Blattläuse im Garten

Eine Blattlaus im Garten
Was hilft gegen Blattläuse?
Foto: © jscalev

Fragt man einen Hobbygärtner, welche Schädlinge ihn am meisten in seinem Garten plagen, so wird er wahrscheinlich Schnecken und vor allem Blattläuse nennen. Blattläuse sind Insekten und gehören zu den Pflanzenläusen. Über 600 heimische Arten machen den Hobbygärtnern das Leben schwer. Denn Blattläuse schädigen nicht nur die besiedelte Wirtspflanze, sie locken mitunter auch weitere Schädlinge in den Garten oder helfen bei der Verbreitung von Pilzerkrankungen auf andere Pflanzen des Gartens.

Sie siedeln nicht nur auf Rosen, Bäumen und Stauden: fast alle Pflanzenarten sind ihr Ziel. Blattläuse (Aphidoidea) sind nur wenige Millimeter groß und sehen meist grün, rot, rostfarben oder schwarzbraun aus. Mit einem Saugrüssel ausgestattet stechen sie Pflanzenzellen an und ernähren sich von kohlehydrathaltigen Pflanzensäften. Danach scheiden sie eine zuckerhaltige Lösung wieder aus. Umgangssprachlich bezeichnen Gärtner dies als Honigtau. Er ist das sicherste Indiz für einen Schädlingsbefall durch Blattläuse. Zunächst erfolgt der Befall kaum merkbar, doch schnell vermehren sich Blattläuse explosionsartig. Sie leben oft in Kolonien an Blattunterseiten, an Knotenpunkten, Blüten oder jungen Trieben ihrer Wirtspflanze. Die meisten Blattlausarten bilden nach einigen Generationen flugfähige Nachkommen, die schnell auf weitere Pflanzen übersiedeln.

Warum ist die Blattlaus ein Schädling?

Selbstverständlich schädigt die Blattlaus durch das Saugen die befallene Wirtspflanze. Während Blattläuse im landwirtschaftlichen Bereich immense wirtschaftliche Schäden verursachen können, kämpfen auch Hobbygärtner mit Ertragseinbußen bei Obst und Gemüse. Auch Qualitätsverluste kommen hinzu. Wer möchte sich schon eine verlauste Rose auf dem Kaffeetisch in die Vase stellen? Zudem ist der von den Blattläusen abgesonderte Honigtau ein weiteres ernst zu nehmendes Problem. Die süße Lösung zieht andere Insekten wie ein Magnet an. So zum Beispiel Ameisen, die aus reinem Eigeninteresse den wichtigsten natürlichen Feind des Blattläuse bekämpfen: den Marienkäfer. Der Honigtau ist zu allem Überdruss auch noch ideale Grundlage für Pilze. So haben Rußtau- und Schwärzepilze leichtes Spiel. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, werden durch Blattläuse nicht nur andere Schädlinge und Pilze angelockt, sondern auch Pflanzenviren in Gärten verbreitet.

Arten von Blattläusen: (Auswahl)

  • Röhrenblattläuse
  • Fichtengallenläuse
  • Zwergläuse
  • Baumläuse
  • Maskenläuse
  • Zierläuse

Blattläusen vorbeugen

Statt Blattläuse zu bekämpfen, sollten Gärtner möglichst viel Vorbeuge betreiben. Dafür eignet sich ein naturnaher Garten am besten. Denn darin wachsen sehr viele Mischkulturen, etwa im Gemüsegarten oder im Blumenbeet. Außerdem bietet ein naturnaher Garten ausreichend Raum für Nützlinge als natürliche Schädlingsbekämpfer. So leben darin Florfliegen und Marienkäfer, Schwebfliegen, Laufkäfer, Spinnen, Vögel oder Schlupfwespen und viele mehr. Sie sorgen bei ausreichender Zahl für ein Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen im Garten. Totholzecken, Trockenmauern oder eine einladende Flora sind dafür jedoch notwendig.

Blattläuse bekämpfen

Sie haben die Wahl gegen Blattläuse mit Hausmitteln bzw. chemischen Schädlingsmitteln vorzugehen. Hausmittel kommen meist beim ersten Befall in Frage, bevor sich die Population stark ausgebreitet hat. Hierbei hilft bereits ein einfaches Abspritzen mit dem Wasserschlauch. Auch das Einsprühen mit Seifenlauge, die aus einem Löffel Kern- oder flüssiger Schmierseife auf einen Liter Wasser hergestellt wird, zeigt Wirkung. Sind einzelne Pflanzen an den Triebspitzen betroffen, können diese kurzerhand abgeschnitten und im Hausmüll entsorgt werden. Das Ansetzen einer Brennnesseljauche riecht zwar äußerst unangenehm, ist jedoch effektiv gegen Blattläuse und schont dabei nützliche Insekten, wie etwa Bienen und Hummeln. Zudem sind den Nützling schonende Präparate im Fachhandel käuflich. Sie basieren oft auf Rapsöl, dass die Atmungsorgane der Blattläuse blockiert, so dass sie absterben. Als Austriebsspritzmittel werden sie auf junge Knospen aufgebracht. Überdies hinaus können Sie selbstverständlich diverse Pflanzenschutzmittel im Fachhandel erwerben. Beachten Sie dabei immer, dass bei der Anwendung möglichst wenige Nützlinge im Garten davon betroffen sein sollten.

Ganz ohne Blattläuse kommt kaum ein Gärtner über die Sommersaison. Treten Sie nur in geringer Zahl auf und werden durch Nützlinge in Schach gehalten, sind sie nur ein geringes Problem. Konnten sie sich jedoch stark vermehren und verursachen wirtschaftlichen Schaden und weitere Folgen, gilt es schnell zu handeln.
Text: C. D.

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