
Tomaten pflanzen auf dem Balkon
Im Kübel oder Topf zur eigenen Tomatenernte - so klappt es auf dem Balkon.
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Frische Tomaten, knackige Radieschen oder aromatische Kräuter - auch ohne eigenen Garten lässt sich auf dem Balkon eine erstaunliche Vielfalt an Gemüse anbauen. Schon wenige Quadratmeter reichen aus, um den Speiseplan mit selbst gezogenem Gemüse zu bereichern. Wir erklären, welche Gemüsesorten sich für den Balkonanbau eignen, worauf Sie bei Gefäßen und Erde achten sollten und wie Sie auch auf kleinem Raum eine gute Ernte erzielen.
Nicht jede Gemüsesorte fühlt sich in Töpfen und Kübeln wohl. Gut geeignet sind kompakt wachsende Sorten, die mit begrenztem Wurzelraum zurechtkommen und trotzdem zuverlässig Ertrag bringen. Auf unserem eigenen Balkon haben wir auch schon Paprika ausprobiert - mit eher ernüchterndem Ergebnis: Die Früchte blieben klein, schmeckten fade und viel geerntet haben wir auch nicht. Deutlich dankbarer und ertragreicher waren Cherrytomaten, die wir seitdem jedes Jahr wieder anbauen.
Gemüse für sonnige Balkone (Süd- oder Westseite) Sonnige Balkone mit mindestens fünf bis sechs Stunden direkter Sonne täglich bieten die besten Voraussetzungen für wärmeliebendes Gemüse:
Gemüse für halbschattige und schattige Balkone Auch ein Nord- oder Ostbalkon mit nur wenigen Stunden Sonne lässt sich zum Gemüseanbau nutzen. Diese Sorten kommen mit weniger Licht zurecht:
Das Pflanzgefäß beeinflusst, wie gut Gemüse auf dem Balkon gedeiht. Entscheidend sind vor allem die Größe, das Material und eine funktionierende Drainage.
Wie groß müssen Töpfe und Kübel sein? Als Faustregel gilt: Je größer das Gefäß, desto besser. In größeren Töpfen trocknet die Erde weniger schnell aus und die Pflanzen haben mehr Wurzelraum. Für Tomaten, Paprika, Zucchini und Auberginen sollten es mindestens 10 bis 20 Liter Erdvolumen sein. Salate, Radieschen und Kräuter kommen auch in flacheren Kästen mit 15 bis 20 cm Tiefe zurecht.
Welches Material eignet sich? Ton und Terrakotta sehen zwar schön aus, trocknen aber schneller aus als Kunststoff und sind zudem schwer - was bei der Traglast des Balkons eine Rolle spielen kann. Kunststofftöpfe halten die Feuchtigkeit besser, heizen sich bei direkter Sonne allerdings stärker auf. Stofftöpfe (sogenannte Grow Bags) sind leicht, faltbar und sorgen für gute Durchlüftung der Wurzeln.
Kreative Pflanzideen für wenig Platz Wer den begrenzten Platz auf dem Balkon ausnutzen möchte, kann in die Höhe gärtnern: Pflanzentreppen und Blumenregale bieten auf kleiner Grundfläche Platz für mehrere Töpfe. Balkon-Hochbeete mit integriertem Rankgitter eignen sich für Tomaten oder Bohnen. Hängeampeln und Balkonkastenhalter nutzen den Raum am Geländer, etwa für Erdbeeren, Pflücksalat oder hängende Tomatensorten. Auch umfunktionierte Gefäße wie stabile Holzkisten (innen mit Folie ausgekleidet), Pflanzsäcke oder alte Zinkwannen lassen sich verwenden, solange das Wasser abfließen kann.
Die Erde im Topf muss mehr leisten als im Gartenbeet, denn sie ist der einzige Nährstofflieferant für die Pflanzen und muss gleichzeitig Wasser speichern, ohne sich zu verdichten.
