Heidelbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren – Strauchbeeren gehören zu den beliebtesten Obstsorten im heimischen Garten. Das Jahr 2025 war für den Beerenanbau in Deutschland ein besonders gutes: Mit rund 45 700 Tonnen wurde laut Statistischem Bundesamt so viel geerntet wie nie zuvor seit Beginn der Erhebung im Jahr 2012. Das sind gute Nachrichten, auch für alle, die im eigenen Garten Beerensträucher pflegen oder damit liebäugeln.
Wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Ergebnisse und erklären, was Hobbygärtner daraus mitnehmen können.
Deutlich mehr Ertrag trotz leicht geschrumpfter Anbaufläche
Auf einer Fläche von rund 9 000 Hektar wuchsen 2025 deutschlandweit Strauchbeeren – das sind sogar zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Dennoch stieg die Erntemenge um satte 23,5 Prozent. Der Grund: Die Witterung spielte 2025 deutlich besser mit als im Vorjahr. 2024 hatten Spätfröste und Trockenheit den Beerensträuchern stark zugesetzt, sodass die Ernte entsprechend mager ausfiel.
Die Erntezahlen zeigen eindrücklich, wie stark der Ertrag bei Beerensträuchern von der Witterung abhängt. Wer im eigenen Garten vorsorgt – etwa durch Frostschutzvlies im Frühjahr oder eine durchdachte Bewässerung in Trockenperioden – kann die Ernte deutlich stabilisieren.
Kulturheidelbeere bleibt die Nummer eins
Die Kulturheidelbeere war auch 2025 mit Abstand die wichtigste Strauchbeerenart in Deutschland. Rund 38 Prozent der gesamten Anbaufläche und Erntemenge entfielen auf sie. Mit 17 300 Tonnen wurden gut 14 Prozent mehr Heidelbeeren geerntet als im Vorjahr. Und so können Sie Heidelbeeren im Garten pflanzen.
Dahinter folgten Rote und Weiße Johannisbeeren mit 9 300 Tonnen – ein Plus von über 37 Prozent gegenüber 2024. Himbeeren kamen auf 6 200 Tonnen, mussten allerdings einen Rückgang von rund elf Prozent hinnehmen. Besonders auffällig: Die Ernte bei Schwarzen Johannisbeeren hat sich mit 5 900 Tonnen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.
Himbeeranbau unter Dach bleibt stabil
Ein wachsender Anteil der Strauchbeeren wird in Gewächshäusern oder unter hohen Schutzabdeckungen angebaut. 2025 umfasste diese geschützte Fläche rund 590 Hektar, wobei über drei Viertel davon auf Himbeeren entfielen. Der jahrelange Trend zu immer mehr geschütztem Himbeeranbau hat sich allerdings nicht weiter fortgesetzt – die Fläche blieb mit 450 Hektar nahezu konstant.
Auch im Hausgarten lässt sich das Prinzip des geschützten Anbaus nutzen. Ein einfaches Regendach über Himbeeren und Brombeeren schützt die empfindlichen Früchte vor Nässe und beugt so Grauschimmel vor – einer der häufigsten Ursachen für Ernteausfälle bei Beerenobst.
Ökologischer Anbau: Deutlich mehr Ertrag auf weniger Fläche
Besonders erfreulich ist die Entwicklung im ökologischen Beerenanbau. Knapp ein Drittel der gesamten Strauchbeerenfläche wurde 2025 ökologisch bewirtschaftet. Die Anbaufläche ging zwar leicht zurück, doch die Erntemenge stieg gegenüber dem schwachen Vorjahr um beachtliche 43,5 Prozent auf rund 6 000 Tonnen.
Die wichtigsten Kulturen im Bio-Beerenanbau waren Aroniabeeren (870 Hektar Anbaufläche), Kulturheidelbeeren (590 Hektar) und Sanddorn (480 Hektar). Bei den Aroniabeeren fiel die Ernte mit über 1 500 Tonnen fast dreimal so hoch aus wie 2024.
Aroniabeeren und Sanddorn sind robuste, pflegeleichte Sträucher, die sich auch für den naturnahen Hausgarten eignen. Beide Arten kommen ohne Pflanzenschutzmittel aus und bieten mit ihren Blüten und Früchten zugleich Nahrung für Vögel und Insekten.
Was bedeutet das für den eigenen Garten?
Die Rekordernte 2025 zeigt: Beerensträucher sind dankbare Gartenpflanzen, die bei passender Witterung reichlich tragen. Gleichzeitig machen die starken Schwankungen zwischen den Erntejahren 2024 und 2025 deutlich, wie wichtig ein guter Standort und etwas Vorsorge gegen Wetterextreme sind. Wer Beeren im Garten pflanzen möchte, hat mit Kulturheidelbeeren, Johannisbeeren und Himbeeren eine bewährte Auswahl – und mit Aroniabeeren eine spannende, noch wenig verbreitete Alternative.
Mehr Nachrichten in unserem Gartenblog
