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Schwarzwurzeln anbauen im Garten

Schwarzwurzeln aus dem Garten
Schwarzwurzeln anbauen ist gar nicht so schwer - Foto: © Marén Wischnewski - stock.adobe.com

Die aromatische Schwarzwurzel ist eine der wertvollsten Wintergemüsesorten der Welt: Sie ist reich an Vitaminen und beinhaltet viele Heil- und Schutzstoffe. Dank ihres hohen Inulin-Gehalts ist die zur Familie der Korbblütler gehörige Schwarzwurzel auch für Diabetiker geeignet. Die frostharte Pflanze wird für die Ernte meist einjährig angebaut und gedeiht problemlos im eigenen Garten. Doch wie baut man Schwarzwurzeln richtig an? Wann ist die richtige Zeit für die Aussaat? Wie viel Pflege brauchen Schwarzwurzeln? Und wann wird geerntet?

Tipps zum Schwarzwurzeln anbauen im eigenen Garten

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie im Garten Schwarzwurzeln anbauen können! Im Gegensatz zum Spargel anbauen gestaltet sich die Arbeit bei Schwarzwurzeln einfacher.

Die Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica) gehört wie Löwenzahn und Chicorée zu den Korbblütlern und trägt nicht umsonst den Beinamen „Winterspargel“: Ihr Geschmack ist mild, leicht nussig und erinnert entfernt an Spargel. Ursprünglich stammt sie aus Spanien, wo sie schon seit dem 17. Jahrhundert als Gemüse geschätzt wird - hierzulande erlebt sie gerade eine kleine Renaissance. Unter der dunklen, fast schwarzen Schale steckt weißes, saftiges Fleisch; die Pfahlwurzeln werden fingerdick und bis zu 30 Zentimeter lang.

Wahl des Standortes

Die Schwarzwurzel bevorzugt einen feuchten, humushaltigen Boden ohne Steine. Leichter Sandboden ist für den Anbau ebenso wenig geeignet wie schwerer Lehm. Besonders gut gedeiht das würzige Wintergemüse an einem sonnigen Standort. Tief wurzelnde Gründüngungen und Kartoffeln sind die ideale Vorkultur. Auch die Kombination mit Kohl und Zuckermais ist möglich - dann aber neigt die Schwarzwurzel zur vermehrten Bildung von Seitenwurzeln. Gute Nachbarn sind auch Salat, Kohlrabi und Porree. Von der Aussaat der Samen im Anschluss an den Anbau von Karotten oder Tomaten ist abzuraten. Am selben Beet sollten Schwarzwurzeln zudem erst nach rund vier Jahren wieder angebaut werden.

Vor dem Schwarzwurzeln anbauen den Boden vorbereiten!

Um ein gleichmäßiges Wachstum gerader und langer Wurzeln zu garantieren, muss der Boden vor der Aussaat mindestens 20 Zentimeter tief gelockert werden: Nur so können Verzweigungen verhindert werden. Die Vorbereitung des Beetes findet idealerweise bereits im Herbst statt. Soll gewartet werden, bis die Erde gut abgetrocknet ist, kann der Boden auch später bearbeitet werden. Dabei sollte jedoch ein Abstand von zwei Wochen bis zur Aussaat eingehalten werden.

Aussaat der Samen

Ein guter Zeitpunkt für die Aussaat ist der Zeitraum von Mitte März bis Mitte April. Achten Sie dabei auf frisches Saatgut - Schwarzwurzelsamen verlieren schon nach etwa zwei Jahren ihre Keimkraft. Die Samen sollten mit einem Reihenabstand von 25 bis 30 Zentimetern gesät werden und dabei zwei bis drei Zentimeter tief in der Erde liegen. Sind die Pflanzen nach etwa zwei bis drei Wochen aufgelaufen, müssen sie auf einen Abstand von rund zehn Zentimetern vereinzelt werden.

