Schnecken im Garten

Eine Schnecke im Salatbeet
Kein gern gesehener Gast im Salatbeet - die Schnecke
Foto: © goldbany

Fröhlich pflanzt der 42-jährige Klaus seinen selbstgezogenen Salat ins Beet, gießt diesen an und freut sich dabei schon auf den Zeitpunkt, wenn er das knackige Grün ernten kann. Doch als der begeisterte Kleingärtner am nächsten Tag in seine Parzelle kommt, ist von den Pflanzen kaum noch etwas übrig. Die Blätter weisen große Löcher auf - diese Fraßspuren sind ein deutliches Zeichen für Schnecken. Die unliebsamen Tierchen lieben saftige und zarte Pflanzenteile und bringen mit ihrem Appetit die Gärtner jede Saison aufs Neue zur Verzweiflung.

Schnecken verbreiten sich rasend schnell. Bis zu 400 Eier kann ein einzelnes Tier im Jahr legen! Bis die Schnecken dann schlüpfen vergehen in der Regel etwa zwei bis vier Wochen. Die unliebsamen Nacktschnecken lieben es feucht und haben im Gegensatz zu den Gehäuseschnecken keine eigene "Unterkunft". An sonnig-heißen Tagen ziehen sie sich daher unter Büsche oder Trittbretter, welche häufig zwischen den Beeten liegen, zurück. Hier finden sie Schutz und trocknen nicht aus. Wenn dann der Gärtner seine Pflanzen gießt, nutzen das die Schnecken und machen sich auf den Weg zu ihrer Nahrungsquelle - dem saftigen Grün bevorzugt von jungen Pflanzen.

Dabei sind es vor allem zwei Arten, welche sehr gefürchtet sind: zum Einem die spanische Wegschnecke und zum Anderem die Rote Wegschnecke. Beide haben fast keine natürlichen Feinde und um sie auszurotten, bleiben dem Kleingärtner nur verschiedene Arten der Schädlingsbekämpfung. Als recht harmlos erweisen sich dagegen die Gehäuseschnecken, da diese ihre Nahrung vorrangig aus abgestorbenen Pflanzenteilen beziehen. Weinbergschnecken mit ihrem großen Haus stehen sogar unter Naturschutz und dürfen keinesfalls bekämpft werden. Was viele nicht wissen: sie fressen die Gelege der Nacktschnecken und können somit helfen, die Plagegeister einzudämmen.

Was tun gegen Schnecken im Garten?

Damit sich die Schnecken gar nicht erst im Garten ansiedeln kann man einiges tun.

Vorbeugung

Leider kann man es nie ganz verhindern, dass sich Nacktschnecken den eigenen Garten als Aufenthaltsort aussuchen. Schnecken sind nachtaktive Tiere und brauchen Feuchtigkeit, um sich fortzubewegen. Wer am Abend seine Pflanzen gießt, der bereitet den Tierchen somit eine perfekte Grundlage für ihre nächtlichen Streifzüge. Besser: absolvieren Sie frühmorgens ihren Rundgang mit der Gießkanne und wässern Sie Salat & Co nur aller zwei bis drei Tage intensiv. So vermeiden Sie täglich größere feuchte Stellen im Beet, welche die Schnecken anziehen würden.

Schnecken bekämpfen

Sind die ersten Schnecken im Garten hilft schnelles Handeln!

Eins, zwei, drei, vier, fünf - Schnecken absammeln

Doch was tun, wenn die Schnecken trotz Vorbeugungsmaßnahmen überhand nehmen? Eine einfache Methode, welche allerdings regelmäßig durchgeführt werden muss, ist das Absammeln der Schnecken. Wie bereits eingangs erwähnt halten sich diese unter Büschen und Gehölz auf. Die beste Zeit für diese Sammelaktion ist der späte Abend. Möchte man früh Schnecken absammeln, so sollte der Wecker extrem zeitig klingeln, da die Plagegeister sich bereits vor dem Morgengrauen auf Futtersuche begeben.

