
Sorten, Wuchsformen und Pflege von Apfel, Kirsche, Pflaume, Birne und mehr.
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Obst aus dem eigenen Garten schmeckt anders als Supermarktware. Wer schon einmal einen sonnengereiften Apfel direkt vom Baum gepflückt hat, weiß das. Die Sortenvielfalt ist ein weiterer Grund, sich einen Obstgarten anzulegen: Während im Handel kaum mehr als fünf oder sechs Apfelsorten angeboten werden, stehen dem Hobbygärtner Hunderte zur Auswahl - darunter viele alte, robuste Sorten mit einem Aroma, das es so nicht zu kaufen gibt. In unserem Garten stehen Apfelbäume sowie Stachelbeer-, Himbeer- und Johannisbeersträucher, ergänzt durch Erdbeeren. Auch auf rund 200 Quadratmetern mit sandigem Boden lässt sich also eine beachtliche Auswahl an Obst anbauen.
Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Obstgarten von der Planung bis zur Pflege richtig angehen - ob Sie einzelne Sträucher setzen oder einen ganzen Obstgarten anlegen möchten.
Bevor der erste Baum in die Erde kommt, lohnt sich ein Blick auf den Gartenplan. Eine einfache Skizze reicht aus: Tragen Sie bestehende Beete, Rasenflächen, Wege und Sitzplätze ein und schauen Sie, wo noch Platz ist. Als grobe Orientierung empfehlen Gartenplaner, etwa ein Drittel der Gartenfläche für Obst einzukalkulieren. Bei einem 200-Quadratmeter-Garten wären das rund 65 Quadratmeter - genug für zwei bis drei Obstbäume als Buschform und mehrere Beerensträucher.
Achten Sie bei der Planung auf die Lichtverhältnisse. Obstbäume brauchen möglichst viel Sonne, um süße Früchte auszubilden. Beerensträucher wie Johannisbeeren oder Stachelbeeren vertragen dagegen auch einen halbschattigen Standort. Platzieren Sie hohe Bäume so, dass sie den Gemüsegarten und die Beete nicht beschatten - ein Fehler, der sich erst nach Jahren bemerkbar macht, wenn die Krone ausgewachsen ist.
Die meisten Obstbäume und Beerensträucher bevorzugen einen tiefgründigen, humosen Boden mit gutem Wasserabzug. Staunässe vertragen fast alle Obstgehölze schlecht - die Wurzeln beginnen zu faulen und der Baum kümmert.
Obstbäume und Beerensträucher werden am besten im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr gepflanzt - solange der Boden frostfrei ist. In dieser Phase ruht die Vegetation und die Pflanzen können sich auf das Wurzelwachstum konzentrieren.
Wurzelnackte Gehölze, also Bäume und Sträucher ohne Erdballen, sind deutlich günstiger als Containerware und werden ausschließlich in der laublosen Zeit zwischen Oktober und März angeboten. Sie müssen zügig nach dem Kauf gepflanzt werden, da die feinen Wurzeln schnell austrocknen. Containerware lässt sich zwar ganzjährig pflanzen, doch auch hier gilt: Je früher im Jahr, desto besser. Denn sobald sich im Frühling die Blätter entfalten, steigt der Wasserbedarf sprunghaft an. Hat der Baum bis dahin noch kein stabiles Wurzelwerk ausgebildet, kann er trotz regelmäßiger Bewässerung nur schlecht Wasser und Nährstoffe aufnehmen.
Apfelbäume sind die mit Abstand beliebtesten Obstbäume in deutschen Gärten, gefolgt von Kirschen, Pflaumen und Birnen. Wer sich für eine alte Sorte wie Boskop, Cox Orange oder Kaiser Wilhelm entscheidet, bekommt nicht nur aromatische Früchte, sondern auch robustere Bäume, die mit weniger Pflanzenschutz auskommen als viele moderne Züchtungen.
