Tomaten Anzucht

Kleine Tomaten Pflanzen
Wie kann man Tomaten selber ziehen?
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Selbst gezogene Tomaten aus dem eigenen Garten schmecken bekanntlich am besten. Eine verregnete Saison oder Schädlinge können allerdings jegliche Mühe zunichte machen. Der wichtigste Pflanzenschutz ist demnach, die Anbaubedingungen optimal zu gestalten. Wer die nachfolgenden Tipps beherzigt, kann seine Chancen auf eine reiche Tomatenernte deutlich verbessern.

Wie Tomaten selber ziehen?

Zunächst setzt die Tomaten Anzucht die Gewinnung der Samen voraus, die in einer schleimigen Hülle verpackt sind. In dieser Hülle sind Stoffe anzutreffen, die dem Keimen der Pflanze entgegenstehen. Deshalb muss die Hülle restlos entfernt werden, etwa indem die 30 bis 40 Samen mit Hilfe eines Löffels zusammengeschabt werden. Sehr gut lösen sich die Samen vom Fruchtfleisch innerhalb von zwei Tagen in einem Glas voll Wasser. Anschließend werden die Samen mit Küchenpapier getrocknet sowie verschlossen gelagert. Auf diese Weise können die Samen bis zu 5 Jahren aufbewahrt werden.

Ab Anfang März können 2 bis 3 Samenkörner in kleine Töpfe ausgesät und mit einer Folienabdeckung auf eine sonnige, warme Sonnenbank gestellt werden. Nach etwa 2 Monaten wird die Pflanze in einen größeren Pflanzentopf pikiert und mindestens bis zum Ansatz der Keimblätter in die Erde gesetzt. Wird Blumenerde verwendet, sollte diese möglichst torffrei sein.

Standort und Bodenansprüche für den Tomatenanbau

Da Tomaten keinen Frost vertragen, sollte das Auspflanzen ins Freie nicht vor den Eisheiligen am 20. Mai erfolgen. Ein früherer Pflanztermin ist nur im unbeheizten Gewächshaus denkbar. Gewünscht ist ein Boden, welcher reichlich mit Mist oder gut verrottetem Kompost angereichert ist. Nur so kommt die Tomatenpflanze an genügend Nährstoffe und Spurenelemente. Eine Besonderheit gegenüber anderen Gemüsepflanzen ist, dass Tomaten mehrere Jahre am selben Platz im Garten stehen können. Jedenfalls sollte kein Mangel an Kalk herrschen, zumal ein versauerter Boden Krankheiten fördern kann. Der Standort sollte windgeschützt, sonnig und warm sein. Zudem sind die Tomaten vor Regen zu schützen, da sie bei Nässe der berüchtigten Braun- oder Krautfäule ideale Bedingungen bieten.

Pflanzung und Pflege der Tomaten

Für die Freilandkultur im Mai sollten Tomatenpflanzen nicht weniger als drei Blüten besitzen und eine Größe von ungefähr 20 bis 25 cm aufweisen. Tomaten schmecken besser, wenn sie viel Platz zum Wachsen haben, weil sie hierbei mehr Zucker bilden. Optimal sind etwa 2,5 Pflanzen je Quadratmeter. Beim Pflanzen sollte ½ bis ¾ des Stiels möglichst schräg in die Erde eingesetzt werden. So kann sich ein starker Wurzelballen bilden. Vermengt wird das Pflanzloch mit Tomatendünger, Kompost, Urgesteinsmehl und, falls vorhanden, etwas Holzasche. Im Anfangsstadium benötigen die Pflanzen viel Wasser. Im Garten sollten sie durchdringend und lediglich einmal die Woche am Fuße gegossen werden. Nie warten, bis der Boden komplett ausgetrocknet ist. Das Wasser darf hierbei nicht in Kontakt mit den Blättern geraten, da dies einen Pilzbefall begünstigen würde. In den ersten Wochen bis etwa Ende Juni ist alle 14 Tage eine Düngung mit Brennesseljauche (verdünnt im Verhältnis 1:20) zu empfehlen. Ab Juli kann verdünnte Beinwelljauche (1:20) zum Einsatz kommen. Mit Ausnahme der Buschtomaten benötigen Tomaten eine Rankhilfe. Praktisch sind hierbei Spiralstäbe aus Aluminium oder Edelstahl. Eine essentielle Pflegemaßnahme stellt das sogenannte Ausgeizen dar: Hierunter ist das regelmäßige Ausbrechen der Seitentriebe zu verstehen, welche in den Blattachseln wachsen. Dadurch gedeihen und reifen die Früchte größer und besser. Profis setzen ferner auf Trillern. Hierbei wird mit einer elektrischen Zahnbürste durch Vibration die Bestäubung ausgelöst - analog der Flügelschlagen und Summen der Bienen.
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