Johannisbeeren im Garten

Rote Johannisbeeren
Rote Johannisbeeren im Garten
Foto: © Miramiska

Sie gehören zu den beliebtesten und bekanntesten Beerensträuchern in heimischen Gärten und sind nach den Erdbeeren das meistangebaute Obst. Da sie robust und pflegeleicht sind, lieben sie auch Gartenanfänger sehr. Ihre Früchte sind wahre Vitaminbomben, gesund und lecker. Den schmackhaften und bekannten Cassis-Likör gäbe es ohne die herben Johannisbeeren nicht, auch keine Johannisbeer-Gelees oder säuerliche Johannisbeerkuchen. Der Anbau lohnt sich also.

Garten Johannisbeeren werden seit dem 15. Jahrhundert in Kultur gezüchtet. Moderne Sorten gehen höchstwahrscheinlich auf Kreuzungen mit der alten Felsen-Johannisbeere zurück und werden heute zur Veredelung auf die Goldjohannisbeere aufgepfropft. Ihren Namen verdanken die Beeren Johannes dem Täufer. An dessen Geburtstag, dem 24. Juni, sind die meisten Sorten erntereif.

Tipps für den Anbau von Johannisbeeren:

Was ist beim Pflanzen und der Pflege von Johannisbeeren zu beachten? Welche Johannisbeersorten gibt es? Das und vieles mehr erfahren Sie erfahren Sie auf den folgenden Seiten:

Rot - weiß - schwarz: Johannisbeerensorten sind Geschmackssache

Am bekanntesten sind wohl die roten Johannisbeeren, sie werden frisch nach der Ernte in leuchtendem Rot in Supermärkten und auf dem Wochenmarkt verkauft. Die roten Beeren sind auch beliebt als Gartenfrüchte, viele Hobbygärtner bauen sie selbst an. Da sie besonders saftig sind und eine recht intensive Säure enthalten, eignen sie sich hervorragend für Gelees.

Weiße Johannisbeeren sind heute fast ausschließlich in Privatgärten zu finden. Streng genommen sind sie lediglich eine Farbabwandlung der roten Johannisbeere. Entsprechend haben sie die gleichen Eigenschaften, abgesehen von der Farbe. Auch für sie ist der säuerliche Geschmack charakteristisch. Lediglich Rhabarber und Sauerkirschen übertreffen noch den sauren Geschmack.

Gänzlich anders im Geschmack zeigen sich schwarze Johannisbeeren. Sie verbreiten überdies einen sehr intensiven Geruch. Die dunklen Früchte sind weniger sauer, dafür eher herb und süß zugleich. Durch geringe milde Säure werden die Schwarzen Johannisbeeren gern als Dessert oder Likör verarbeitet. Um das Aroma der schwarzen Johannisbeere mit der Säure der Stachelbeeren zu kombinieren, wurde die Jochelbeere als Kreuzung gezüchtet. Sie kommt der Schwarzen Johannisbeere sehr nahe.

Ernte der Johannisbeeren: Reife Früchte - empfindliches Obst

Mann beim Johannisbeeren ernten
Johannisbeeren sollten nach der Ernte schnell
verarbeitet werden - Foto: © fotoknips

Johannisbeeren müssen immer reif geerntet werden. Stehen Sie auf dem Markt also vor blassen Früchten, werden Sie daran keine große Gaumenfreude haben. Reife Johannisbeeren sind sehr druckempfindlich und anfällig für Schimmel. Daher werden sie möglichst schnell nach der Ernte verarbeitet.

Johannisbeeren sollten immer in einer Schüssel statt unter fließendem Wasser gewaschen und danach geputzt werden, das heißt die Beeren von den Stengeln gezupft oder mit einer Gabel abgestreift werden. Im Kühlschrank lassen sich die Beeren meist nur zwei Tage lagern. Eingefroren oder als Konserve sind sie auch für den Winter ein leckerer Vitaminvorrat.

Gesunde Beeren - leckeres Essen

Johannisbeeren sind der Knaller: so enthalten rote Johannisbeeren dreimal mehr Vitamin C als eine Orange. Außerdem zeichnen sie sich durch weitere wichtige Vitamine und als ein bedeutender Mineralstofflieferant aus. Überdies hinterlassen sie kein "Hüftgold", denn Johannisbeeren haben auf 100 g nur rund 40 Kalorien. Kein Wunder also, dass Johannisbeeren schon vor Jahrhunderten als Medizinpflanzen gezogen wurden. Heute wissen wir, dass zum Beispiel Schwarze Johannisbeeren freie Radikale in den Körperzellen abfangen. Ein Grund mehr, die aromatischen Vitaminbomben in der gesunden Küche zu verarbeiten. Aus ihnen lassen sich nicht nur leckere Kuchen, Desserts und Marmeladen zubereiten, auch vitaminreiche Säfte oder süßer Cassis-Sirup werden aus den Beeren gezaubert. Ohne den farblich interessanten Cassis-Likör gäbe es wohl einen der berühmtesten Cocktails nicht: den Kir Royal. Er wird aus dem Likör und Champagner gemischt. Kinder lieben die roten sauren Beeren, wenn sie in der klassischen roten Grütze gekocht wurden. Herzhaft werden Johannisbeeren gern in Chutneys auf den Teller gebracht.

Johannisbeeren anbauen ohne Aufwand

Die meist anspruchslosen Johannisbeersträucher bringen reiche Erträge, sofern sie auf humosem Boden gedeihen dürfen und nach der Ernte zurückgeschnitten werden. Mehr braucht es nicht, um die leuchtenden Früchte genießen zu können. Steht der Johannisbeerstrauch, den es übrigens nicht nur als Strauch, sondern auch als Hochstamm zu kaufen gibt, in der Sonne und wird durch Mulch über dem Wurzelwerk der Boden um den Strauch feucht gehalten, werden Gärtner lange daran Freude haben.

Die beliebten Johannisbeersträucher sind nicht ohne Grund eine der am häufigsten angebauten Obstsorten in heimischen Gärten. Ihre Früchte sind gesund, ertragreich und schmecken frisch vom Strauch geerntet genauso gut wie morgens als Gelee auf dem Brötchen.
Text: C. D.

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