Entscheidend für den Hausgarten ist die Wuchsform, denn sie bestimmt den Platzbedarf:
Viele Apfel- und Birnensorten sind Fremdbefruchter. Sie benötigen eine zweite Sorte in der Nähe, die zur gleichen Zeit blüht, damit die Bestäubung klappt und sich Früchte bilden. Das gilt auch für die meisten Süßkirschen. Sauerkirschen und Pflaumen sind dagegen oft selbstfruchtbar. Wer nur Platz für einen einzigen Baum hat, kann auf selbstfruchtbare Sorten zurückgreifen oder einen sogenannten Familienbaum pflanzen, auf den mehrere Sorten aufveredelt sind.






Beerensträucher gehören in jeden Obstgarten, auch in den kleinsten. Sie brauchen wenig Platz, tragen oft schon im ersten oder zweiten Jahr nach der Pflanzung und lassen sich unkompliziert pflegen. In unserem Garten stehen Stachelbeer-, Himbeer- und Johannisbeersträucher, die uns seit Jahren zuverlässig versorgen.









Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Eckdaten für gängige Obstarten im Hausgarten. So sehen Sie auf einen Blick, welche Arten zu Ihrem Garten passen.
| Obstart | Pflanzabstand | Standort | Erste Ernte nach | Befruchtung |
|---|---|---|---|---|
| Apfelbaum (Busch) | 2-3 m | sonnig | 2-4 Jahren | Fremdbefruchter |
| Apfelbaum (Hochstamm) | 8-10 m | sonnig | 4-7 Jahren | Fremdbefruchter |
| Birnbaum | 3-5 m | sonnig, warm | 4-6 Jahren | Fremdbefruchter |
| Süßkirsche | 5-8 m | sonnig, geschützt | 3-5 Jahren | meist Fremdbefruchter |
| Sauerkirsche | 3-5 m | sonnig bis halbschattig | 2-4 Jahren | oft selbstfruchtbar |
| Pflaume / Zwetschge | 3-5 m | sonnig | 3-5 Jahren | teils selbstfruchtbar |
| Himbeeren | 40-50 cm (Reihe) | sonnig bis halbschattig | 1-2 Jahren | selbstfruchtbar |
| Johannisbeeren | 1,5-2 m | halbschattig möglich | 1-2 Jahren | selbstfruchtbar |
| Stachelbeeren | 1,5-2 m | halbschattig möglich | 1-2 Jahren | selbstfruchtbar |
| Brombeeren | 2-3 m | sonnig | 1-2 Jahren | selbstfruchtbar |
| Heidelbeeren | 1-1,5 m | sonnig, saurer Boden! | 2-3 Jahren | besser paarweise |
| Erdbeeren | 25-30 cm | sonnig | wenige Monate | selbstfruchtbar |
Ein Obstbaum wächst zwar auch ohne viel Zutun, doch mit etwas Pflege steigen Ertrag und Fruchtqualität erheblich.
Einige Fehler schleichen sich beim Anlegen eines Obstgartens immer wieder ein. Wer sie kennt, spart sich Ärger und Enttäuschungen:
Auch wer nur einen kleinen Garten oder einen Balkon hat, muss auf eigenes Obst nicht verzichten. Säulenobst wächst schmal und aufrecht auf nur etwa 30 bis 50 Zentimeter Breite und wird zwei bis drei Meter hoch. Mehrere Säulenbäume lassen sich in einer Reihe als Obsthecke pflanzen - das spart Platz und liefert trotzdem verschiedene Sorten.
Eine andere Möglichkeit ist Spalierobst: Obstbäume, die an einem Drahtgerüst oder Gitter an einer sonnigen Hauswand gezogen werden. Spaliere brauchen kaum Grundfläche und profitieren von der Wärmeabstrahlung der Wand, was vor allem wärmeliebenden Arten wie Birne, Pfirsich oder Weinrebe zugutekommt.
Für den Balkon eignen sich Zwergobstbäume in großen Kübeln. Wichtig ist hier ein sonniger Standort und ein ausreichend großes Gefäß mit guter Drainage. Im Winter sollten die Kübel an einen geschützten, frostfreien Ort gestellt werden, etwa in einen unbeheizten Keller oder an die Hauswand, eingepackt in Vlies oder Jutesäcke.
In unseren ausführlichen Ratgebern finden Sie weiterführende Informationen zu Obstbäumen, Obststräuchern und Beerenobst sowie Tipps zur Verwertung von Fallobst.