Ameisen im Garten

Ameisen im Garten
Ameisen im Garten können sehr nützlich sein
Foto: © Wong Hock Weng

Ameisen sind fleißige und höchst interessante Insekten. Weltweit gibt es über 10.000 Arten, in Europa allein rund 200. Die kleinen unscheinbaren Tierchen tragen nachhaltig dazu bei, das ökologische Gleichgewicht in der Natur zu halten.

Dennoch können sie Gärtnern oft als Plage erscheinen. Denn Ameisen sind an sich Nützlinge und kommen jedoch manchmal Schädlingen in einem Garten durch ihr gehäuftes Auftreten sehr nahe. Am zahlreichsten in heimischen Gärten vertreten sind die Schwarze Wegameise, die Wiesenameise - auch gelbe Wegameise genannt - sowie die Rasenameisen. Waldameisen hingegen verirren sich seltener in heimische Gärten.

Ameisen - Nützling oder Schädling?

Bei dieser Fragen scheiden sich die Geister. Wie oben erwähnt gehören Ameisen zu den Nützlingen, doch viele Gärtner sehen sie als Schädling an.

Die Ameise als Nützling

Wer mag schon gern das Jäten und Unkraut zupfen? Dank der Ameisen müssen Sie davon weniger erledigen, als Sie denken. Denn Ameisen tragen Unkrautsamen davon. Auch kümmern sie sich um kleine Raupen, Schnecken oder Möhrenfliegen sowie um zahlreiche Eier schädlicher Insekten, die sonst Ihrem Garten schaden könnten. Sterben kleine Tiere, so werden sie von Ameisen als Aasfresser vertilgt. Überlebenswichtig sind Ameisen für einige Pflanzenarten, die darauf angewiesen sind, dass die Ameisen deren Samen verbreiten. Dazu zählen zum Beispiel Borretsch, Lavendel, Schlüsselblumen oder Veilchen und viele mehr. Siedeln sich diese Pflanzen dank der Ameisen neu an, profitieren eventuell wiederum andere Pflanzen davon. Ameisen sind sowohl in der freien Natur als auch im kultivierten Garten nützlich und helfen, das System am Laufen zu halten.

Ameisen als "Schädling"

Genau betrachtet können Ameisen nicht als Schädling bezeichnet werden. Jedoch haben sie die Angewohnheit, sich oft an Stellen anzusiedeln, die dem Menschen unangenehm werden, wie etwa unter Terrassen oder Steinstufen. Sie höhlen Plattenwege aus oder legen auf dem guten Rasen Erdnester an. Auf ihrer Nahrungssuche wählen einige wenige Arten auch den Weg in Häuser und Wohnungen, weil dort Nahrungsmittel reichlich vorhanden sind. Ameisen werden aber auch dann für Gärtner zum Schädling, wenn sie natürliche Fressfeinde von Blattläusen abhalten, wie etwa Marienkäfer. Da die Blattläuse den von den Ameisen beliebten Honigtau absondern und sie die Blattläuse "melken", helfen wiederum die Ameisen ihren "Lieferanten" gern beim Überleben. Die Folge: Blattläuse verbreiten sich rasant - sehr zum Ärgernis des Gärtners.
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Ameisen bekämpfen

Ein Ameisennest zu zerstören, sollte immer der letzte mögliche Schritt im Kampf gegen die Ameisen sein. Dauerhaft können Sie Ruhe vor einem bestimmten Ameisennest haben, wenn Sie es kurzerhand umsiedeln und mindesten 30 Meter vom alten Standort wieder ansiedeln. Dafür wird ein Gefäß wie etwa ein Blumentopf mit Holzwolle gefüllt und über das Nest gestülpt. Nach einiger Zeit haben die Ameisen ihr Nest in das Gefäß verlegt. Nicht mit den Händen, sondern mit einer Schaufel, wird das Gefäß einfach umgesetzt. Wer das Nest vernichten möchte, sollte auf spezielle Kontaktgifte zurückgreifen, die der Fachhandel als Köder für Ameisen bereithält. Das Gift muss über die Arbeiterinnen in den Bau gelangen und von der Königin gefressen werden. Das Aufbringen von ätherischen Ölen an der alten Neststelle verhindert einen schnellen neuen Ameisenbefall. Teebaumöl, Lavendel- oder Zitronenöl sind bei Gärtnern beliebt, da diese von Ameisen gemieden werden. Um die Zahl der Ameisen in einem Garten im Zaum zu halten, ist ein naturnaher Garten geeignet. Er beherbergt natürliche Fressfeinde der Ameisen. So zum Beispiel bestimmte Spinnen und Insekten, wie etwa Raubwanzen, Tausendfüßler oder Käfer. Auch Amphibien und Reptilien wie kleine Schlangen oder Kröten und Frösche fressen Ameisen. Einige Vogelarten gelten als natürliche Fressfeinde der Ameisen. Heimische Spechte zum Beispiel vertilgen täglich zwischen 3000 und 5000 davon, aber auch Rotkehlchen oder der Hausrotschwanz arbeiten erfolgreich.

Hausmittel, die Ameisen vertreiben

  • Abgestandenes Bier mit Honig
  • Backpulver
  • Algenkalk
  • Kaffeesatz
  • Lavendel

Ameisen sind nützlich und räumen den Garten gehörig auf. Nur wenn sie in die Bereiche des Menschen eindringen, können sie durch ihre Bisse und die Ameisensäure sowie durch den Befall von Lebensmitteln schädlich werden.
Text: C. D.

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