Kirschbaum pflanzen

Ein paar Kirschen
Kirschen sind das beliebteste Gartenobst
Foto: © iluzia

Fröhlich hüpft die 4-jährige Melissa durch den Garten und trällert dabei lautstark ein Kinderlied. An ihren Ohren baumeln dunkelrote Kirschen - frisch gepflückt vom Baum im Garten vor dem Haus. Doch der schicke Ohrschmuck hält nicht lange, sondern wandert kurz darauf in den Mund. Kein Wunder, denn nichts ist leckerer als frisch gepflückte Kirschen!

Aber was ist beim Pflanzen und der Pflege von Kirschbäumen im Garten alles zu beachten? Welche Sorten lassen sich am besten im Garten anbauen? Und welche Sorten sind am ertragreichsten?

Tipps für die Pflanzung von Kirschbäumen

Hier haben wir viele gute Tipps für die Pflanzung von Kirschbäumen zusammengestellt:

Kirschsorten

Kirschbäume erfreuen sich schon seit jeher großer Beliebtheit in den Gärten. Ob süße Herzkirschen, große aromatische Knorpelkirschen oder angenehm säuerlich schmeckende Schattenmorellen - die gelben oder roten Früchtchen zählen zu den Klassikern, welche vielseitig Verwendung finden. Vom Baum direkt in den Mund - fast niemand kann diesem Vergnügen widerstehen! Die im Gegensatz zu Äpfeln oder Birnen recht kleinen Früchte können ganz ohne zu tropfen direkt genascht und müssen nicht wie anderes Obst erst geschält oder zerkleinert werden. Lediglich der Kern wird ausgespuckt und diese Aktion endet nicht selten in einem lustigen Kirschkern-Weitspuck-Wettbewerb! Doch nicht nur zum frisch essen sind Kirschen geeignet: auch als saftiger Belag auf Torten oder Kuchen, als Kompott oder zu Marmelade verarbeitet bereiten Sie uns wahre Gaumenfreuden. Wer alles aus seiner Kirschernte herausholen möchte, der schmeißt die Stiele der Früchte nicht achtlos auf den Kompost, sondern überbrüht sie mit kochendem Wasser und erhält so ein uraltes Hausmittel gegen lästigen Reizhusten. Und die gut gesäuberten Kirschkerne dienen, in ein Stück Stoff genäht, als wunderbares Wärmekissen gegen kleine Wehwehchen.

Süß- und Sauerkirschen

Kirschbaum mit Früchten
Der Kirschbaum will gepflegt werden!
Foto: © digitalfoto105

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Kirschbäumen: die Süßkirschen (unterteilt in Herz- und Knorpelkirschen) und die Sauerkirschen. Wie bereits der Name vermuten lässt, besitzen Süßkirschen ein liebliches Aroma, während Sauerkirschen durch ihren höheren Fruchtsäuregehalt einen angenehm herben Geschmack aufweisen. Doch ganz egal, ob man eher ein Liebhaber der einen oder der anderen Variante ist - in jedem Fall sollte man vor der Pflanzung eines Kirschbaumes die Früchte schon einmal probiert haben. Baumschulen oder große Gartenmärkte bieten in der Saison immer mal wieder einen Tag zum Verkosten an, so dass jeder hier seinen persönlichen Favoriten herausfinden kann. Neben dem Geschmack ist bei der Wahl der jeweiligen Kirschsorte auch immer deren Reifezeitpunkt zu berücksichtigen. So gehört Johanna beispielsweise zu den frühreifen Sorten, welche zwischen der 3. und 4. Kirschwoche geerntet werden kann (die 1. Kirschwoche beginnt mit dem 1.Juni). Kordia, eine sehr aromatische Kirsche, ist zwischen der 5. und 6. Kirschwoche reif. Je später eine Kirsche geerntet werden kann, desto höher ist die Gefahr, das kleine unliebsame Tierchen im Inneren der süßen Frucht wohnen. Johanna und Kordia gehören zu den Süßkirschen und finden dank ihres hervorragenden Geschmacks großer Anklang. Liebhaber von Sauerkirschen müssen nicht immer mit der bekannten Schattenmorelle Vorlieb nehmen. "Heimanns Rubin" überzeugt zum Beispiel mit sehr großen Früchten, "Ostheimer Weichsel" ist eine recht anspruchslose Kirsche und die "Beutelspacher Rexelle" kann schon früh geerntet werden.

Pflege von Kirschbäumen

Der Kirschbaum zählt mit zu den größten Obstbäumen überhaupt. Bevor die Wahl auf eine ganz bestimmte Kirschsorte fällt, sollte daher immer der Platzbedarf richtig eingeschätzt werden. Kirschen lieben einen sehr sonnigen Standort (am besten in Südlage) und benötigen optimale Bedingungen, um später auch wirklich eine reiche Ernte hervorzubringen. Ein humoser, tiefgründiger Boden ist die beste Voraussetzung für ein gutes Wachstum und viele leckere Früchte. Kirschbäume wachsen zwar auch bei nicht so optimalen Bedingungen, doch sind solche Exemplare meist deutlich anfälliger für einen eventuellen Befall von Schädlingen. Damit der Baum in Form bleibt und auch in der nächsten Saison wieder gut trägt, sind jährliche Rückschnitte, am besten direkt nach der Ernte, notwendig. Entfernen Sie dabei all die Äste und Zweige, welche senkrecht wachsen oder sich gegenseitig behindern. Altes abgestorbenes Holz muss ebenfalls herausgeschnitten werden. Sind Sie sich beim Rückschnitt unsicher, so lassen Sie sich von einem erfahrenen Kleingärtner oder aber einem Profi helfen.

Krankheiten und Schädlinge

Leider sind Kirschbäume recht anfällig für durch Pilze verursachte Krankheiten (zum Beispiel Monilia-Fruchtfäule, Monilia Spitzendürre oder Schotschusskrankheit). Aber auch Schädlinge, wie Fruchtfliegen oder Kirschläuse können dem Baum zusetzen. Um einen fortschreitenden Befall zu verhindern und den Schaden in Grenzen zu halten ist es wichtig, den Kirschbaum regelmäßig auf Krankheiten oder Schädlingen hin zu untersuchen. Von Pilzen befallene Äste und Zweige sollten Sie großzügig entfernen und vernichten. Doch bitte nicht auf dem Kompost, denn hier könnten sich die Pilze weiter ausbreiten. Schädlinge sind mit Gelbfallen oder Schutznetzen meist recht gut in Schach zu halten. Auch der Einsatz von parasitären Fadenwürmern kann bei der Bekämpfung von Schädlingen gute Ergebnisse erzielen.

Kirschbäume schenken ihren Besitzern nicht nur leckere Früchte, sondern sie sind auch während des Frühjahrs eine wahre Augenweide. Die weiß bis rosa gefärbten Blüten, gepaart mit dem zarten Grün der jungen Triebe, künden vom nahenden Frühsommer und lassen die Herzen der Menschen wieder höher schlagen. Daher sind sie auch in Parks und Gärten häufig als reine Zierkirschen anzutreffen.
Text: K. L.

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