StartseiteGartenblogAsiatische Hornisse

Asiatische Hornisse breitet sich aus – NABU ruft zum Melden auf

Asiatische Hornisse an einem Nesteingang
Die Asiatische Hornisse ist dunkler gefärbt als ihre europäische Verwandte und an den gelben Füßen gut zu erkennen © Hanstography - stock.adobe.com

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich in Deutschland weiter aus. Der NABU bittet alle Naturfreunde und Gartenbesitzer, Sichtungen über das Meldeportal NABU|naturgucker zu melden. Jede Beobachtung hilft dabei, die Verbreitung dieser invasiven Art besser zu verstehen und rechtzeitig Maßnahmen einzuleiten.

Sichtungen melden – so funktioniert es

Wer eine Asiatische Hornisse beobachtet, kann die Sichtung direkt über die Plattform NABU|naturgucker eintragen. Für eine Meldung werden der Standort, die ungefähre Anzahl der Tiere und nach Möglichkeit ein Foto benötigt. Auch unscharfe Aufnahmen sind hilfreich, solange das Tier darauf erkennbar ist. Wer ein aktives Nest entdeckt, sollte zusätzlich die untere Naturschutzbehörde oder den örtlichen NABU informieren – viele Bundesländer finanzieren die fachgerechte Entfernung von Nestern.

NABU-Sprecher Helge May erklärt: „In ihrer asiatischen Heimat kommt Vespa velutina vor allem im Gebirge vor, sie kann daher mit Kälte umgehen.“ Die Art überstehe mitteleuropäische Winter also problemlos. Laut NABU-Beobachtungsportal werden derzeit deutlich mehr Asiatische als Europäische Hornissen gemeldet.

So unterscheiden sich Asiatische und Europäische Hornisse

Auf den ersten Blick ähneln sich die beiden Arten, doch bei genauerem Hinsehen gibt es klare Unterschiede. Die heimische Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist mit 19 bis 32 Millimetern Körperlänge deutlich größer und trägt eine auffällige gelbbraune Körperzeichnung mit rotbraunen Beinen. Die Asiatische Hornisse bleibt mit 17 bis 25 Millimetern etwas kleiner und wirkt insgesamt viel dunkler: Ihr Körper ist überwiegend schwarz gefärbt, der Kopf ebenfalls dunkel. Das zuverlässigste Erkennungsmerkmal sind die gelben Füße, die bei der europäischen Art fehlen.

Auch das Nestbauverhalten unterscheidet sich. Während die Europäische Hornisse ein einziges Nest baut und es über die Saison erweitert, errichtet die Asiatische Hornisse zunächst ein kleines Primärnest in Bodennähe – etwa in Schuppen oder Rolladenkästen. Im Hochsommer zieht das Volk dann um und baut ein deutlich größeres Sekundärnest hoch oben in Baumkronen. Diese Nester werden oft erst sichtbar, wenn im Herbst das Laub fällt. Asiatische Hornissenstaaten umfassen bis zu 2000 Tiere – fast dreimal so viele wie bei der europäischen Art mit maximal 700.

Verbreitung in Deutschland

Der erste Nachweis der Asiatischen Hornisse in Deutschland gelang 2014 in Waghäusel in Baden-Württemberg. Seitdem hat sich die Art mit einer Geschwindigkeit von rund 80 Kilometern pro Jahr ausgebreitet – durch Verschleppung im Warenverkehr mitunter auch sprunghaft über größere Distanzen. Stark verbreitet ist sie inzwischen in Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Einzelfunde gibt es auch in Hamburg, Bremen und Berlin. Die östlichen Bundesländer sind bisher weitgehend frei von der Art. Seit März 2025 gilt die Asiatische Hornisse in Deutschland offiziell als etabliert.
Wir haben hier in Berlin noch keine asiatische Hornisse gesehen. Bienen und Wespen sind natürlich in unserem Garten - Hornissen eher selten.

Warum invasive Arten den Garten betreffen

Die Asiatische Hornisse ist ein Beispiel dafür, wie sich eingeschleppte Tierarten auf heimische Ökosysteme auswirken können. Sie erbeutet Honigbienen als Proteinquelle für ihren Nachwuchs und erhöht damit den Druck auf ohnehin gefährdete Bestäuberpopulationen. In Frankreich und Spanien sind bereits Ernteschäden dokumentiert, weil die Hornissen reife Früchte anknabbern – besonders Weintrauben sind betroffen.

Für den Hausgarten bedeutet das: Wer Obstbäume oder Blumenbeete pflegt, profitiert davon, invasive Arten frühzeitig zu erkennen. Je schneller neue Vorkommen gemeldet werden, desto gezielter können Behörden reagieren und Nester entfernen lassen, bevor sich die Population weiter ausbreitet. Ein vollständiges Aufhalten der Ausbreitung ist zwar nicht mehr möglich, aber eine Verlangsamung verschafft Zeit für die Entwicklung wirksamerer Methoden.
Erfahren Sie bei uns auch wie man einen insektenfreundlichen Garten ohne Plagegeister anlegen kann.

Keine Verwechslungsgefahr – keine Panik

Einzelne Asiatische Hornissen sind für Menschen nicht gefährlicher als heimische Hornissen oder Honigbienen. Ihr Gift ist nicht toxischer, kann aber bei allergischen Reaktionen problematisch werden. Wichtig: Nester sollte man nicht selbst entfernen, sondern immer Fachleute hinzuziehen. Auch von selbstgebauten Fallen rät der NABU ab – sie sind nicht artspezifisch und töten oft geschützte Insekten wie Wildbienen gleich mit.

Quelle: NABU, Pressemitteilung vom 05.08.2026; NABU-Informationsseite zur Asiatischen Hornisse.

Artikel teilen

Weitere Beiträge aus dem Gartenblog

Zur Übersicht Gartenblog