Kohlrabi im Garten anbauen: Aussaat, Pflege und Ernte für eine reiche Gemüseernte

Kohlrabi anbauen im Garten
Kohlrabi anbauen im Garten - Foto: © sad dogg design - stock.adobe. com

Kohlrabi zählt zu den vielseitigsten und dankbarsten Gemüsearten im heimischen Garten. Das knackige Kohlgewächs überzeugt nicht nur durch seinen milden, nussigen Geschmack, sondern auch durch seine unkomplizierte Kultivierung. Vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein können Sie kontinuierlich frische Knollen ernten – ein echter Gewinn für jeden Gemüsegarten.

Hier finden Sie eine umfassende Anleitung für den erfolgreichen Kohlrabi-Anbau, von der Aussaat bis zur Ernte, inklusive bewährter Tipps für optimale Ergebnisse.

Was ist Kohlrabi?

Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes) gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist eng mit Weißkohl, Blumenkohl und Brokkoli verwandt. Das Besondere an diesem Gemüse ist die verdickte Sprossachse oberhalb der Erde, die als „Knolle“ bezeichnet wird und den essbaren Teil darstellt. Im Gegensatz zu anderen Kohlarten bildet Kohlrabi keinen geschlossenen Kopf, sondern entwickelt diese charakteristische, rundliche Verdickung.

Sortenvielfalt für jeden Geschmack:

Kohlrabi ist in verschiedenen Varianten erhältlich, die sich sowohl optisch als auch geschmacklich unterscheiden:

Weiße Sorten zeichnen sich durch ihre hellgrüne bis weißliche Schale und ihren besonders milden, zarten Geschmack aus. Bewährte Sorten sind:

  • Frühweiß: Ideal für frühe Aussaaten, schnell wachsend
  • Lanro: Besonders zart und mild, gut lagerfähig
  • Trero: Widerstandsfähig gegen Schädlinge, gleichmäßiger Wuchs
  • Velko: Späte Sorte, auch für Herbstanbau geeignet

Violette Sorten bestechen durch ihre kräftige, blauviolette Färbung und haben einen etwas intensiveren, würzigeren Geschmack:

  • Azur Star: Leuchtend violett, sehr gleichmäßige Knollen
  • Blaro: Robuste Sorte, besonders für den Spätsommer geeignet

Hinweis:
Sowohl weiße als auch violette Sorten haben identische Anbauansprüche. Die Farbwahl ist reine Geschmackssache, wobei violette Sorten oft als optisches Highlight im Garten geschätzt werden

Richtige Anbaufläche wählen: Boden & Standort

Lichtverhältnisse:
Kohlrabi bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit mindestens vier bis sechs Stunden direkter Sonneneinstrahlung täglich. Bei zu wenig Licht entwickeln sich die Knollen langsamer und bleiben kleiner. Vollschatten sollte vermieden werden, da dies zu schwächlichem Wachstum und erhöhter Anfälligkeit für Krankheiten führt.

Klimatische Bedingungen:
Als robustes Gemüse verträgt Kohlrabi kühlere Temperaturen deutlich besser als Hitze. Ideale Wachstumstemperaturen liegen zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Bei anhaltend hohen Temperaturen über 25 Grad neigen die Knollen zum Verholzen und werden ungenießbar hart.

Bodenbeschaffenheit und Vorbereitung

Der ideale Kohlrabi-Boden:
Kohlrabi gedeiht am besten in einem lockeren, humusreichen und gut durchlässigen Boden mit einem leicht alkalischen pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5. Schwere, verdichtete Böden sollten vor der Pflanzung durch das Einarbeiten von Kompost oder gut verrottetem Mist aufgelockert werden.

Bodenvorbereitung Schritt für Schritt:
  • Bereich etwa 20 cm tief umgraben und von Unkraut befreien
  • 3-4 Liter gut verrotteten Kompost pro Quadratmeter einarbeiten
  • Bei schwerem Lehmboden zusätzlich Sand oder Perlite untermischen
  • Pflanzfläche mit dem Rechen glätten und leicht verdichten

Tipp:
Kohlrabi gehört zu den Starkzehrern und benötigt nährstoffreiche Erde. Eine Gründüngung im Herbst vor der Pflanzung oder das Einarbeiten von Kompost verbessert die Bodenstruktur nachhaltig.

Fruchtfolge beachten:
Da Kohlrabi zu den Kreuzblütlern gehört, sollten Sie eine dreijährige Anbaupause einhalten, bevor Sie auf derselben Fläche wieder Kohl, Radieschen, Rettich oder andere Kreuzblütler anbauen. Gute Vorfrüchte sind Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Bohnen, die den Boden mit Stickstoff anreichern.

Aussaat und Pflanzung: Der richtige Zeitpunkt

Kohlrabi ermöglicht durch gestaffelte Aussaaten eine kontinuierliche Ernte von Mai bis Oktober. Die verschiedenen Anbaumethoden bieten flexible Möglichkeiten für jeden Gärtnertyp.

