Richtige Rasenpflege

Mann bei der Rasenpflege
Rasenpflege ist mehr als nur Mähen
Foto: © Krawczyk-Foto

Rasenflächen sind aus der Gartengestaltung nicht mehr wegzudenken. Das satte Grün bietet Raum für vielerlei Möglichkeiten. Die Kinder spielen Fußball, die Sonnenliege steht darauf und auf einer im Rasen ausgebreiteten Picknickdecke schmeckt der Kuchen gleich doppelt so lecker.

Ab und zu die grünen Halme zu mähen, reicht für die meisten Rasen jedoch nicht aus - sie brauchen mehr Pflege. Schnell wird sonst aus dem herrlichen Grünen Flor ein unansehnlicher Moosteppich mit braunen kahlen Stellen. Was gehört zur Rasenpflege und muss es zwangsläufig immer durchgeführt werden?

Den Rasen pflegen

Im Folgenden geben wir einige Tipps für die richtige Rasenpflege.

Rasenpflege im Überblick

Damit der Rasen schön aussieht, braucht er Pflege. Hier haben wir mal einen Überblick zusammengestellt. Denn zur Rasenpflege gehört mehr als nur Mähen!

Mähen für dichten Wuchs

Wer einen Rasen im Garten hat, der muss auch mähen. Soweit so gut. Dennoch haben die unterschiedlichen Rasenarten differenzierte Bedürfnisse. Wie möchte ich den Rasen nutzen, lege ich Wert auf einen englischen Rasen oder greife ich zum unkomplizierten Nutz- und Spielrasen? Die meisten Hobbygärtner kürzen aller 7 - 14 Tage die Grasnarbe auf eine Länge von 5 bis 10 cm. Diese Maßnahme sorgt für dichten Wuchs und lässt anderen Pflanzen im Rasen nur wenig Zeit zum Gedeihen und zur Ausbreitung. Häufig wird der Rasen im Frühjahr öfters als im Sommer gemäht, dies soll den Wuchs ab Mitte März anregen und das Verbrennen des Rasens im Hochsommer verhindern.
Welcher Rasenmäher ist der richtige für meinen Garten?

Mulchen oder Schnittgut auffangen

Wird der Rasen von Ihnen häufig gemäht und die Grasnarbe stetig sehr kurz gehalten, können Sie das Schnittgut liegen lassen. Organismen des Bodens mineralisieren das gemähte Gut und düngen so auf natürliche Weise den Boden. Diesen Vorgang nennt man mulchen. Zusätzliches Düngen wird auf diese Art meist überflüssig. Die meisten Mäher besitzen jedoch Fangkörbe, die das Schnittgut auffangen. Dies erspart Ihnen das anstrengende Harken der abgestorbenen und getrockneten Grashalme.

Kräuter stechen

Steht die Rasenfläche länger, weil das Mähen mal wieder nach hinten verschoben wurde, machen sich schnell unliebsame Kräuter wie Disteln, Löwenzahn oder Ehrenpreis breit. Die sonst sehr hübsch anzusehenden Pflanzen vermehren sich rasant und verdrängen die Grashalme. Ab und zu wird es nötig, die Kräuter zu entfernen, indem sie samt Wurzel mit einem Messer aus dem Rasen gestochen werden.

Rasenpflege im Frühjahr: Vertikutieren

Machen es Mulch und Moos dem Rasen schwer zu gedeihen, hilft es im Frühjahr die Rasenfläche zu vertikutieren. Entsprechende Geräte gibt es im Fachhandel oder auch im Baumarkt zu erstehen, natürlich kann man sie auch mieten. Beim Vertikutieren wird überschüssiges Moos und Mulchreste zerschnitten und aus dem Boden entfernt. Mit dieser Maßnahme schaffen Sie bereits eine stark verbesserte Belüftung des Rasens und Sie regen den Rasen zu neuer Wurzelbildung an. In der Regel wird direkt nach dem Vertikutieren gedüngt.

Für sattes Grün und dichten Wuchs düngen

Möglichst ein bis zweimal pro Jahr wird ein Rasen gedüngt. In der Regel geschieht dies im Frühjahr in der Wachstumsphase bzw. nochmals im Sommer, etwa im Juli oder August. Der Boden braucht die Nährstoffe dringend, um den Wuchs und die leuchtend grüne Farbe des Rasens zu erhalten und Unkräuter zu verhindern. Langzeitdünger reicht bei einer normalen Beanspruchung des Rasens bereits einmal im Jahr. Neben Phosphor für die Wurzeln der Gräser und viel Stickstoff für ihre Farbe braucht der Rasen vor allem Kalium und Magnesium. Es entspricht dem Vitamin C beim Menschen und stärkt die Abwehr des Rasens. So schützt es vor Kälte, Krankheiten und Trockenheit. Die genaue Zusammensetzung des Düngers ist abhängig von der Beschaffenheit und dem pH-Wert des Bodens. Ein Düngewagen ist unter Umständen hilfreich, um den Dünger gleichmäßig aufzubringen.

Ab und zu den Rasen gießen

Rasen gießen
Der Rasen braucht ab und zu Wasser
Foto: © Bill Ernest

Für manch Hobby-Gärtner ist es ein seltsamer Gedanke, den Rasen zu wässern. Doch tatsächlich kann dies notwendig werden. Durch das Wässern werden die Nährstoffe im Boden gelöst und die Gräser gedeihen auch in einer Trockenperiode prachtvoll. Natürlich wird diese Maßnahme nur erforderlich, wenn es lange nicht geregnet hat oder sich Bäume auf dem Rasen befinden, deren Wurzeln in Konkurrenz mit dem Rasen stehen. Gewässert werden sollte niemals zu viel oder zu wenig, Schattenrasen braucht nur weniger Wasser als Flächen in der prallen Sonne. Ideal ist es, den Rasen in den Morgenstunden zu gießen. Jedoch braucht er die zusätzliche Feuchtigkeit selbst in Hitzeperioden nicht täglich, sondern nur ein bis zwei Mal pro Woche.

Den Rasen mit Luft versorgen

Zweifelnd fragen immer wieder Hobby-Gärtner nach, ob ein Rasen wirklich belüftet werden muss. Die Antwort ist einfach: Ja. In der Regel geschieht dies bereits beim Vertikutieren im Frühjahr. War diese Maßnahme jedoch nicht notwendig, weil der Rasen auch so wunderbar gedeiht, reicht es bereits die Grasnarbe mit einer Grabe- oder Mistgabel zu durchbohren und Löcher für Luft und Wasser in den Rasen zu stechen.

Nachsähen

Nicht immer sieht ein Rasen gleichmäßig, eben und grün aus. Oft sind kahle Stellen, ungleiches Wachstum oder gelbliche Verfärbungen kein schöner Anblick. Um den Rasen auszubessern oder wieder zu verdichten, kann mit speziellem Regenerations- bzw. Reparatursaatgut gearbeitet werden. Dafür ist während der gesamten frostfreien Gartensaison Zeit, aber besonders das Frühjahr geeignet. Nach dem Vertikutieren bringt man eine sehr dünne Humusschicht auf den Rasen und danach den Spezialsamen auf. Regelmäßig gewässert darf der Rasen nun ca. 3 Wochen nicht betreten werden. Das Ergebnis sollte ein satter dichter grüner Rasen sein.

Ein schöner Rasen, der nicht anfällig für Krankheiten ist oder auch hohen Beanspruchungen stand hält, ist die Zierde vieler Gärten. Ganz ohne Fleiß erreicht man diesen grünen Teppich im Garten leider nicht.
Text: C. D.

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