Krankheiten des Apfelbaums

Apfelbaum mit reifen Äpfeln
Mit der richtigen Pflege Krankheiten am Apfelbaum
vorbeugen - Foto: © Voyagerix

Leider lieben nicht nur die Menschen den gesunden und wohlschmeckenden Apfel, auch Schädlinge haben seit jeher den Apfelbaum für sich entdeckt. Obwohl durch Züchtungen der Sorten versucht wurde, Resistenzen gegen zahlreiche Schädlinge zu erzielen, werden immer wieder Apfelbäume durch sie geschädigt. Im großflächigen Obstanbau wird mit Fungiziden und Pestiziden dem Befall vorgebeugt. Im heimischen Garten jedoch wünschen wir uns Äpfel, die frei von Schädlingen und Chemie sind. Doch nicht immer zeigen Hausmittel Wirkung.

Wir erklären Ihnen hier wie Sie in Ihrem Garten Krankheiten am Apfelbaum vorbeugen und beseitigen können.

Vorbeugung von Krankheiten des Apfelbaums

Oft ist der Befall von Schädlingen ein Zeichen, dass der Apfelbaum geschwächt ist, etwa durch falsche Bodenbeschaffenheit, schlechte Pflege oder einen ungünstigen Standort. Doch mitunter werden auch gesunde Bäume von hartnäckigen Schädlingen befallen. Am besten ist es, wenn der Baum gar nicht erst erkrankt. Dafür braucht er einen regelmäßigen Schnitt, denn zu wenig Luft und nasses Laub begünstigen das Ausbrechen von Krankheiten. Für den Baumschnitt wird am besten scharfes Gartenwerkzeug verwendet, denn Quetschungen des Holzes sind ein perfekter Ort für Krankheitserreger. Des Weiteren dürfen Apfelbäume nicht zu eng stehen. Ein zu hoher Stickstoffgehalt unterstützt das Entstehen von einzelnen Krankheiten überdies hinaus. Wunden des Baumes, zum Beispiel durch Risse, sollten Sie schnellstmöglich versorgen, damit Pilze keine Chance haben einzudringen. Auch das Laub des Baumes sollten Sie keinesfalls im Herbst liegen lassen, es ist der ideale Nährboden für Pilze, die überwintern. Wurden befallene Bäume ausgeschnitten, gilt es die Gartenscheren, Astsägen und Handschuhe im Nachhinein zu desinfizieren, damit die Sporen bei der nächsten Verwendung nicht auf andere Bäume übertragen werden. Tipps zum Apfelbaum schneiden

Einige typische Krankheiten der Apfelbäume:

Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten Krankheiten des Apfelbaums vor und erklären was Sie dagegen tun können.

Apfelschorf (Venturia):

Der Schorf ist eine der häufigsten und gefährlichsten Ärgernisse. Es handelt sich hierbei um einen Schlauchpilz, der unter speziellen Bedingungen besonders oft auftritt. Kommen eine langanhaltende hohe Luftfeuchte und starke Wärme zusammen, bilden sich schorfige raue Stellen auf den Früchten. Auch die Blätter und Triebe sind von kleinen braunen Stellen überzogen. Ist der Baum einmal befallen, muss schnell gehandelt werden, denn der Schorf breitet sich rasch aus. Leider kommt man gegen Schorf ohne den Einsatz von Fungiziden nicht aus. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Insekten durch das Mittel nicht geschädigt werden und halten Sie sich genau an die Anweisung des Herstellers, besonders wenn Sie die Äpfel im Nachhinein noch verzehren möchten. Schneiden Sie alle betroffenen Triebe und Äste bis auf das gesunde Holz zurück und brechen Sie die befallenen Knospen auf. Entfernen Sie kranke Blätter. Da der Pilz auf dem Laub des Apfelbaumes überwintert, sollten Sie es sorgfältig entfernen und nicht im Garten belassen. Es gehört in die Mülltonne bzw. verbrannt oder den örtlichen Entsorgungsstellen zugeführt.