Welche Erde für Balkongemüse? Normale Gartenerde ist für Töpfe ungeeignet, da sie zu stark verdichtet und die Drainage verschlechtert. Besser eignet sich hochwertige Gemüseerde oder eine Mischung aus Kompost, Kokossubstrat und Perlite. Wer torffreie Erde verwendet, tut gleichzeitig etwas für den Moorschutz.
Richtig düngen auf dem Balkon Da die Nährstoffe im Topf begrenzt sind, braucht Balkongemüse regelmäßige Düngung. Starkzehrer wie Tomaten, Paprika, Zucchini und Gurken benötigen ab der Blüte alle ein bis zwei Wochen einen flüssigen Gemüsedünger oder organischen Tomatendünger. Salate, Radieschen und Kräuter kommen mit weniger Düngung aus. Bei ihnen reicht eine Grunddüngung mit Kompost oder Hornspänen beim Einpflanzen meist für die gesamte Saison.
Vorziehen auf der Fensterbank Ab Februar bis März können Tomaten, Paprika, Chili und Auberginen auf der Fensterbank vorgezogen werden. Die Samen keimen bei Zimmertemperatur in Anzuchterde. Sobald die Keimlinge das erste echte Blattpaar zeigen, werden sie in größere Töpfe pikiert. Bis Mitte Mai (nach den Eisheiligen) bleiben sie im Haus und ziehen dann auf den Balkon um.
Direktsaat auf dem Balkon Ab April bis Mai können Radieschen, Salate, Spinat und Bohnen direkt in die Balkonkästen oder Kübel gesät werden. Radieschen und Pflücksalat lassen sich bis August immer wieder nachsäen, sodass die ganze Saison über frisches Gemüse bereitsteht. Frostempfindliche Gemüsesorten wie Tomaten, Paprika, Zucchini und Bohnen dürfen erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) dauerhaft ins Freie. Bei Spätfrost hilft es, die Pflanzen abends mit einem Vlies abzudecken.
Richtig gießen Auf dem Balkon trocknet die Erde in Töpfen deutlich schneller aus als im Beet. An heißen Sommertagen kann es nötig sein, morgens und abends zu gießen. Gießen Sie am besten frühmorgens, damit die Blätter bis zum Abend abtrocknen und Pilzkrankheiten weniger Angriffsfläche haben. Direkt an die Wurzeln gießen, nicht über die Blätter. Wer im Sommer häufiger verreist oder das tägliche Gießen vereinfachen möchte, kann auf Töpfe mit integriertem Wasserreservoir zurückgreifen. Auch einfache Bewässerungskegel aus Ton, die in eine Wasserflasche gesteckt werden, halten die Erde mehrere Tage feucht.
Windschutz und Temperatur Auf Balkonen in höheren Stockwerken ist es oft windiger als in Gärten. Wind trocknet die Pflanzen zusätzlich aus und kann empfindliche Gemüsepflanzen beschädigen. Rankgitter mit Kletterpflanzen, ein leichter Paravent oder das gezielte Aufstellen größerer Kübel als Windbrecher können helfen. An heißen Tagen können sich dunkle Töpfe in der prallen Sonne stark aufheizen, was die Wurzeln schädigt. Helle Übertöpfe oder das Umstellen in den Halbschatten während Hitzeperioden schaffen Abhilfe.
Auch auf dem Balkon profitieren Gemüsepflanzen davon, wenn sie mit passenden Nachbarn zusammenstehen. Tomaten vertragen sich gut mit Basilikum, Petersilie und Salat. Bohnen und Bohnenkraut sind klassische Partner. Kapuzinerkresse neben Gemüse kann Blattläuse von den Nutzpflanzen ablenken.
Einige Fehler wiederholen sich beim Gemüse anpflanzen auf dem Balkon immer wieder. Wer sie kennt, spart sich Frust und steigert den Ertrag: