Orchideenkrankheiten

Eine Orchidee im Garten
Was tun bei Orchideenkrankheiten?
Foto: © posh

Orchideen haben sich längst einen Platz in den Herzen vieler Blumenliebhaber erobert und finden sich in fast jeder Wohnung wieder. Ihre Farben- und Formenvielfalt ist beeindruckend, dennoch gehören sie nicht zu den pflegleichtesten Zimmerpflanzen. Sie sind anfällig für Krankheiten und Schädlinge, die oft das letztendliche Absterben der Pflanze bewirken, wenn nichts gegen sie unternommen wird.
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Was tun bei einer kranken Orchidee?

Nennen Sie eine kranke Orchidee Ihr Eigen, so führen Sie immer zunächst diese wichtigen Schritte durch:

  • Stellen Sie die Orchidee unter Quarantäne. Die Isolation verhindert das Übergreifen auf andere Pflanzen.
  • Müssen Pflanzenteile entfernt werden, so verwenden Sie ausschließlich ein scharfes und sauberes Werkzeug. Desinfizieren Sie es vor und nach dem Schnitt.
  • Achten Sie darauf, nicht die Ausbreitung von Keimen oder Schädlingen durch Ihre Maßnahmen oder schmutzige Hände zu begünstigen.

Schädlinge und Krankheiten bei Orchideen

Schildläuse

Wie der Name bereits verrät, erkennt man Schildläuse an ihrem gewölbten Schild. Meist an der Blattunterseite der Orchidee oder in Zwischenräumen verstecken sich diese Plagegeister. Die Weibchen der Schildläuse verwahren die Jungen unter ihrem Schild, von dort aus breiten sie sich weiter aus. Schaben Sie vorsichtig alle Schildläuse ab und spülen Sie anschließend die Orchidee unter fließendem Wasser. Da Schildläuse sehr hartnäckig sind, brauchen Sie Geduld. Wiederholen Sie den Vorgang mehrfach aller zwei Wochen, bis endgültig alle Tiere verschwunden sind. Unternehmen Sie nichts gegen die Schildläuse, ist ihre Pflanze verloren und wird eingehen. Als alternatives Vorgehen gegen die Schildläuse, kann Öl zum Einsatz kommen. Mit einem kleinen Tröpfchen bedecken Sie das Tier, so dass es erstickt. Dafür müssen Sie jedoch alle Tiere entdecken.

Wollläuse und Schmierläuse

Eine Orchidee, die mit Woll- oder Schmierläusen infiziert ist, ist oft kaum zu retten. Diese Tiere breiten sich rasant aus, da ein Weibchen mehrere hundert Eier binnen weniger Wochen legen kann. Die Schwierigkeit bei diesen Tieren ist, dass sie sich meist im Frühstadium kaum entdecken lassen. Die sonst rosa aussehenden Läuse verstecken sich unter einer Wachsschicht und scheiden eine für die Orchidee giftige Substanz aus. Werden die Woll- und Schmierläuse nicht erkannt, ist die gesamte Orchideensammlung der Wohnung betroffen. Die Pflanzen sind dann nicht mehr zu retten. Als Maßnahme gegen die Tiere hilft leider nur die chemische Keule. Achten Sie darauf, dass das Mittel für Orchideen geeignet ist.

Spinnmilben

Sie treten besonders häufig bei Orchideen auf und zeigen sich durch ein feines Gespinst auf der Blattunterseite der Orchidee. Die Milben selbst sind mit bloßem Auge nicht erkennbar. Die Orchidee wird als erstes mit Wasser gründlich abgewaschen und an einen Ort mit sehr hoher Luftfeuchte isoliert untergebracht. Steht Ihnen ein solcher Platz nicht zur Verfügung, so schaffen sie mit einer durchsichtigen Plastiktüte ein künstliches Gewächshaus, indem sie diese über die Orchidee stülpen und am Topf befestigen. Nach einigen Tagen sollte der Befall nicht mehr sichtbar sein. Ist Ihnen das Töten aller Milben nicht gelungen, sollten Sie sich leider schweren Herzens von der Orchidee trennen, um nicht andere Pflanzen zu gefährden.

Blattläuse

Blattläuse treten recht häufig und zahlreich bei Orchideen auf. Die saugenden Tierchen haben meist eine grüne bis dunkelbraune Farbe, jedoch gibt es mehrere Hundert verschiedene Sorten, die die Orchidee befallen können. All diese Blattläuse haben jedoch eines gemeinsam: sie lassen sich sehr gut bekämpfen. Zu erkennen sind die Blattläuse auch durch den Honigtau, einer zuckerhaltigen klebrigen Flüssigkeit, die sie ausscheiden. Der Honigtau ist wiederum idealer Nährboden für viele Pilze. Allein durch das Abspritzen der Pflanze mit Leitungswasser wird ein Großteil der Blattläuse entfernt. Wiederholen Sie diesen Vorgang im Abstand von wenigen Tagen und geben Sie dem Waschwasser ruhig einen Tropfen einer milden Seife bei. Beachten Sie, dass auch die Stängel und Blüten der Orchidee von den Blattläusen befallen werden.
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Sonnenbrand bei Orchideen

Orchideen lieben einen sonnigen Standort, direkte starke Sonneneinstrahlung jedoch nicht. Dies führt zwangsläufig zu einem Sonnenbrand. Hier hilft einfach ein Standortwechsel.

Stress

Kaum zu glauben, aber auch Orchideen leiden unter Stress. Dies ist der Fall, wenn sie zu großen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, die Luftfeuchte zu niedrig ist oder sie keine Ruheperioden erhält. Ist die Orchidee gestresst, sondert sie eine klebrige Flüssigkeit ab, die dem Honigtau bei Blattläusen gleicht, ohne dass die Tierchen sichtbar sind. Ein Standortwechsel und das Besprühen der Blätter mit einer Blumenspritze kann Abhilfe schaffen.

Bakterien und Viren

Nur äußerst selten werden Orchideen von Viren oder Bakterien heimgesucht und der Befall ist nur schwer erkennbar. Meist bilden sich kleine bräunliche Flecken oder Punkte, die vertieft sind. Als Maßnahme hilft nur das Abschneiden betroffener Pflanzenteile. Vor und nach dem Schnitt muss das Messer desinfiziert werden.

Pilzbefall

Werden Orchideen zu feucht gehalten oder bekommen nur mangelhaft Luft, so sind sie ein idealer Ort für Pilze. Diese können sich sehr unterschiedlich äußern. Oft sind die Blüten fleckig, die Blätter haben braune unterschiedlich große Stellen. Diese können jedoch auch punktförmig oder gar schwarz sein. Die meisten Orchideen schaffen es nicht, wieder zu gesunden und müssen entsorgt werden. Möchten Sie dennoch einen Rettungsversuch starten, so entfernen Sie alle sichtbar betroffenen Stellen und halten Sie die Orchidee weiterhin isoliert.
Text: C. D.

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