Die Weintrauben werden in erster Linie natürlich zu Wein vergoren. Auch Sie können zuhause ihren eigenen Hauswein ansetzen. Aber auch frisch vom Stock aus der Hand schmecken die vitaminreichen Beeren verführerisch. Voraussetzung: sie haben genügend Sonne ergattern können. Sind die Beeren sehr säuerlich, kann daraus Marmelade oder Gelee bzw. Traubensaft zubereitet werden. Auch in Kuchen oder getrocknet als Rosinen sind Weinbeeren ein Genuss. Versuchen Sie doch mal Ihren eigenen Weinessig anzusetzen.

Weintrauben sind in vielerlei Hinsicht lohnenswert im Anbau. Nicht nur der Geschmack überzeugt, sondern auch die Optik. Und wer bei der Sortenwahl genau hinschaut, kann sogar eine kernlose Traube ernten und noch mehr Fruchtfleisch genießen.
Text: C. D.

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