Kirschen sind mit das beliebteste Obst im Sommer – egal, ob süß oder sauer. Leider gehört der Kirschbaum zu den eher krankheitsanfälligen Obstgehölzen.

Kirschbaum Krankheiten vorbeugen

Solitär stehende Bäume sind seltener betroffen als Kirschen auf Obstwiesen. Zudem reduziert desinfiziertes Schneidwerkzeug beim Kirschbaum schneiden und der Wundverschluss nach dem Ausschneiden im Spätsommer die Gefahren für den Kirschbaum, die durch das jährliche Auslichten entstehen. Wer einen neuen Kirschbaum pflanzen möchte, kann bei der Wahl auf resistente Sorten achten und den Standort des Baumes mit Bedacht aussuchen. Der Befall kann außerdem durch eine ausreichende Nährstoffversorgung stark reduziert werden.

Typische Kirschbaumkrankheiten

Zu den häufigsten Kirschbaumkrankheiten gehören die Monilia (Fruchtfäule), die Bitterfäule und die Schrotschusskrankheit. Des Weiteren kann die Kirschfruchtfliege den Baum sowie die Früchte schädigen.

Die Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi)

Sie befällt Süßkirschen. Die Kirschfruchtfliege ist eine Bohrfliege, die nur ca. 3-5 mm groß ist und bis zu 200 Eier legt. Je Kirsche schlüpft eine Made und frisst sich um den Stein herum.

Die markante Fliege mit dem gelben Schild auf dem Rücken und den gestreiften Flügeln (Siehe Foto oben) sucht sich die gerade gelb werdenden Kirschen, daher reagiert sie auch auf Gelbfallen, die das einzige zulässige Mittel gegen sie im privaten Gartenbau sind. Ein Kirschfruchtfliegenbefall lässt sich äußerlich durch bräunliche eingesunkene Stellen nahe des Stils der Frucht erkennen. Sie verliert außerdem an Glanz. Ist der Süßkirschbaum befallen, so müssen in diesem Jahr alle Früchte vollständig abgeerntet werden. Der Boden unter der Kirsche kann grob aufgelockert werden, so dass der Frost gut in die Erde eindringen kann und die sich dort verpuppten Maden erfrieren. Die Puppen der Kirschfruchtfliege können mehr als einen Winter im Boden überleben. Um zu verhindern, dass die Maden den Boden erst erreichen, können sehr engmaschige Kulturschutznetze über kleine Bäume gespannt werden, oder auch einzelne Äste damit umwickelt werden. Hühner und Enten, die unter der Kirsche Freilauf haben, fressen einen Großteil der Puppen.

Die Schrotschusskrankheit (Ascospora beijerickii)

Die Schrotschusskrankheit wird durch den Blattfleckenpilz Wilsonomyces carpophilus verursacht und schädigt sowohl die Blätter, das Holz und auch die Früchte des Kirschbaums. Betroffen sind sowohl Süß- als auch Sauerkirschen. Der auf den Trieben des Kirschbaumes überwinternde Pilz wird in regenreichen Zeiten abgespült und kann sich so verbreiten. Bereits vor der Blüte sind kleine rote Flecken auf den Blättern zu erkennen, die sich bald braun verfärben und ausfallen. Das typische Bild der Schrot-Schuss-Löcher entsteht. Mitunter wirft der Baum bereits im Frühsommer die Blätter ab, die Früchte sind ungenießbar, verkümmern und zeigen dunkelbraune, leicht eingesunkene Flecken. Im Holz, besonders an jungen Trieben, treten ebenfalls eingesunkene Flecken auf, in denen der Pilz überwintert.

Als Gegenmaßnahme im heimischen Garten reicht es oft bereits aus, während des Baumschnitts betroffene Äste bis ins gesunde Holz zurückzuschneiden, die Baumscheibe mit Knoblauch und Zwiebel zu bepflanzen und sie zu mulchen. Wird die Krone gut ausgelichtet, kann der Baum nach Regengüssen besser abtrocknen und der Pilz hat es schwerer. Befallene Früchte wie auch Laub müssen radikal entfernt werden und gehören nicht auf den Kompost. Kupfergaben helfen und unterstützen den Kirschbaum. Netzschwefel reduziert zudem das Schadbild und ist meist als Gegenmaßnahme erfolgreich.

