Keine Pflanzen, keine Erde aus dem Urlaub mitbringen
Die Warnung des Ministeriums richtet sich vor allem an Reisende, die aus Norditalien oder der Südschweiz zurückkehren. In diesen Regionen hat sich der Japankäfer bereits stark ausgebreitet. Das BMLEH rät dringend davon ab, Pflanzen, Erde, Samen oder Rollrasen aus dem Urlaub mitzubringen. Schon ein einziges Weibchen im Gepäck kann genügen, um eine neue Population zu begründen.
Wer vor der Heimreise Koffer, Fahrzeug und Campingausrüstung gründlich kontrolliert, hilft nach Angaben des Ministeriums aktiv dabei, heimische Pflanzen und Ernten zu schützen.
Ein Schädling mit großem Schadpotenzial
Der Japankäfer (Popillia japonica) wurde 2014 erstmals in Europa nachgewiesen und breitet sich seitdem in Süd- und Mitteleuropa aus. Sowohl die Larven als auch die ausgewachsenen Käfer richten Schäden an: Die Engerlinge fressen unterirdisch an Wurzeln und zerstören so Rasenflächen und Beete. Die erwachsenen Käfer befallen Blätter, Blüten und Früchte oberirdisch.
Besonders gefürchtet ist der sogenannte Skelettierfraß. Dabei fressen die Käfer das gesamte Blattgewebe zwischen den Blattadern auf, bis nur noch ein kahles Gerippe übrig bleibt. Bei starkem Befall können ganze Pflanzen absterben. Betroffen sind unter anderem Rosen, Obstbäume, Wein und zahlreiche Gemüsearten – also Pflanzen, die in vielen Hobbygärten stehen.
So gelangt der Käfer nach Deutschland
Die Ausbreitung geschieht häufig unbemerkt. Käfer oder Larven verstecken sich in Blumenerde, in Substraten von Topfpflanzen oder in der Ausrüstung von Campern. Auch im Radkasten eines Autos oder zwischen Zeltplanen können sich die Tiere verbergen. Weil einzelne Käfer nur etwa einen Zentimeter groß sind, werden sie leicht übersehen.
Verdacht melden – so geht es
Wer einen Japankäfer in Deutschland entdeckt oder vermutet, sollte den Fund dem Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes melden. Am besten fotografiert man das Tier oder fängt es vorsichtig ein und verpackt es sicher. Die zuständigen Stellen können anhand der Merkmale – metallisch grüner Körper, kupferfarbene Flügeldecken, fünf weiße Haarbüschel an jeder Körperseite – eine Bestimmung vornehmen und bei Bedarf Maßnahmen einleiten.
Quelle: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), Pressemitteilung Nr. 60/2026 vom 03.07.2026.





