
Erbsen anbauen ist recht einfach! Aussaat, Rankhilfe und Pflege im Beet.
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Frisches Gemüse aus dem eigenen Garten schmeckt anders als aus dem Supermarkt - aromatischer, knackiger und ohne Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Wer zum ersten Mal einen Gemüsegarten anlegen möchte, steht allerdings vor einigen Fragen: Wie viel Platz brauche ich? Welcher Standort eignet sich? Und mit welchen Gemüsesorten gelingt der Einstieg?
Wir zeigen Schritt für Schritt, wie Sie Ihren Gemüsegarten planen, anlegen und pflegen - von der Standortwahl über die Bodenvorbereitung bis zur ersten Ernte.
Der häufigste Anfängerfehler: zu viel auf einmal wollen. Ein Gemüsebeet von drei bis fünf Quadratmetern reicht für den Einstieg aus und lässt sich gut überblicken. Auf dieser Fläche wachsen bereits Salat, Radieschen, Kräuter und ein paar Tomatenpflanzen. Wer nach dem ersten Jahr Lust auf mehr hat, kann die Fläche schrittweise vergrößern. Für eine regelmäßige Versorgung mit frischem Gemüse rechnet man grob mit 10 bis 20 Quadratmetern pro Person - je nachdem, was angebaut wird und wie viel Gemüse tatsächlich auf dem Speiseplan steht.
Klein anfangen hat noch einen Vorteil: Sie lernen Ihren Boden und die Lichtverhältnisse im Garten erst einmal kennen, bevor Sie größere Flächen bepflanzen. Bei uns im Garten haben wir beispielsweise nach und nach herausgefunden, welche Ecken sich für Tomaten eignen und wo der sandige Boden besondere Aufmerksamkeit braucht.
Gemüsepflanzen brauchen Sonne. Die meisten Arten - allen voran Tomaten, Paprika, Gurken und Zucchini - benötigen mindestens fünf bis sechs Stunden direkte Sonneneinstrahlung am Tag. Salate, Spinat und einige Kohlarten kommen auch mit Halbschatten zurecht. Bei der Standortwahl sollten Sie auf folgende Punkte achten:
Guter Boden ist die Grundlage für gesundes Gemüse. Bevor Sie mit dem Anlegen der Beete beginnen, lohnt sich ein Blick auf die Beschaffenheit des vorhandenen Bodens. Sandige Böden sind locker und erwärmen sich im Frühling schnell, was vielen Gemüsepflanzen zugutekommt. Gleichzeitig speichern sie Wasser und Nährstoffe schlecht - beides versickert rasch. Schwere, lehmige Böden halten Feuchtigkeit und Nährstoffe zwar gut, sind aber oft verdichtet und erwärmen sich langsamer.
Für den Gemüsegarten gibt es verschiedene Beetformen, die jeweils eigene Vor- und Nachteile haben.
Das Flachbeet ist die einfachste und gebräuchlichste Variante. Es wird direkt im gewachsenen Boden angelegt, indem eine Rasenfläche abgestochen und der Boden gelockert wird. Bewährt hat sich eine Beetbreite von 1,20 Metern - so kommen Sie von beiden Seiten bequem an alle Pflanzen, ohne auf das Beet treten zu müssen. Die Länge können Sie frei wählen. Zwischen den Beeten sollten Wege von mindestens 40 Zentimetern Breite eingeplant werden. Rindenmulch, Kies oder einfache Trittplatten verhindern, dass die Wege bei Regen matschig werden.
Ein Hochbeet bietet Anfängern mehrere Vorteile: Die erhöhte Position schont den Rücken, die Füllung aus verschiedenen Schichten liefert reichlich Nährstoffe und die Erde erwärmt sich im Frühjahr schneller als im Flachbeet. Gerade auf Böden mit schlechter Qualität oder bei wenig Platz ist ein Hochbeet eine gute Wahl. Mehr zum Thema finden Sie in unserem Ratgeber Hochbeet selber bauen.
Neben Flachbeet und Hochbeet gibt es weitere Varianten:
Wenn Standort und Beetform feststehen, kann es losgehen. Am besten legen Sie das Beet im Herbst oder zeitigen Frühjahr an, damit der Boden sich setzen kann.