Der Apfelwickler (Cydia pomonella):

Die gefräßigen Raupen des Apfelwicklers verderben einem den genüsslichen Biss in einen Apfel gewaltig. Die Raupen des Falters fressen sich einen Gang in den Apfel bis zum Kerngehäuse. Dort bleiben sie dann für drei bis vier Wochen. Zu erkennen ist dies an den äußerlichen Bohrstellen des Apfels. Befallene Früchte sollten sofort bei Erkennen entfernt werden. Biologische Feinde des Apfelwicklers sind Ohrwürmer oder auch Wanzen und Schlupfwespen. Geben Sie diesen natürlichen Feinden ein Zuhause und gestalten Sie Ihren Garten dementsprechend. Schlupfwespen können sogar im Handel bestellt werden und gezielt zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Hängen Sie zudem Nistkästen für Vögel auf. Eine weitere Möglichkeit sind Fanggürtel für den Stamm des Baumes, die verhindern, dass die Raupen am Stamm nach oben klettern. Die Fanggürtel bestehen aus Wellpappe, die regelmäßig abgesammelt werden muss. Auch Leimringe für den Stamm des Apfelbaumes erzielen gute Resultate.
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Apfelschalenwickler (Capua reticulana):

Klitzekleine Blattgespinste bis hin zu komplett versponnenen und zusammengerollten Blättern deuten auf den Apfelschalenwickler hin. Die Früchte des Apfelbaumes zeigen deutliche Schabefraßspuren, das Fruchtfleisch ist ebenfalls betroffen. Die einfachste Methode diesen zu beseitigen, ist ihn mechanisch zu bekämpfen. Absammeln und Zerdrücken heißt hier die Methode, die mit einigem Körpereinsatz auch ohne Chemie im kleinen Rahmen funktioniert. Natürliche Feinde des Apfelschalenwicklers sind Schlupfwespen. Sie können im Handel als natürliches Schädlingsbekämpfungsmittel bestellt werden.

Feuerbrand (Erwinia amylovora):

Diese Krankheit am Apfelbaum ist meldepflichtig und kann nicht behandelt werden. Aufgrund von Bakterien färben sich die Blätter des Baumes braun bis schwarz ein und welken, ohne vom Baum zu fallen (als wäre der Baum einem Feuer ausgesetzt gewesen). Das gesamte Holz muss entsorgt und verbrannt werden.

Obstbaum-Krebs (Nectria galligena):

Es handelt sich um eine Pilzerkrankung des Baumes. Die Rinde des Stammes färbt sich braun bis orange und wird trocken sowie rissig. Mitunter können ganze Äste absterben und Fruchtfäule auftreten. Der befallene Teil bildet Sporenlager, die kugelig rötlich aussehen. Bei einigen Bäumen bildet sich um die Wunden herum eine Art Kragen, der von Jahr zu Jahr wachsen kann, daher auch die Bezeichnung "Krebs". Das geschädigte Material wird großzügig ausgeschnitten bis auf das gesunde Holz und verbrannt. Die Wunden des Baumes können versiegelt werden, damit eine weitere Ausbreitung verhindert wird.

Apfelmehltau (Podosphaera leucotricha):

Er wird durch Wind, Insekten und Regen verbreitet und ist eine gefürchtete Pilzkrankheit. Bereits im Herbst und Winter zeigen sich die Knospen des Apfelbaumes welk und runzelig, im Frühjahr treiben sie fast gar nicht aus. Junge Blätter und Triebe sind im Sommer sofort nach dem Austrieb mit einem mehlähnlichen weißen Puder überzogen. Die Blätter rollen sich ein und vertrocknen nach und nach vom Rand nach innen. Mehltau kann man am besten mit radikalem Rückschnitt entgegentreten. Befallene Stellen sollten bis auf das gesunde Holz zurückgeschnitten werden, sobald neue Triebe und Blüten befallen sind, muss wieder gehandelt werden. Dieses setzen Sie immer fort. Unter ständiger Beobachtung kann Mehltau auch ohne chemische Zusätze bekämpft werden.
Wohin mit dem Fallobst?
Text: C. D.

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