Kartoffeln anbauen im Garten

Kartoffeln im Garten anbauen
Kartoffeln kann man auch im Garten anbauen
Foto: © Sergey Yarochkin

Sie ist schon fast eine Wunderknolle: die Kartoffel. Fest in unseren täglichen Speiseplan involviert, möchten wir die Kartoffel nicht mehr missen. Sie lässt sich sehr vielseitig verwerten und ist meist gut zu lagern, so dass sich auch der Anbau im eigenen Garten lohnen kann.

Dies ist recht einfach und unkompliziert und selbst für Gartenneulinge keine unbeherrschbare Herausforderung. Spätestens wenn man die ersten eigenen Kartoffeln erntet, kocht und mit etwas Butter und Salz genießt, weiß man, dass sich der Aufwand lohnt.

Tipps zum Kartoffelanbau

Auf den folgenden Seiten finden Sie viele Tipps und Infos über den Anbau von Kartoffeln im Garten. Was ist bei der Pflege zu beachten und wie kann man Kartoffeln zubereiten?

Anleitung zum Kartoffeln anbauen

Hier haben wir eine ausführliche Anleitung zum Kartoffeln anbauen zusammengestellt.

Bodenbeschaffenheit für Kartoffeln prüfen

Staunässe mögen Kartoffelknollen gar nicht, daher eignen sich für den Anbau eher Flächen, die eine durchlässige Erde besitzen. Leichte oder auch mittelschwere Böden finden sich fast in jedem Garten. Schwere Lehmböden hingegen sollten gemieden werden.

Sortenvielfalt nutzen

Während in den Supermärkten und Discountern kaum eine Abwechslung in den Kartoffelsorten zu finden ist, können Sie auf einem Wochenmarkt schon mehrere Kartoffelsorten erstehen. Grob werden die Kartoffeln in festkochend, vorwiegend festkochend und mehlig kochend unterschieden. Dafür gibt es jeweils wieder Frühkartoffeln, mittelfrühe und späte Sorten. Frühkartoffeln können bereits im Juni geerntet werden, Spätkartoffeln erst im Herbst. Wer Kartoffeln anbauen möchte, sollte auf Pflanzkartoffeln als Saatgut zurückgreifen. Sie sind nicht keimgehemmt und können einige Wochen bevor gepflanzt werden soll, ans Licht gelegt werden. Nun bilden Sie Keime, die für das spätere Wachsen der Knollen wichtig sind. Beliebte Frühkartoffelsorten sind zum Beispiel die mehlig kochende Augusta oder Karlena bzw. die festkochende Forelle. Zu den bekannten Spätkartoffeln gehören die vorwiegend festkochende Granola und die sehr mehlig kochenden Aula.

Der Kartoffelanbau beginnt mit der Vorbereitung im Herbst

Bevor im Frühjahr die Kartoffeln auf das "Feld" ausgebracht werden, gilt es, im Herbst die Vorbereitungsarbeiten dafür zu erledigen. Noch bevor der erste Bodenfrost das Land überzieht, muss der heimische Kartoffelacker umgegraben werden. Mit einem Spaten werden grobe Schollen tief umgestochen und liegengelassen. Keinesfalls dürfen die Erdschollen zerkleinert werden, sie sollen als umgeschichtete Erde ganz bleiben. In den zerklüfteten Boden gelangt nun der Frost, dies kommt dem Boden und damit der Ernte im neuen Jahr zugute. Wer besonders ertragreich ernten möchte, kann bereits im Herbst Mist unter die Schollen heben, denn Kartoffeln sind sehr nährstoffbedürftig. Wer darauf lieber verzichten möchte, greift im Frühjahr zu Komposterde, die auf das Kartoffelbeet aufgebracht wird.

Beete im Frühjahr präparieren

Kartoffeln sind sehr frostempfindlich. Bevor die ersten Kartoffeln in die Erde dürfen, muss der letzte Frost vorüber sein und der Boden eine Temperatur von rund 9 - 10 °C aufweisen. In der Regel ist dies frühestens Mitte bis Ende April der Fall. Zunächst werden die groben Erdschollen des Herbstes zerkleinert. Dafür eignet sich ein Grubber oder ein Sauzahn, auch Kultivator genannt. Um den Boden nun noch zu ebnen, reicht eine einfache Harke. Nun werden mit Hilfe einer Pflanzschnur ca. 10 cm tiefe, gerade Rillen in den Boden gezogen.

Kartoffeln pflanzen

Kartoffeln werden immer mit den "Augen" - also Trieben - nach oben in die Erde gebracht. In einer Reihe wird jeweils eine Kartoffel mit dem Abstand von 30 - 40 cm zur nächsten ausgelegt. Die Reihen selbst brauchen einen Abstand von 60 - 70 cm zueinander. Stehen die Kartoffelpflanzen zu eng, bilden sie nur kleine Knollen aus. Dann werden die Kartoffeln ebenerdig mit Erde zugedeckt.

Häufeln, häufeln, häufeln

Wer auf ein Kartoffelfeld schaut, dem fällt auf, dass die Pflanzen angehäufelt sind. Auch auf dem heimischen Acker ist dies notwendig. Tritt das erste Grün ans Tageslicht, beginnt das Häufeln. Dies lockert nicht nur den Boden, sondern verhindert auch, dass sich durch das Tageslicht die Knolle grün verfärbt und ungenießbar wird. So wird aller zwei Wochen erneut angehäufelt, bis die Kartoffelpflanze mit der Blüte beginnt.

Endlich Kartoffeln ernten!

Eigene Kartoffeln ernten
Im Sommer bzw. Herbst können die
Kartoffeln geerntet werden - Foto: © xiaoliangge

Frühkartoffeln werden bereits Mitte bis Ende Juni geerntet, wenn die Pflanze noch blüht. Sie schmecken hervorragend. Bei mittelspäten bzw. sehr späten Sorten wartet man, bis das Laub abgestorben ist. Dann holt man die Knollen - möglichst vollständig bis zur letzten Kartoffel - mit einer Grabegabel aus der Erde. Verzichten Sie auf den Spaten, er würde die Kartoffeln viel zu stark beschädigen.

Kartoffeln einlagern

Werden späte Sorten dunkel und sehr kühl, etwa bei 5 - 6 °C, eingelagert, so halten sie sich viele Wochen. Sobald sie jedoch warm und bei Tageslicht liegen bleiben, keimen sie aus.

Kartoffelgenuss pur

Ganze Restaurants haben sich sogar der Kartoffel verschrieben und bieten auf ihrer Karte ausschließlich Gerichte an, die aus der Knolle zubereitet werden. Dabei können sie auf eine umfangreiche Karte stolz sein, denn die Kartoffel lässt sich sehr vielseitig weiterverarbeiten. Neben der klassischen Salzkartoffel, gehören Pellkartoffeln mit Quark, Kartoffeln als Suppeneinlage, Aufläufe herzhaft und süß oder Kartoffelpuffer und Quarkkeulchen zu den Favoriten. In den Genuss der unzähligen Kloßsorten kämen wir ebenfalls nicht, ohne die wohlschmeckenden Kartoffeln. Und kaum ein Kind verzichtet freiwillig, auf seinen Kartoffelbrei oder Pommes frites. Selbst Brat- oder Ofenkartoffeln gehören in regional sehr unterschiedlichen Varianten zur heimischen Küche. Einfach lecker diese Knolle.
Text: C. D.

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