Ausführlichere Hinweise zur Beetvorbereitung im Frühjahr finden Sie in unserem Artikel Gemüsebeet fürs Frühjahr vorbereiten.
Nicht jede Gemüseart ist gleich anspruchsvoll. Für den Einstieg empfehlen sich robuste Sorten, die auch kleine Pflegefehler verzeihen und trotzdem eine ordentliche Ernte liefern. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:
| Gemüseart | Aussaat / Pflanzung | Standort | Schwierigkeit | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Radieschen | März - September (Direktsaat) | Sonne bis Halbschatten | Sehr leicht | Ernte schon nach 4 - 6 Wochen |
| Pflücksalat | März - August (Direktsaat) | Sonne bis Halbschatten | Sehr leicht | Laufend ernten, mehrfach nachsäen |
| Zucchini | Ab Mitte Mai (Jungpflanzen) | Volle Sonne | Leicht | Viel Platz einplanen (ca. 1 m²) |
| Buschbohnen | Mitte Mai - Juni (Direktsaat) | Volle Sonne | Leicht | Erst nach den Eisheiligen säen |
| Erbsen | März - April (Direktsaat) | Sonne | Leicht | Brauchen eine Rankhilfe |
| Möhren | März - Juni (Direktsaat) | Sonne | Mittel | Keimt langsam, Geduld nötig |
| Kohlrabi | März - Juli (Jungpflanzen) | Sonne | Leicht | Schnelle Ernte, unkompliziert |
| Tomaten | Ab Mitte Mai (Jungpflanzen) | Volle Sonne, regengeschützt | Mittel | Ausgeizen nicht vergessen - Am besten verschiedene Sorten anbauen! |
| Paprika | Ab Mitte Mai (Jungpflanzen) | Volle Sonne, warm | Mittel | Braucht viel Wärme |
| Zwiebeln | März - April (Steckzwiebeln) | Sonne | Leicht | Einfach als Steckzwiebel setzen |
| Kartoffeln | April - Mai (Pflanzkartoffeln) | Sonne | Leicht | Anhäufeln nicht vergessen |
Für Anfänger bewährt sich eine Kombination: Setzen Sie auf zwei bis drei leichte Arten für schnelle Erfolgserlebnisse und probieren Sie zusätzlich ein oder zwei anspruchsvollere Sorten aus.
Unser Tipp: Wir bauen seit einigen Jahren Tomaten in Kübeln an - mit gutem Erfolg. Bei Kohlrabi und Paprika sah es weniger erfreulich aus: Die Ernte fiel mager aus und geschmacklich konnte das Ergebnis nicht überzeugen. Manchmal muss man einfach ausprobieren, was am eigenen Standort funktioniert und was nicht.
Die Entscheidung hängt von der Gemüseart und Ihrer Geduld ab. Radieschen, Möhren, Erbsen, Bohnen und Salat lassen sich problemlos direkt ins Beet säen. Tomaten, Paprika, Gurken und Zucchini dagegen brauchen einen langen Vorsprung: Entweder Sie ziehen die Pflanzen ab Februar auf der Fensterbank oder im Frühbeet vor oder Sie kaufen im Mai fertige Jungpflanzen im Gartencenter. Gerade für Einsteiger ist der Kauf von Jungpflanzen bei wärmeliebenden Arten sinnvoll. Das spart Zeit und die Pflanzen sind bereits kräftig genug für den Umzug ins Freiland. Tipps zum Frühbeet finden Sie in unserem Artikel Frühbeet anlegen.
In der Mischkultur werden verschiedene Gemüsearten bewusst nebeneinander gepflanzt. Die Idee dahinter: Bestimmte Pflanzenkombinationen fördern sich gegenseitig, während andere sich eher behindern. Mischkultur kann den Befall durch Schädlinge verringern, die Bodengesundheit fördern und den vorhandenen Platz im Beet ausnutzen.