Schneckenzäune / Sperrstreifen

Mittels spezieller im Handel erhältlicher Schneckenzäune lassen sich gefährdete Beete gut vor den schleimigen Tierchen schützen. Durch ihre besondere Form sind sie eine unüberwindbare Barriere für Schnecken. Doch sollten Sie vor dem Aufstellen eines Schneckenzaunes alle im Areal befindlichen Schnecken sorgfältig absammeln und auch darauf achten, dass sich hier keine Gelege mehr befinden. Dieses Vorgehen empfiehlt sich auch beim Errichten eines Sperrstreifens. Dieser wird aus Brandkalk, Sägemehl oder Getreidespelzen um die zu schützenden Bereiche aufgebracht und vermiest den Schnecken durch den rauen Untergrund ein Überqueren der Sperrzone.

Schneckenkorn

Ein gern eingesetztes Produkt zur Bekämpfung der Schnecken ist das Schneckenkorn. Im Handel sind drei verschiedene Wirkstoffe erhältlich, um die Tierchen auszurotten. Während Metaldehyd und Eisen-III-Phosphat ungefährlich für andere Nutztiere und für Igel sind, wirkt Methiocarb auf das Nervensystem der Schnecken und kann Nützlingen sowie Kleinstlebewesen im Boden schaden. Auch für Haustiere wie Hunde oder Katzen ist Schneckenkorn mit diesem Wirkstoff nicht ganz ungefährlich und sollte daher nach Möglichkeit nicht verwendet werden. Schneckenkorn wird großflächig um die zu schützenden Pflanzen gestreut und kann bei Bedarf wiederholt aufgetragen werden.

Laufenten und Hühner

Wer einen großen Garten sein Eigen nennt, der kann über die Anschaffung einiger Hühner oder Laufenten nachdenken. Diese Tiere fressen die Schnecken und deren Gelege und helfen so auf ganz natürlichem Weg, den lästigen Schädlingen Herr zu werden. Doch bedenken Sie: Enten und Hühner können zwar die Schnecken vernichten, doch müssen Sie dann auch damit leben, dass die Tiere überall in Ihrer grünen Oase kleine Kothäufchen hinterlassen. Genau wie andere Haustiere auch benötigen die natürlichen Schneckenvertilger einen geeigneten Stall sowie täglich frisches Wasser und Futter, denn von Schnecken allein werden sie nicht satt.

Natürliche Feinde der Schnecken:

  • Igel
  • Kröten
  • Blindschleichen

Hausmittel gegen Schnecken - Kaffee besser als Bier

Möchten Sie ganz natürlich gegen die Schneckenplage vorgehen, so lohnt sich ein Versuch mit Kaffeesatz. Dieser wird rings um die Pflanzen aufgebracht und hält die Tierchen vom Fressen ab. Ebenso kann starker Bohnenkaffee auf die zu schützenden Pflanzen aufgesprüht werden. Beide Maßnahmen versprechen recht gute Erfolge, wenn auch letztere Variante nach jedem Regenguss erneuert werden muss. Die klassische Bierfalle dagegen bewährt sich in der Praxis leider nicht so gut. Der Duft des Gebräus lockt häufig noch mehr Schnecken aus den Nachbargärten an und kann so das Problem noch verstärken. Innerhalb eines Schneckenzaunes oder einer errichteten Sperrzone kann die Bierfalle jedoch eventuell noch vorhandene Schnecken gut fangen.

Im Kampf gegen die Schnecken gibt es viele Möglichkeiten. Nicht immer hilft jede Variante und häufig muss einfach probiert werden, welche Maßnahmen greifen. Doch lassen Sie sich nicht zur Schnecke machen und üben Sie sich in Geduld, denn diese zahlt sich aus. Am Ende wartet die Ernte von frischem, vitaminreichem Gemüse und diese möchten Sie sich doch sicherlich nicht verderben lassen!
Text: K. L.

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