Auf schweren oder feuchten Böden lohnt es sich, die Reihen auf einem kleinen Damm anzulegen - das erleichtert später das Ausgraben der langen Wurzeln erheblich. Bei den Sorten ist die Auswahl überschaubar: Bewährt haben sich 'Hoffmanns Schwarze Pfahl' und 'Duplex', während die neuere Sorte 'Meres' als weniger anfällig für Echten Mehltau gilt.

Pflege der Schwarzwurzeln

  • Vor allem in der Jugend und in trockenen Sommern brauchen Schwarzwurzeln gleichmäßige Feuchtigkeit, damit die Wurzelbildung nicht ins Stocken gerät. Ein gut eingewachsener Bestand kommt aber auch mit längeren Trockenphasen zurecht.
  • Der Boden sollte immer wieder mal mithilfe einer Harke aufgelockert werden.
  • Um das Gemüse in eisigen Wintermonaten vor Frost und Wühlmäusen zu schützen, kann die Pflanze mit Stroh abgedeckt werden.
  • Zeigen sich schon im ersten Jahr Blüten, kann man sie ausbrechen - zwingend nötig ist das aber nicht, denn auf das Wurzelwachstum wirkt sich die Blüte kaum aus. Ihre volle Blüte entwickelt die Schwarzwurzel ohnehin erst im zweiten Standjahr.
  • Mit Stickstoff sollte man zurückhaltend sein: Zu viel Dünger lässt die Wurzeln schwammig werden und sich verzweigen. Reifer Kompost, der schon bei der Bodenvorbereitung eingearbeitet wird, versorgt die Pflanzen in der Regel ausreichend. Frischen Stallmist vertragen Schwarzwurzeln dagegen nicht.
  • Da Schwarzwurzeln kein Unkraut in ihrer unmittelbaren Umgebung mögen, sollte dieses konsequent entfernt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Schwarzwurzeln gelten als robust, ganz verschont bleiben sie aber nicht. An den Blättern kann sich ab dem Hochsommer Echter Mehltau als weißlicher Belag zeigen - befallene Blätter entfernt man am besten frühzeitig. Braune bis rostfarbene Flecken deuten dagegen auf Weißen Rost hin; hier helfen ein luftiger Stand und die mehrjährige Anbaupause. Der häufigste tierische Gast sind Wühlmäuse, die sich im Herbst gern über die erntereifen Wurzeln hermachen - eine Strohabdeckung mit Drahtgeflecht darunter hält sie ab.

Schwarzwurzeln ernten

Mit der Ernte der Schwarzwurzeln können Sie in der Regel ab Oktober beginnen, spätestens aber im November. Mithilfe eines Spatens können die bis zu 30 Zentimeter langen Wurzeln vorsichtig ausgegraben werden. Dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass sie nicht brechen. Am schonendsten gelingt das, wenn Sie neben der Reihe zunächst einen tiefen, schmalen Graben ausheben und die Wurzeln dann von der Seite her vorsichtig herauslösen. Brechen sie doch, tritt der Milchsaft aus und die Wurzeln verlieren an Aroma und Haltbarkeit. Ist das Gemüse erst einmal gelockert, lässt es sich recht einfach aus der Erde ziehen. Da der bei Verletzungen austretende Milchsaft hartnäckige Flecken auf der Haut und der Kleidung hinterlässt, sollten bei der Ernte grundsätzlich Handschuhe getragen werden.

Schwarzwurzeln zubereiten

Vor der Zubereitung werden die Wurzeln gründlich gewaschen und geschält. Dabei tritt der klebrige Milchsaft aus, der Hände und Kleidung braun färbt - deshalb am besten mit Handschuhen arbeiten und die geschälten Stangen sofort in Wasser mit einem Schuss Essig oder Zitronensaft legen. Das bewahrt zugleich die helle Farbe des Fruchtfleischs. Gegart sind Schwarzwurzeln in etwa 20 Minuten; sie schmecken als Gemüsebeilage, in Butter gedünstet, überbacken oder als Suppe. Nach den ersten Frösten werden die Wurzeln milder und süßer - ein guter Grund, sie über den Winter im Beet zu lassen.

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