Was der BUND fordert
Konkret verlangt der Umweltverband ein generelles Nachtfahrverbot - von 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang, bundesweit einheitlich im Tierschutzgesetz verankert. Ein Antrag der SPD- und Grünen-Fraktionen im niedersächsischen Landtag geht dem BUND nicht weit genug. "Studien zeigen, dass Mähroboter nachts Igel gefährden. Ein Nachtfahrverbot ist wirksam, notwendig und verhältnismäßig", sagt Tonja Mannstedt, Landesgeschäftsführerin des BUND Niedersachsen. Unverbindliche Appelle an die Hersteller reichten nicht aus.
Warum Igel besonders gefährdet sind
Igel sind keine Fluchttiere. Bei Gefahr rollen sie sich zusammen, statt wegzulaufen - und geraten so direkt in die rotierenden Messer. Die Verletzungen enden häufig tödlich. Hinzu kommt: Bei der Stiftung Warentest (Ausgabe 04/2024) bestand kein einziger Mähroboter alle Sicherheitsprüfungen. Der Europäische Braunbrustigel steht inzwischen auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN.
Kommunen handeln bereits
Mehr als 6.000 Menschen haben eine Online-Petition für ein Nachtfahrverbot unterzeichnet. Einzelne Kommunen wie Göttingen, Hildesheim, Helmstedt und Lüchow-Dannenberg haben schon lokale Regelungen erlassen. "Es ist schwer vermittelbar, wenn Städte praktische Lösungen umsetzen, während auf Bundesebene blockiert wird", so Mannstedt.
Was Gartenbesitzer selbst tun können
Bis es eine bundesweite Regelung gibt, hilft Rücksicht: Lassen Sie den Mähroboter nur tagsüber fahren - am besten am späten Vormittag - und kontrollieren Sie die Fläche vorher kurz auf Tiere. Auch beim Rasen mähen mit Handgerät lohnt es sich, wilde Ecken und höhere Gräser stehen zu lassen.
Wer Igeln darüber hinaus etwas Gutes tun möchte, gestaltet den Garten naturnah und bietet mit Laubhaufen, Reisig und kleinen Durchschlüpfen in Zäunen Unterschlupf. Wie Sie Igel im Garten ansiedeln, lesen Sie in unserem Ratgeber.
Quelle: BUND Niedersachsen - Pressemitteilung "BUND fordert bundesweites Nachtmähverbot" vom 3. März 2026.



