Rosen vermehren im Garten

Rosen vermehren
Die Stecklinge zum Rosen vermehren werden
im August geschnitten - Foto: © Miriam Dörr

Die Königin unter den Blumen ist bei Jung und Alt beliebt. Das ist deutlich zu sehen, wenn man einmal durch eine Kleingartenanlage spaziert oder einen Blick auf die Gärten verschiedener Einfamilienhäuser wirft. In fast jedem Gärtner wächst irgendwann der Wunsch heran, seine schönsten Exemplare selbst zu vermehren. Viele denken dabei zuerst an die Veredelungsmethode, welche in Gartenbaubetrieben gang und gäbe ist. Doch dieses Vorgehen braucht eine erfahrene Hand und jede Menge Übung. Viel einfacher und auch für den Hobbygärtner leicht realisierbar ist die Vermehrung der Rosen durch Stecklinge.
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Anleitung: Rosen vermehren mit Stecklingen

Doch was braucht man zum Rosen vermehren und wann schneidet man die Stecklinge?

Welche Rosen können vermehrt werden?

Die Veredlungsmethode bringt einen fast 100 % - igen Erfolg. Ganz so hoch sind die Chancen bei der Vermehrung durch Stecklinge allerdings nicht. Im Durchschnitt bilden nur etwa die Hälfte aller Stecklinge Wurzeln und können anschließend an ihren vorgesehenen Standort versetzt werden. Und auch nicht alle Rosensorten sind für die Stecklingsvermehrung geeignet. Ganz gute Ergebnisse werden bei Kletterrosen, Strauchrosen und Bodendeckerrosen erzielt. Edelrosen wachsen dagegen relativ schlecht an.

Diese Dinge benötigen Sie

Um Rosen selbst zu vermehren sind nur wenige Utensilien notwendig, die sich in der Regel in jedem Garten befinden. Zum Vorstechen der Pflanzrille benötigen Sie eine kleine Gartenschaufel, für das Abtrennen einer eventuell vorhandenen Knospe oder Blüte sowie für das Abschneiden der Stecklinge eine gut funktionierende, scharfe Gartenschere und zum Abdecken der Stecklinge einen Folientunnel. Schließlich sollen die heranwachsenden Pflanzen vor Wind und Wetter gut geschützt sein. Nachdem Sie sich einen geeigneten Platz für das Stecklingsbeet ausgesucht haben, können Sie zur Tat schreiten.

Stecklinge schneiden

Idealerweise schneiden Sie die Stecklinge im August. Zu diesem Zeitpunkt sind die einjährigen Triebe schon gut verholzt. Trennen Sie davon mit der Gartenschere ein etwa 15 cm langes Stück ab. Das obere Ende des Triebes wird, inklusive einer eventuell vorhandenen Knospe oder Blüte, ebenfalls mit der Gartenschere abgeschnitten. Dabei sollte die Schnittstelle oberhalb eines gut ausgebildeten Blattes liegen. Lassen Sie die obersten beiden Blätter stehen und knipsen Sie alle anderen Blätter ab. So vorbereitet wird der Steckling zwischenzeitlich in ein Glas Wasser gestellt, bis alle Stecklinge geschnitten sind. Tipp: verwenden Sie dafür unterschiedliche Gefäße, denn sonst wissen Sie am Ende nicht mehr, welcher Steckling zu welcher Rose gehört.

Stecklinge in die Erde bringen

In den humosen und lockeren Boden wird nun mit der Gartenschaufel eine Rille gezogen. Damit die Stecklinge besser anwurzeln, können Sie deren Enden vor dem Stecken in ein Bewurzelungspuder eintauchen. Dieses ist im Gartencenter oder in Gärtnereien erhältlich. Nun werden die Triebe bis kurz unterhalb des Blattes in die Pflanzrille gesteckt. Die Rille mit Erde schließen und anschließend vorsichtig angießen. Kennzeichnen Sie auch hier wieder die Stecklinge mit einem kleinen Pflanzschildchen, um sie später der jeweiligen Rosensorte und Rosenfarbe zuordnen zu können. Wind und Wetter schaden unter Umständen den Stecklingen, daher ist es sinnvoll, einen Folientunnel über die Rosenstengel zu ziehen. Sorgen Sie für eine regelmäßige Bewässerung, denn nur so werden die Stecklinge im nächsten Frühjahr austreiben. Bis zum Umsetzen an die vorgesehene Stelle im Garten dauert es dann noch bis in den Herbst hinein. Erst dann haben sich an den Stecklingen die Wurzeln soweit ausgebildet, dass ein Umpflanzen möglich ist. Bis dahin sollten Sie die Triebe immer wieder mal entspitzen. Diese Maßnahme sorgt für eine gute Verzweigung der Rosenpflanze.

Auch dann, wenn Sie keinen Garten besitzen, können Sie Rosen selbst vermehren. Das Prinzip ähnelt sich, nur dass die geschnittenen Rosenstengel statt in ein Beet in einen großen Blumentopf gesteckt werden.

Rosen nach der Stecklingsmethode zu vermehren ist gar nicht so schwierig. Auch als Gartenanfänger können Sie sich an dieses Projekt heranwagen. Zugegeben: die Wartezeit bis zur fertig vermehrten Pflanze ist ziemlich lang. Doch die Geduld wird belohnt, wenn Sie voller Stolz die selbst vermehrten Rosen betrachten und sich an ihnen erfreuen.
Text: K. L.

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