Kirschbaum schneiden

Kirschbaum schneiden
Der Kirschbaum wird nach der Ernte beschnitten
Foto: © sonne fleckl

Kirschbäume sind die Zierde vieler Gärten. Sie spenden durch ihr dichtes Blattwerk ausreichend Schatten, tragen leckere Früchte und sind unvergleichlich hübsch anzuschauen, wenn sich im Frühjahr ihre zarten weißen oder rosa Blüten zeigen.

Kirschbäume neigen allerdings zu sehr starkem Wachstum im Gegensatz zu anderen Obstgehölzen. Dies führt dazu, dass die Bäume oft sehr groß werden, mitunter mehr als zehn Meter hoch, und sie ihre Früchte hoch oben nahe der Krone tragen. Ein Baumschnitt ist für eine einfache und ertragreiche Ernte unerlässlich, auch wenn dies früher als nicht notwendig von Fachleuten erachtet wurde.

Anleitung zum Kirschbaum schneiden

In diesem Abschnitt erfahren Sie wann der ideale Zeitpunkt für den Baumschnitt ist und was dabei beachtet werden sollte.

Den optimalen Zeitpunkt finden

Da Kirschbäume, besonders Süßkirschen, stark austreiben und gern sehr hoch werden, erfolgt der Baumschnitt Gegensatz zu anderen Obstbäumen direkt nach der Ernte im Spätsommer. Dies hemmt das Wachstum und steigert den Ertrag. Aufgrund der Tatsache, dass Kirschbäume recht anfällig für Krankheiten sind, hilft man zudem dem Baum durch den zeitigen Schnitt, seine Wunden besser abheilen zu lassen und Pilzen wie auch Bakterien keine leichte Angriffsfläche zu bieten. Wem das Schneiden des Baumes bei vollem Laubbehang überhaupt nicht liegt, kann zur Not auch im Nachwinter, kurz vor dem Austrieb mit dem Baumschnitt beginnen.

Saubere Schnittwunden sind wichtig

Leider neigen zahlreiche Kirschbäume dazu, sehr schnell zu erkranken. Die Schnittwunden nach dem Erziehungsschnitt sind eine ideale Möglichkeit für Erreger, in den Baum einzudringen. Daher sollte ausschließlich scharfes Gartenwerkzeug verwendet werden, um Quetschungen oder ein Ausfransen des Holzes zu vermeiden. Eine vorherige Desinfektion der Ausscheren und Sägen verhindert die Übertragung von Krankheiten zwischen den Obstbäumen über das Arbeitsgerät. Sind Stellen an der Schnittwunde ausgefranst oder rau, müssen sie mit einem scharfen Messer ohne Rillenschliff nachgeschnitten werden. Alle Wunden, die größer als eine Euro-Münze sind, werden im Gegensatz zu anderen Obstgehölzen bei einem Kirschbaum sofort mit einem Wundverschlussmittel, meist Baumwachs, versorgt und verschlossen.

Der Instandhaltungsschnitt

Hauptziel des Obstbaumschnitts bei Kirschen ist es, den Baum nicht zu hoch werden zu lassen, also die Krone zu verkleinern und sie weitestgehend licht zu halten. Denn nur wenn genügend Licht auch an die inneren zwei- bis dreijährigen Triebe bei Süßkirschen und an die einjährigen Triebe bei Sauerkirschen gelangt, verkahlen diese nicht und tragen auch Früchte. Der Baum würde sonst nur Früchte in Richtung der lichtdurchfluteten Krone bilden. Alle Seitenäste, die nach innen wachsen oder sich überschneiden, müssen entfernt werden. Gleiches gilt für nach steil unten wachsende und herabhängende Äste und Zweige. Wenn möglich, wird nur neues Holz eingekürzt, und zwar immer oberhalb von neuen kräftigen und jungen Seitentrieben. Kirschbäume besitzen eine Besonderheit. Sie bilden Bukett-Triebe. Diese wie ein Quirl angeordneten kurzen Seitentriebe sollten erhalten bleiben, sofern sie nicht steil nach oben wachsen und einen Konkurrenztrieb zur Krone bilden könnten. Bukett-Triebe sind stark fruchtbar und tragen am stärksten im neuen Jahr. Wasserschosse in Kronennähe, also steil nach oben wachsende, dünne Zweige der seitlichen Gerüstäste, werden grundsätzlich entfernt.

Da Kirschbäume, je nachdem auf welchem Stamm sie veredelt wurden, sehr hoch werden können, ist das Schneiden mitunter eine echte Kletterpartie. Achten Sie auf einen sicheren Stand der Leiter, verkahlte Äste der Kirschen können schnell brechen, obwohl sie massiv wirken. Die Mühen des jährlichen Baumschnitts werden mit großen saftigen Kirschen belohnt, die dann nur noch geerntet werden müssen.
Text: C. D.

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