Bewährte Kombinationen sind:
Weniger gut vertragen sich Pflanzen aus derselben Familie nebeneinander - zum Beispiel Tomaten und Kartoffeln (beide Nachtschattengewächse) oder Gurken und Zucchini (beide Kürbisgewächse). Auch Bohnen und Zwiebeln oder Knoblauch sollten nicht direkt nebeneinander stehen, da die Zwiebelpflanzen die Knöllchenbakterien der Bohnen hemmen.
Wer jedes Jahr dieselben Gemüsearten an derselben Stelle anbaut, laugt den Boden einseitig aus und begünstigt Krankheiten und Schädlinge. Ein einfacher Fruchtwechsel beugt dem vor.
Das Grundprinzip: Gemüsepflanzen werden nach ihrem Nährstoffbedarf in drei Gruppen eingeteilt:
Ein einfaches Rotationsschema für drei Beete funktioniert so: Im ersten Jahr wachsen auf Beet 1 die Starkzehrer, auf Beet 2 die Mittelzehrer und auf Beet 3 die Schwachzehrer. Im zweiten Jahr rückt alles um eine Position weiter: Die Starkzehrer wandern auf das ehemalige Schwachzehrer-Beet (das sich erholt hat), die Mittelzehrer auf das Ex-Starkzehrer-Beet und die Schwachzehrer auf das Mittelzehrer-Beet. Erbsen und Bohnen hinterlassen dank ihrer Knöllchenbakterien Stickstoff im Boden. Nach einer Saison mit diesen Schwachzehrern eignet sich das Beet daher besonders gut für Starkzehrer im Folgejahr.
Um die Beete über die gesamte Gartensaison zu nutzen, lässt sich die Anbauzeit in drei Abschnitte einteilen:
Durch diese Abfolge können Sie ein und dasselbe Beet bis zu dreimal im Jahr bepflanzen - vorausgesetzt, Sie achten darauf, dass die Pflanzen aus unterschiedlichen Pflanzenfamilien stammen.
Gemüsepflanzen brauchen regelmäßig Wasser - besonders in der Wachstumsphase und während der Fruchtbildung. Auf sandigen Böden ist das Gießen noch einmal wichtiger, weil das Wasser schnell versickert. Bewährt hat sich das Gießen am frühen Morgen. Dann verdunstet weniger Wasser als in der Mittagshitze, und die Blätter trocknen über den Tag ab, was Pilzkrankheiten vorbeugt. Gießen Sie dabei immer direkt an die Wurzel und nicht über die Blätter. Nasses Laub bei Sonnenschein kann zu Verbrennungen führen, und dauerhaft feuchte Blätter fördern Mehltau und andere Pilze. Eine Mulchschicht aus Grasschnitt, Stroh oder gehäckseltem Laub hält den Boden feucht, unterdrückt Unkraut und liefert beim Verrotten zusätzliche Nährstoffe. Auf sandigem Boden ist Mulchen besonders sinnvoll, weil es die Verdunstung deutlich reduziert.
Einige Fehler wiederholen sich bei Gartenanfängern immer wieder. Wer sie kennt, kann sie leicht umgehen:
Frisch geerntetes Gemüse schmeckt am besten, wenn es zeitnah verarbeitet wird. Viele Arten wie Salat, Tomaten und Radieschen lassen sich roh genießen. Andere wie Bohnen, Kartoffeln und Zucchini kommen gekocht, gebraten oder als Suppe auf den Tisch. Und wer zu viel erntet, kann Gemüse einfrieren, einmachen oder einlegen - so hält die Ernte auch über den Winter. Bei uns finden Sie auch einige leckere Rezeptideen, zum Beispiel unsere Karotten Rezepte und Kohlrabi Rezepte.
Auch ohne Garten muss niemand auf frisches Gemüse verzichten. Viele Sorten lassen sich in Kübeln und Balkonkästen anbauen - darunter Tomaten, Paprika, Pflücksalat, Radieschen und zahlreiche Kräuter. Voraussetzung ist ein sonniger Balkon und ausreichend große Gefäße. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber Gemüse auf dem Balkon anbauen.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Anlegen und Pflegen Ihres Gemüsegartens - und eine reiche erste Ernte!