Krankheiten und Schädlinge bei Erbsen

Erbsen im Korb
Sind die Erbsen gesund ist mit einer reichen Ernte zu rechnen
Foto: © L.Bouvier

Eine gewissenhafte Unterstützung und Pflege der Pflanzen mit Rankhilfe, regelmäßiger Auflockerung, Düngung und Bewässerung ist unerlässlich für die gute Qualität der Erbsen.
Dennoch sind auch die Hülsenfrüchte nicht gefeit vor Krankheiten und Schädlingen, welche die Pflanze während der gesamten Saison befallen und den Hobbygärtner auf Trab halten können. Wichtig ist daher, bei der Aussaat auf den Anbau resistenter Sorten zu achten und die Pflanzen später regelmäßig auf den Befall von Pilzen, Viren und Insekten zu untersuchen.

Überblick über Erbsenkrankheiten und Erbsenschädlinge

Im Folgenden möhcten wir Ihnen einen Überblick über die Erbsenkrankheiten und Erbsenschädlinge geben. Sie erfahren welche Ursachen sie haben und was man dagegen tun kann.

Pilzinfektionen: der Falsche und der Echte Mehltau

Die von Erbsenzüchtern am meisten gefürchteten Pilzerkrankungen sind der Falsche und der Echte Mehltau. Vor allem bei warmem, schönem Wetter fallen die Pilzsporen unerbittlich über die Pflanzen her. Das Schadbild ist in beiden Fällen unverkennbar: weißer, mehliger Belag beim Echten und gelbe Flecken (sowie grauvioletter Belag auf der Blattunterseite) beim Falschen Mehltau. Zusätzlich verfärben sich die befallenen Hülsen braun und die Pflanzen verkrüppeln. Zur Bekämpfung wird eine tägliche Spritzung mit einer Lösung aus halb Frischmilch halb Wasser empfohlen - das Lecithin macht den Sporen rasch und dauerhaft den Garaus.
Tipp: Eine weit gestellte Fruchtfolge (zeitliche Abfolge der angebauten Pflanzen innerhalb der Vegetationsperiode) kann einem Pilzbefall vorbeugen.

Das Erbsenvirus "Scharfes Adernmosaik"

Zu erkennen ist das Virus durch lichtdurchlässige Flecken, sogenannte "Fenster", auf den Blättern, wobei die Andern aufgehellt sind und sich blasige Gewebewucherungen auf deren Unterseiten bilden. Die Erbsenhülsen wachsen verdreht, verkümmern und zeigen helle Blasen. Übertragen wird diese Pflanzenkrankheit in erster Linie durch die Erbsenblattlaus. Daher muss der Schädling wirksam bekämpft werden, um dem Virus vorzubeugen beziehungsweise es einzudämmen.
Tipp: Früh gesäte Erbsen sind in der Regel reif, bevor das Virus Schaden verursachen kann.

Die Brennfleckenkrankheit

Diese Pflanzenerkrankung wird zumeist mit dem Saatgut übertragen, für eine Weiterverbreitung sorgen Schädlinge und Spritzwasser. Der Erreger verursacht auf den Blättern, Stängeln und Erbsenschoten braune, eingesunkene Flecken, die von einem dunkleren Rand begrenzt sind. In der Mitte befinden sich schwarze Punkte. Die Verwendung von kontrolliertem Bio-Saatgut beugt der Brennfleckenkrankheit wirksam vor, ebenso die Verabreichung von Kupferpräparaten. Zu vermeiden ist eine abendliche Bewässerung. Befallene Pflanzen werden stark zurückgeschnitten und abgefallene Blätter entfernt.
Tipp: Regelmäßig desinfizierte Gartenwerkzeuge schützen vor weiteren Übertragungen.

Erbsenblattlaus und Erbsenkäfer

Die Armee der Erbsenschädlinge wird angeführt von Erbsenblattlaus und Erbsenkäfer. Die Blattlaus siedelt sich in den noch verschlossenen Blättern der Triebspitzen an und verursacht ein verlangsamtes Wachstum, eine Gelbfärbung der Pflanze sowie eine reduzierte Ernte. Vorbeugen kann man dem Befall, indem man die Aussaat nicht unmittelbar neben Ackerbohnen oder Kleesorten vornimmt. Bekämpft werden die Tiere mit Nützlingen wie Schlupfwespen, Larven von Flor- oder Schwebfliegen und Marienkäfern sowie mit insektenpathogenen Pilzen. Beim etwa fünf Millimeter großen, bräunlichen Erbsenkäfer siedeln sich die Larven in den Samenkörnern an, wodurch das Gemüse ungenießbar wird. Vorbeugend ist der Anbau frühblühender Sorten. Bekämpft wird dieser Schädling mit Hitze (betroffenes Saatgut bei 50 Grad für drei bis vier Stunden trocknen). Ist die Pflanze bereits befallen, gilt es, die Ausbreitung zu verhindern (Ranken für einige Tage in die Tiefkühltruhe legen, bevor sie entsorgt werden).
Tipp: Insektenhotel für Nützlinge aufstellen und in Hecken, Laubhaufen und morschen Baumstämmen sowie in Mauernischen Rückzugplätze für Igel und Vögel schaffen, die den Hobbygärtner in seinem Kampf gegen die Schädlinge unterstützen.

[ Zum Seitenanfang ]