Direktsaat im Freiland

Zeitpunkt: Ab Mitte April bis Ende Juli, alle 2-3 Wochen für kontinuierliche Ernte

Vorgehensweise:

  • Saatrillen etwa 1-2 cm tief ziehen
  • Samen im Abstand von 2-3 cm aussäen
  • Reihenabstand: 25-30 cm
  • Nach dem Aufgang auf 20-25 cm Abstand vereinzeln
  • Erde gleichmäßig feucht halten

Vorkultur auf der Fensterbank

Zeitpunkt: Ab März in warmen Räumen möglich

Für eine frühere Ernte können Sie Kohlrabi ab März im Haus vorziehen. Säen Sie die Samen in Anzuchtschalen oder kleine Töpfe und halten Sie sie bei 18-20 Grad Celsius. Nach 6-8 Wochen sind die Jungpflanzen bereit für die Auspflanzung ins Freiland.

Kauf von Setzlingen

Eine praktische Alternative für Hobbygärtner ist der Kauf fertiger Setzlinge vom Gärtner oder Markt. Achten Sie dabei auf kräftige, gesunde Pflanzen ohne gelbe Blätter oder Schädlingsbefall.

Pflege und Düngung für optimales Wachstum

Bewässerung: Gleichmäßig und bedarfsgerecht:
Kohlrabi benötigt eine gleichmäßige Wasserversorgung, um zarte, saftige Knollen zu entwickeln. Schwankungen zwischen Trockenheit und übermäßiger Feuchtigkeit führen zu aufplatzenden oder holzigen Knollen.

Bewässerungstipps:
  • Regelmäßig, aber nicht täglich gießen
  • Morgens wässern, um Pilzkrankheiten zu vermeiden
  • Mulchschicht aus Stroh oder Grasschnitt hält die Feuchtigkeit im Boden
  • Bei anhaltender Trockenheit 2-3 Mal wöchentlich durchdringend wässern
Düngung für kräftiges Wachstum
Als Starkzehrer benötigt Kohlrabi ausreichend Nährstoffe für die Knollenbildung:
Grunddüngung: Bei der Beetvorbereitung 3-4 Liter Kompost pro Quadratmeter einarbeiten
Nachdüngung: 3-4 Wochen nach der Pflanzung mit verdünnter Brennnesseljauche oder organischem Flüssigdünger versorgen Verzichten Sie auf frischen Mist, da dieser das Wachstum der Blätter auf Kosten der Knollenbildung fördert und das Risiko für Pilzkrankheiten erhöht
Kohlrabi nach der Ernte verarbeiten
Den Kohlrabi möglichst zeitnah nach der Ernte verarbeiten - Foto: © gzorgz - stock.adobe. com

Häufige Probleme und Lösungsansätze:

Schädlinge erkennen und bekämpfen.

Kohlweißling: Die Raupen fressen Löcher in die Blätter. Vorbeugung durch Kulturschutznetze oder Absammeln der Raupen.

Kohlhernie: Pilzkrankheit, die zu verdickten, verkrüppelten Wurzeln führt. Vorbeugung durch Fruchtfolge und Kalkung saurer Böden.

Erdflöhe: Kleine, springende Käfer verursachen Lochfraß. Abhilfe schafft regelmäßiges Gießen und Mulchen.

Physiologische Probleme vermeiden

Schossen (vorzeitiges Blühen): Tritt bei zu früher Aussaat, Temperaturschwankungen oder Trockenheit auf. Betroffene Pflanzen sollten entfernt werden.

Aufplatzen der Knollen: Resultiert aus ungleichmäßiger Wasserversorgung. Gleichmäßiges Gießen verhindert dieses Problem.

Ernte und Verwendung

Der richtige Erntezeitpunkt

Kohlrabi ist erntebereit, wenn die Knollen etwa tennisballgroß sind (6-8 cm Durchmesser). Bei den meisten Sorten ist dies 8-12 Wochen nach der Aussaat der Fall. Warten Sie nicht zu lange mit der Ernte, da überreife Knollen holzig und ungenießbar werden.

Erntetipps:

  • Knollen mit einem scharfen Messer bodennah abschneiden
  • Blätter können als Gemüse mitverwendet werden
  • Bei kühler Lagerung im Kühlschrank bleiben die Knollen 2-3 Wochen frisch

Vielseitige Verwendung in der Küche

Kohlrabi lässt sich vielseitig zubereiten: roh als Snack oder in Salaten, gedünstet als Beilage, in Suppen oder als Auflauf. Die jungen Blätter können wie Spinat zubereitet werden und enthalten besonders viele Vitamine. (z.B. Vitaminen C, A, B1 und B2)

Durch die gestaffelte Aussaat und die richtigen Sorten können Sie sich von Mai bis Oktober über frische Kohlrabi aus dem eigenen Garten freuen – ein echter Gewinn für die gesunde Küche und den nachhaltigen Gemüseanbau.

Pflanzhinweise für das zweite Gartenjahr

Wie alle Kohlsorten sollte Kohlrabi im nächsten Jahr an einer anderen Stelle im Garten gezogen werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass sich die im Boden lebenden Schädlinge wie Larven der Kohlfliege unkontrolliert vermehren. Wer wenig Platz hat, sollte die Gartenerde vorher einfach austauschen.

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Verantwortlicher Redakteur: Gartenmeister – Zuletzt aktualisiert: 10.07.2025