Rosenkohl im Garten anbauen

Rosenkohl im Garten
Der Rosenkohl sollte einmal Frost bekommen
Foto: © ahavelaar

Ein Kohl im Miniformat - klein, knackig und vitaminreich: die Rede ist vom Rosenkohl, je nach Region auch als Sprossenkohl oder Brüsseler Kohl bezeichnet. Das Wintergemüse schmeckt herzhaft pikant und ist ab Ende September überall im Handel erhältlich. Viele Kleingärtner versuchen sich dennoch am eigenen Anbau in ihrer grünen Parzelle, denn mit etwas Geduld und ausreichend Platz gelingt es auch Anfängern, diese vielseitig verwendbare Kohlsorte zu kultivieren.

Tipps für den Anbau von Rosenkohl

Auf den folgenden Seiten finden Sie viele Tipps und Infos über den Anbau von Rosenkohl im Garten. Was ist bei der Pflege zu beachten und wie kann man Rosenkohl zubereiten?

So bauen Sie Rosenkohl an

Hier finden Sie Informationen zu Standort und Pflanzzeit für Rosenkohl.

Den Standort für Rosenkohl wählen

Die zweijährige Pflanze aus der Gruppe der Kreuzblütler liebt es sonnig, fühlt sich jedoch auch im Halbschatten wohl. Rosenkohl gehört zu den Starkzehrern und benötigt daher einen sehr nährstoffreichen Boden. Dieser sollte sandig-lehmig und auf jeden Fall unkrautfrei sein. Um die Erde nicht völlig auszulaugen und anderseits die von jedem Gärtner gefürchtete Pflanzenkrankheit Kohlhernie möglichst zu vermeiden, ist es ratsam, Rosenkohl jedes Jahr an einem anderen Standort anzubauen.

Pflanzzeit für Rosenkohl

Rosenkohl kann von April bis Mai ausgesät werden - entweder ins Frühbeet oder aber direkt ins Freiland. Je nach Sorte und Wachstumsbedingungen können die Jungpflanzen dann Ende Mai bis Ende Juni vereinzelt und an ihren endgültigen Standort eingepflanzt werden. Wer sich nicht die Arbeit machen möchte, der kann auch direkt Jungpflanzen beim Gärtner oder im Gartenfachmarkt kaufen. Achten Sie beim Anbau im eigenen Garten darauf, dass der seitliche Abstand zwischen den Pflanzen mindestens 60 cm beträgt. Zwischen den einzelnen Reihen sollten mindestens 40 cm Abstand sein, denn wird der Rosenkohl zu dicht gepflanzt, dann können sich die Röschen nicht gut entwickeln und faulen schneller.

Pflege von Rosenkohl im Garten

An und für sich gehört der Rosenkohl zu den recht pflegeleichten Gemüsesorten. Halten Sie die Pflanzen frei von Unkraut und hacken Sie in regelmäßigen Abständen, denn das Jäten beeinflusst die Ausbildung der Wurzeln positiv. Starke Wurzeln erhöhen die Standfestigkeit der Pflanze und verhindern ein ungewolltes Entwurzeln, zum Beispiel durch widrige Witterungsbedingungen. Wie bereits eingangs erwähnt zählt der ursprünglich aus Brüssel stammende Rosenkohl (daher auch der Name Brüsseler Kohl) zu den Starkzehrern. Eine Düngung mit Pferdemist oder frischem Kompost ist jedoch in der Regel ausreichend und versorgt die Pflanze mit allen wichtigen Nährstoffen. Werden die Blätter vorzeitig gelb, so ist dies ein Hinweis auf einen Stickstoffmangel, welcher durch die Gabe von Hornmehl ausgeglichen werden kann. Ab Mitte September können die Triebspitzen gekappt werden - so bilden sich in der Regel größere Röschen heraus. Diese Pflegemaßnahme sollte allerdings nur bei frühen Rosenkohlsorten zur Anwendung kommen, da die Pflanzen sonst anfälliger für Frostschäden sind.

Rosenkohl ernten

Je nach angepflanzter Sorte kann die Ernte bereits im September beginnen und bis weit in den Winter hineinreichen. Rosenkohl verträgt durchaus Frost, ja, er gewinnt sogar an Aroma, wenn er mal Temperaturen unter Null ausgesetzt ist. Lediglich mehrmalige Fröste unter -10 Grad Celsius schaden der Pflanze. Geerntet wird immer von unten nach oben, denn nur so kann die Pflanze neue Röschen bilden. Wird der Rosenkohl nicht geerntet, so bilden sich im nächsten Jahr Sprossen und die Pflanze blüht dann im Sommer.

Verwendung von Sprosselkohl

Rosenkohl ist ein sehr beliebtes Gemüse in der kalten Jahreszeit. Er passt sehr gut zu Wildgerichten, wie beispielsweise Rehmedaillons, Wildschweinbraten oder Hirschgulasch. Aber auch als reines Gemüsegericht wird die kleine Kohlart geschätzt. Nicht nur Vegetarier sind von einem deftigen Kartoffel-Rosenkohlauflauf oder einer heißen Rosenkohl-Suppe begeistert. Dieses Gemüse hat einen wärmenden Charakter und ist daher besonders ideal, wenn man von einem langen Herbst- oder Winterspaziergang zurück in die gute Stube kommt. Aber auch kalt, in Salaten gegessen, findet er seine Liebhaber. Kombiniert mit Orangen und/oder Nüssen und einem Dressing aus Zitronensaft, Gemüsebrühe und einem guten Schuss Öl begeistert Rosenkohl nicht nur im Alltag, sondern auch dann, wenn Gäste zu Besuch kommen.

Ist ausreichend Platz im Garten vorhanden, so lohnt sich der Anbau von Rosenkohl allemal. Die Erntezeit geht über Wochen und der Rosenkohl kann auch wunderbar eingefroren werden. Frisch geerntet sind die kleinen Röschen am aromatischsten und die kurzen Transportwege von der Parzelle bis in die eigene Küche garantieren, dass das beliebte Gemüse keinen Vitamin- und Mineralstoffverlust erleidet.
Text: K. L.

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