Monilia beim Kirschbaum

Sowohl die Spitzendürre als auch die Fruchtfäule wird unter dem Begriff Monilia zusammengefasst. Gerade feuchte Jahre mit viel Regen während der Blüte lassen die Pilzkrankheit, vorrangig beim Sauerkirschbaum, auftreten. Die Sporen der Pilze haben am Stamm und an hängen gebliebenen Früchten des Vorjahres überwintert und werden durch Wind wie auch Regen übertragen. Zu erkennen ist die Monilia an der Blütendürre. Die Blüten werden braun und bleiben am Baum hängen, anstatt abzufallen. Die neuen Triebe verdorren.

Ist der Baum befallen, können nur Fungizide helfen. Jedoch ist das Auftragen dieser besonders bei großen Kirschbäumen in Privatgärten kaum möglich. Dennoch sollten abgestorbene Zweige und Fruchtmumien immer entfernt werden, betroffenes Holz bis auf zwei Hände breit in das gesunde Holz hinein zurückgeschnitten werden. Der Baumschnitt sollte so ausfallen, dass besonders die Krone gut licht ist und schnell nach einem Regen abtrocknen kann.

Die Bitterfäule (Chamaepsila rosae Psilidae)

Sie befällt die Kirschbäume wie auch andere Obstbaumsorten. Hervorgerufen durch einen Pilz entstehen an den Kirsch-Früchten braune leicht eingesunkene Flecken, die schnell größer werden. Sie können die ganze Frucht einnehmen und leicht rötlichen Schleim an den betroffenen Stellen bilden. Die Früchte schmecken bitter und sind ungenießbar. Sie bleiben auch am Baum hängen und fallen nicht herunter. Von Bitterfäule betroffene Bäume treiben oft sehr spät aus und haben nur einen spärlichen Blütenansatz.

Feuchtes Wetter begünstigt die Erkrankung des Baumes, daher ist wie bei vielen anderen Pilzkrankheiten das Schneiden des Baumes besonders wichtig, um eine gute Durchlüftung und damit ein rasches Abtrocknen des Baumes zu gewährleisten. Dürre Zweige und Fruchtmumien müssen entfernt werden, die Früchte gehören nicht auf den Kompost. Es kann hilfreich sein, den Baum mehrmals vor der Ernte mit Schachtelhalmtee und Schwefel- bzw. Kupfermittel zu spritzen.

Bakterienbrand

Der Bakterienbrand wird durch verschiedene Erreger der Gattung Pseudomonas verursacht. Die Infektion erfolgt meist im Herbst bei feuchter Witterung. Zu erkennen ist der Bakterienbrand an kleinen, runden Blattflecken, nicht gut entwickelten Knospen, braunen Blütenblättern und eingesunkenen Stellen an den Früchten. 

Sprühen Sie ein kupferhaltiges Fungizid auf die Blattstielnarben während des Blattfalls und schneiden befallene Triebe zurück. Vorbeugend sollten Sie bei der Pflanzung auf robuste Sorten zurückgreifen.

Schädlinge am Kirschbaum

Aber nicht nur Krankheiten, sondern auch Schädlinge können den Kirschbaum befallen. Sehr häufig tritt die Kirschenblattlaus auf. Sie siedelt sich auf den Blattunterseiten und Trieben an und saugt die Pflanzenteile aus. Zu erkennen ist der Befall an eingerollten Blättern und einem klebrigen Belag. Auch hier ist ein kräftiger Rückschnitt im Sommer das Mittel der Wahl.

Der Frostspanner ist eine Raupe, die die Blätter frisst. Um einen Befall zu verhindern, können Sie im Herbst einen Leimring um den Stamm legen.

Recht neu ist die Kirschessigfliege. Erst seit 2011 macht sich dieser aus Südostasien stammende Schädling über Kirschbäume hierzulande her. Er ritzt die Haut der Kirschen kurz vor der Reife auf und legt seine Eier hinein. Man erkennt befallene Früchte an den Einstichstellen sowie eingedrückten, weichen Flecken auf der Oberseite der Kirschen. Gegen die Kirschessigfliege können Sie am einfachsten mit frühzeitig angebrachten Netzen vorgehen. Aber auch Fallen mit Wasser und Apfelessig sowie ein paar Tropfen Spülmittel oder Seife sollen helfen.

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