Rosen schneiden

Rosen schneiden
Wann sollte man Rosen schneiden?
Foto: © Krawczyk-Foto

Sie ist die Königin der Blumen und in den Gärten in einer großen Sortenvielfalt vertreten: die Rose. In der Tat überstrahlt sie mit ihrem wunderschönen Aussehen nur die anderen farbenfrohen Blumen, wenn sie richtig geschnitten wurde. Der Rosenschnitt ist die wichtigste Pflegemaßnahme bei Rosen. Er prägt nicht nur die Form der Rose, sondern ist die Grundlage für eine gesunde und kräftige Rosenpflanze.
Tipps zum Rosen pflegen

Anleitung zum Rosen schneiden

Welche Utensilien braucht man für den Rosenschnitt und wann ist der richtige Zeitpunkt zum Rosen schneiden? Das und vieles mehr erfahren Sie im Folgenden:

Scharfe Schere und schützende Handschuhe zum Rosen schneiden

Es braucht nicht viel Hilfsmaterial, um die Rosen in Form zu bringen. Ohne eine sehr scharfe Rosenschere geht es jedoch nicht. Sie führt absolut glatte Schnitte aus und verhindert Quetschungen oder ein Reißen der Triebe. Krankheitserreger oder Schädlingen fällt es schwerer, über die glatten Schnittflächen die Pflanze zu schädigen. Speziell Dornen tragende Rosensorten verlangen regelrecht das Tragen von Handschuhen, um sich nicht mit unangenehm brennenden Risswunden zu verletzen.

Grundregeln des Rosenschnitts

Bevor mit dem eigentlich formgebenden Schnitt begonnen wird, müssen alle toten bzw. verletzten und erfrorenen Triebe weichen. Für sich kreuzende Zweige gilt das Gleiche. Schneiden Sie bis ins gesunde Holz zurück und führen Sie den Schnitt 5 mm oberhalb einer Knospe aus, die nach außen wächst. Er ist immer leicht schräg, um den Regen besser ablaufen zu lassen. Die Schnittfläche wird dabei jedoch so klein wie möglich gehalten, um Krankheiten und Schädlingen keine Angriffsfläche zu bieten. Schwache Triebe werden stark zurückgeschnitten, um die Kraft auf die wenigen Knospen zu verteilen. Starke Triebe hingegen kürzen Sie besser nicht zu sehr ein, denn die Rose wird ihre Kraft auf die vielen Knospen verteilen und nicht weiter schießen. Des Weiteren werden alle Wildtriebe der Rose entfernt. Sie erkennen sie daran, dass sich diese Triebe unter der Veredlungsstelle nahe der Wurzel zeigen und die Blätter eine andere Farbe als die eigentliche veredelte Rose haben. Die Rose sollte nach dem Schnitt schön luftig in ihrer Form sein, denn zu dichter Wuchs begünstigt ebenfalls Krankheiten.

Der richtige Zeitpunkt für das Schneiden der Rosen

Der Hauptschnitt der meisten mehrfach blühenden Rosen erfolgt immer im Frühjahr. Zeigen sich ca. Mitte März die Blüten der Forsythie, ist der richtige Zeitpunkt für den Schnitt der Rosen da. Harte und lange Fröste sind nicht mehr zu erwarten und die Rose steht noch nicht zu stark im Saft. Ausnahmen für den Frühjahrsschnitt sind einmal blühende Rosen, Rambler und Kletterrosen. Sie werden wenn nötig direkt nach der Blüte Ende Juni geschnitten. Unter Rosenfreunden ist ein zweiter Schnitt im Herbst umstritten. Zwar soll er die Pflanze vor dem Winter schützen, doch wird er zu spät ausgeführt, sind die Schnittwunden noch nicht verheilt und die Rose nimmt durch den Frost Schaden. Sollten Sie sich für einen Herbstschnitt Ihrer Rose entscheiden, so kürzen Sie sie nur ein wenig ein.

Die Rosenklasse richtig einordnen

Blühende Strauchrosen
Strauchrosen schneiden ist ganz einfach
Foto: © Omika

Beachten Sie, dass die meisten Rosen an ein- bis zweijährigen Trieben blühen, andere wiederum nur an drei- bis vierjährigen. Wichtig ist daher, dass Sie die Rosenklasse kennen und dementsprechend beim Schnitt vorgehen. Grob untergliedert man die Rosen in: Beet- bzw. Edelrosen und Zwergrosen / Kleinstrauchrosen, einmal und mehrmals blühende Strauchrosen, ein- und mehrmals blühende Kletterrosen sowie Stammrosen und Ramblerrosen. Letztere sind die neue Generation der Kletterrosen, die es ohne Rankhilfe vermögen, sich in Bäume oder auf Mauern zu hangeln oder sich zu Hecken zu formieren.

