Umweltschutz im Garten

Käfer
Ein Käfer im Garten
Foto: © Michael Tieck

Möhren und Zucchini in Bio-Qualität, Tomaten mit kräftigem Aroma: ein eigener Garten hat zahlreiche Vorteile. Doch der Schein kann leicht trügen. Umweltschutz heißt nicht nur, Chemikalien auf Obst und Gemüse zu vermeiden. Wer nachhaltig und umweltfreundlich in seiner grünen Oase gärtnern möchte, muss sein Augenmerk auf viele weitere Themen lenken und weitsichtiger denken.

Tipps für den Umweltschutz im Garten

Hier haben wir einige Tipps und Infos für den Umweltschutz im eigenen Garten zusammengetragen. Dazu zählt das richtige Gießen, überlegter Einsatz von elektrischen Gartengeräten und eine natürliche Schädlingsbekämpfung.

Garten wässern mit Bedacht

Den Gartenschlauch noch schnell an den Wasserhahn anschließen und während der Mittagspause den Rasensprenger die Arbeit des Gießens zu überlassen - das klingt bequem und verheißungsvoll, ist jedoch bereits eine echte Umweltsünde. Wertvolles Trinkwasser wird für das Wässern von Grünflächen vergeudet, dabei verdunstet in der Mittagshitze bereits ein Großteil davon. Wer jedoch Regenwasser sammelt, zum Beispiel in Tonnen oder unterirdischen Tanks, tut wirklich etwas für die Umwelt. Dank der Gießkanne statt der elektrischen Pumpe, sieht zudem die CO2-Bilanz wesentlicher besser aus.

Elektrische Gartengeräte

Die CO2-Bilanz ist bei all den elektrischen Gartengeräten heute ein echtes Problem. Rasenmäher, Häcksler, die elektrische Heckenschere oder die Pumpe, die tagein und tagaus den kleinen Wasserfall am Goldfischteich speist, sind nicht unbedingt umweltfreundlich. Der Laubsauger oder -bläser im Herbst ist nicht nur durch den Ausstoß seiner Abgase umweltschädlich, sondern belastet durch den ohrenbetäubenden Lärm auch Menschen und besonders Tiere. Der altmodische Laubbesen oder die mechanische Gartenschere sind hingegen nicht nur umweltfreundlich sondern auch eine perfekte sportliche Betätigung.

Gärtnern ohne Torf

Nährstoffreiche Gartenerde aus dem Garten- oder Baumarkt bringt den Garten zum Gedeihen. Dafür werden jedoch ganze Moore trockengelegt, um den dafür notwendigen Torf zugewinnen. Besser man kauft stattdessen Rindenkompost. Am idealsten ist es, sich einen Komposthaufen anzulegen und die Gartenabfälle darin in wahres Gold zu verwandeln. Der nährstoffreiche Humus findet immer Absatz im Garten und spart eine Menge Dünger.

Denn auch dieser kann durch sinnvolle Fruchtfolgen und den Einsatz von Humus vermieden werden. Wer seine Beete zwischen den Pflanzen mit Mulch abdeckt, spart zudem den Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln oder von Salz, welches das Grundwasser verunreinigt. Auch der Anbau von Mischkulturen trägt dazu bei, den Befall durch Schädlinge zu vermeiden. So wird Kamille zwischen Möhren gesetzt und die bunt blühende und essbare Kapuzinerkresse schützt andere Pflanzen vor Läusen.

Natürliche Schädlingsbekämpfung

Wer wenig Ärger mit Schädlingen haben möchte und dennoch umweltfreundlich handeln will, gibt der Natur eine Chance, dass Problem selbst zu regeln. Natürlich kann man zwischen die Erdbeeren Knoblauch pflanzen, aber auch für Insekten und Vögel den Garten attraktiv gestalten, zum Beispiel durch eine Trockenmauer, Obstbäume, Blumen und Stauden. Die Vögel zum Beispiel fressen wiederum Schädlinge, so gewinnen Hobbygärtner und Tiere. Oder das Laub wird im Herbst nicht unter dem Baum oder Sträuchern liegengelassen, so dass sich Pilze gut vermehren können und später die Pflanzen befallen. Wird Laub verbrannt, schadet dies enorm der Umwelt, daher ist es in vielen Gemeinden verboten. Häckseln und kompostieren hingegen oder es zur kommunalen Sammelstelle bzw. an Biomasse-Kraftwerke zu liefern, ist wesentlich umweltfreundlicher.

Aus zahlreichen Gründen suchen bereits viele Hobby-Gärtner nach umweltfreundlichen Alternativen und entscheiden sich bewusst für den konsequenten Schutz der Umwelt auch im eigenen Garten und damit auch manchmal gegen den gewohnten Komfort, zum Beispiel beim Rasenmähen mit dem Handmäher. Und natürlich gibt es bei der nächsten Grillparty für das saftige Steak kein Einweggeschirr, nur FSC-Grillkohle und Feueranzünder ohne Chemie. Dazu schmeckt auch der Salat aus dem eigenen Garten ohne Schneckengift gleich bewusst viel leckerer.
Text: C. D.

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