Stockrosen schneiden

Stockrosen in voller Blüte
Nach der Blüte werden Stockrosen zurückgeschnitten
Foto: © Thomas Seegers

Stockrosen gehören zur Pflanzenfamilie der Malven und können bis zu 2,5 Meter in die Höhe wachsen. Die Gehölze mit den wunderschönen Blüten zieren vor allem Bauerngärten, schmücken aber auch kleine Oasen in der Stadt.

Doch damit sich Gärtner an der herrlichen Blütenpracht erfreuen können, ist es notwendig, den Pflanzen eine gewisse Pflege zukommen zu lassen. Ein Rückschnitt kann dabei helfen, dass die Stockrosen im nächsten Jahr wieder viele neue Blüten tragen.

Rückschnitt der Stockrosen nach der Blüte

Von Juli bis weit in den September hinein blüht die imposante Pflanze und schenkt so jedem Hobbygärtner Freude. Direkt nach der Blüte ist es möglich, die Stockrose zurückzuschneiden. Dies ist, wie eigentlich bei allen Gehölzen und Stauden, nicht zwingend notwendig. Jedoch hat sich ein Rückschnitt in der Praxis bewährt und trägt dazu bei, die Lebensdauer der Pflanze zu verlängern. Viele neue Blüten sind dann im Folgejahr der Lohn für die Arbeit. Beim Rückschnitt werden die einzelnen Stängel bis auf ca. 10 cm eingekürzt. Dabei ist zu beachten, dass unbedingt eine scharfe Gartenschere oder ein scharfes Messer verwendet wird. Rosenscheren oder kleinere Astscheren sind für das Zurückschneiden der Stockrosen am besten geeignet. Ein scharfes Schneidewerkzeug ist unabdingbar, da es sonst zu unsauberen Pflanzenwunden kommen kann, welche das Malvengewächs schwächen.

Es geht auch ohne Rückschnitt

Eine Stockrose lebt zwei Jahre lang. Im ersten Jahr bildet die Pflanze lediglich eine Blattrosette. Erst im Folgejahr erscheinen die Blüten und danach sammelt sich der Samen in der Samenkapsel - vorausgesetzt, man verzichtet auf einen Rückschnitt. Die Stockrose stirbt danach ab und die jungen Pflanzen wachsen um sie herum neu. Ein wunderbarer Kreislauf, in den der Gärtner eigentlich nicht einzugreifen braucht. Lediglich ein Vereinzeln der neuen Pflanzen ist anzuraten, wenn diese in Folge der Selbstaussaat zu dicht beieinander stehen.

Die übliche Praxis

Der eine Hobbygärtner pflegt seine tiefrote Stockrose, während ein anderer mächtig stolz auf seine seltene, fast schwarze Malvenart ist. Unter Gartenfreunden ist es üblich, sich gegenseitig Samen oder junge Triebe auszutauschen, um ein interessantes Farbspiel im Garten zu erhalten, ohne dabei zusätzliche Kosten zu haben. Ein Rückschnitt der Stockrosen bietet zwar die Chance auf eine imposante Blütenfülle im kommenden Jahr, ist jedoch keine Garantie dafür. Daher werden Stockrosen auch eher selten nach der Blüte eingekürzt. Um optisch ein schöneres Bild zu erhalten, können jedoch die verwelkten Blüten abgeschnitten werden, sofern keine Gewinnung des Samens gewünscht wird.

Sie sehen: Stockrosen zu schneiden ist wirklich kein großer Akt, der auch Menschen ohne den berühmten "grünen Daumen" gelingt. Und lässt man der Natur ihren Lauf, so bringt diese Jahr für Jahr immer wieder neue Pflanzen hervor. So entsteht das typische Flair eines Bauerngartens, in dem ja auch nicht alles picobello geschnitten und in gerade Bahnen gelenkt wird.
Text: K. L.

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