Beetrosen / Edelrosen schneiden
Die kleinen Beetrosen mit ihren vollen Blüten haben es in sich. Die üppig blühenden Rosen tragen die Knospen vorrangig an jungem Holz, daher sollten sie stark zurückgeschnitten werden. Nur 25% der Triebe dürfen alt sein und auf maximal sechs Augen eingekürzt werden. Die restlichen alten Triebe werden über dem Boden weggeschnitten.

Zwergrosen / Kleinstrauchrosen schneiden
Sie werden besonders als Bodendecker eingesetzt und bestechen durch ihre wunderschönen Blüten bzw. die halbkugelige Form. Kleinstrauchrosen werden rigeros einfach um die Hälfte gekürzt, wohingegen die Zwergrosen in die Form der Halbkugel geschnitten werden. Sie haben ihren höchsten Punkt bei ca. 20 cm.

Mehrfach blühende Strauchrosen schneiden
Bei ihnen ist der Schnitt besonders wichtig, denn sie blühen auch an neuem Holz. Durch den heftigen Rückschnitt im Frühjahr, fällt die Blüte recht üppig aus. Starke Triebe kürzen Sie stark ein, Seitentriebe außen schneiden Sie bis auf fünf bis sechs Augen zurück. Entfernen Sie außerdem jedes Jahr mindestens einen sehr alten Trieb, besser zwei.

Einmal blühende Strauchrosen wie auch Wildrosen schneiden
Sie werden im Sommer direkt nach der Blüte geschnitten, um für das nächste Jahr noch neue Triebe bilden zu können. Der Grund dafür ist, dass diese Rosen am zweijährigen Holz treiben. Im Frühjahr dürfen Sie jedoch getrost Totholz oder verfrorene Triebe entfernen. Obwohl sie für nur wenige Wochen im Jahr blühen, sind diese einmal blühenden Strauchrosen wie auch die Wildrosen samt ihrer Hagebutten eine echte Augenweide.

Einmal blühende Kletterrosen schneiden
Sie sind eine Kategorie für sich. Blühen Kletterrosen werden nur einmal im Jahr im Sommer geschnitten. Kletterrosen blühen am intensivsten am dreijährigen Holz, daher werden sie recht unregelmäßig gekürzt. Im Frühjahr schneiden Sie wie immer nur totes Holz zurück. Beim Hauptschnitt im Sommer jedoch schneiden Sie bodennah die vierjährigen Triebe ab, junge hingegen lassen Sie stehen. Bereits geblühte Haupttriebe schneiden Sie bis auf einen kräftigen Seitentrieb zurück.

Mehrfach blühende Kletterrosen schneiden
Die Rose muss jedes Jahr verjüngt werden. Dafür werden ein oder auch zwei Triebe die besonders alt sind, aus der Pflanze bodennah herausgeschnitten. Das Gros der alten Zweige bleibt jedoch bestehen. Seitentriebe gehören bei mehrfach blühenden Kletterrosen stark eingekürzt, nur zwei bis drei Augen sollten stehen bleiben. Triebe die quer schießen und sich nicht nach Ihren Wünschen leiten lassen, entfernen Sie einfach. Das Leiten der Triebe ist besonders wichtig, denn die Kletterrose blüht an den Langtrieben, die quer geleitet und fixiert werden.

Die besonderen Ramblerrosen schneiden
Diese Sorte der Kletterrosen braucht entweder gar keinen oder nur einen geringen Schnitt. Egal ob einfach oder mehrfach blühend, werden sie im Sommer direkt nach der Blüte geschnitten. Lediglich wenn zu viele Seitentriebe herausragen, werden diese kurz über den Austrieb gekappt.

Stammrosen schneiden
Wurden Rosen auf einem Stamm veredelt, ist das jährliche schneiden im Frühjahr besonders wichtig. Denn egal welche Rosensorte darauf veredelt wurde, kann sie durch starke Winde an der Veredlungsstelle brechen. Stammrosen werden generell jährlich um zwei Drittel eingekürzt. An jedem verbleibenden Trieb sollten mindestens noch vier bis fünf Augen stehen. Die Rose dankt dieser Maßnahme mit einer vollen Blütenpracht, die jedes Jahr aufs Neue erblüht.

Rosen schneiden ist keine große Herausforderung. Informieren Sie sich über die Rosenklasse und nehmen Sie danach die Schnittmaßnahmen vor. Ein wunderschöner und üppiger Rosengarten erwartet daraufhin alle Rosenfreunde.
Text: C. D.

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