Der April im Garten - Eine Reise durch das Gartenjahr - Teil 4 :

Der April ist ein Frühlingsmonat. Viele Gartenbesitzer erwarten ihn sehnsüchtig, da man nun endlich wieder im Garten rumwirtschaften kann. Doch leider ist man im April auch oft auf das Wetter angewiesen. Am Monatsanfang kann es manchmal noch winterlich sein mit Schnee und Eis und am Monatsende kann es auch schon sommerlich warm werden. Hier heißt es aufpassen und den Wetterbericht verfolgen.

Welche Arbeiten kann man im April im Garten erledigen?

Mann bei der Rasenpflege
Die Rasenpflege ist nur eine Arbeit, die man im
April erledigen kann - Foto: © Marco2811

1. Rasenpflege

Im Frühjahr können die meisten Rasenflächen eine Frischekur sehr gut gebrauchen. Ein gepflegter Rasen bietet eine dichte Fläche, die unempfindlich ist gegen häufiges Begehen und Bespielen. Wer im Frühjahr etwas Zeit in die Rasenpflege investiert, wird den Rest des Jahres mit einer satten Grünfläche guter Qualität belohnt. Vor dem ersten Mähen müssen tote Pflanzenteile und Moos aus dem Rasen entfernt werden. Vor allem an schattigen, feuchten Stellen bildet sich schnell Moos. Auch saure Böden neigen dazu, schnell Moos anzusetzen.

Das Entfernen kann mit Hilfe einer Harke erfolgen, ist aber vor allem bei großen Flächen sehr mühselig. Besser funktioniert das Ganze mit einem Vertikutierer. Beim Vertikutieren übernehmen Messer die Arbeit, die sonst von den Zinken der Harke erledigt wird. Die Messer rotieren mit einer Tiefe von bis zu fünf Zentimetern im Boden. Dadurch werden auf einfache Weise nicht nur Moos und Filz, sondern selbst flach wurzelnde Unkräuter effektiv entfernt. Ein elektrischer Vertikutierer ist schon recht günstig erhältlich. Wer das Gerät nur einmal im Jahr benötigt, kann es ebenso in vielen Baumärkten gegen eine geringe Gebühr ausleihen. Vielleicht stellen sogar Nachbarn oder Bekannte ihr Gerät kostenlos zur Verfügung.

Wer sich das anschließende Harken sparen möchte, mäht den Rasen einfach mit angehängtem Korb. Allerdings sollte dieser Abfall nicht auf dem Kompost entsorgt werden oder gar als Mulchschicht dienen. Sonst verbreiten sich Unkräuter, die im Rasenschnitt sind, später an unerwünschten Stellen im Garten, nämlich dort, wo der fertige Kompost aufgebracht wird.

Oft entstehen durch das Vertikutieren große Lücken in der Rasenfläche. Hier kann das Aussäen von Rasensamen die Lücken schnell schließen. Es sollte möglichst der Rasensamen ausgewählt werden, der sich für den jeweiligen Standort und die Funktion des Rasens am besten eignet. Sobald der neue Rasen beigewachsen ist, kann mit dem regelmäßigen Mähen begonnen werden. Dabei sollte möglichst alle 14 Tage gemäht werden. Je nach Rasenart kann genauso ein wöchentliches Mähen nötig sein. Größere Abstände als zwei Wochen sind nicht ratsam, da die Grasnarbe dann nicht gleichmäßig genug wächst und instabil wird. Frischer Rasen sollte im ersten Jahr auf vier Zentimeter eingekürzt werden. Bei älteren Rasenflächen kann die Schnitttiefe ruhig drei Zentimeter betragen.

Wer die Anlage neuer Rasenflächen plant, sollte für die Umsetzung das Frühjahr wählen. Der Boden muss gut gelockert und unkrautfrei sein. Lehmböden sind für die Anlage eines Rasens ungeeignet und müssen vorher eventuell aufgebessert werden. Ansonsten kann es passieren, dass der Rasen durch mangelnde Wasserspeicherung in heißen Monaten schnell verbrennt. Vor dem Säen muss die Fläche geebnet werden. Am besten mit einer Walze. Dann wird der ausgewählte Samen entweder von Hand oder besser noch mit einem Streuwagen ausgesät. Pro Quadratmeter Fläche müssen dabei 25 Gramm Samen eingeplant werden. Nach dem Säen wird das Saatgut eingetreten oder eingewalzt und angegossen. In der Folgezeit ist regelmäßiges Wässern unerlässlich. Vor allem im ersten Jahr benötigt der neue Rasen speziellen Rasendünger, aber auch später sollte an regelmäßige Düngergaben gedacht werden. Eine Verwendung von Dünger, der gleichzeitig gegen Moos wirkt, ist dabei die bessere Wahl. Neben dem Düngen und Mähen sollte ein regelmäßiges Belüften der Rasenfläche nicht vergessen werden. Mehr Tipps zur Rasenpflege im Frühjahr. Rasenpflege im Frühjahr

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2. Hecken und Sträucher schneiden

Im Frühjahr erhalten Laubhecken, wie zum Beispiel Buche ihren ersten Schnitt. Dieser Schnitt ist sehr wichtig, damit die Hecke besser austreibt und schön dicht wächst. Beim Heckenschnitt arbeitet der Gärtner sich am besten von oben zu den Seiten. Zuerst wird die Hecke waagerecht auf die gewünschte Höhe eingekürzt. Ein über zwei Pfosten gespanntes Band hilft dabei als Orientierung, damit die Hecke hinterher wirklich schön gerade ist. Danach werden die Seiten geschnitten. Sowohl in der Höhe als auch an den Seiten sollten zwei Drittel entfernt werden. Ein Rückschnitt bis in das alte Holz fördert den Neuaustrieb. Tipps zum Hecke schneiden

Ziergehölze, die im Sommer oder Herbst blühen und bisher wegen bestehenden Frösten nicht zurückgeschnitten wurden, erhalten spätestens im April ihren Frühjahrsschnitt, bevor sie neu austreiben. Die meisten Sträucher werden dabei großzügig beschnitten, es genügt, wenn etwa 20 bis 30 Zentimeter der Triebe stehen bleiben. Nur dann sind ein kräftiger Neuaustrieb und eine reichliche Blütenbildung gewährleistet. Bei älteren Sträuchern sollten zudem nach innen wachsende und stark verholzte Triebe ganz entfernt werden.

Wer jetzt die Weinreben ausgeizt, wird mit reicher Ernte belohnt. Dafür werden Jungtriebe so abgeschnitten, dass nur noch zwei kräftige Blätter hinter der Blüte stehen bleiben.

Eriken werden um ihre verblühten Triebe vom letzten Jahr erleichtert. Ab der Monatsmitte, wenn keine Fröste mehr drohen, können die Triebe bis knapp über den Boden eingekürzt werden.

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3. Kompost sieben und umsetzen

Kaum ein Gärtner, der Wert auf biologisches Gärtnern legt, wird auf einen eigenen Komposthaufen verzichten. Wichtig beim Aufstellen des Komposts ist ein gebührender Abstand zum Nachbarn, damit dieser keinen Anlass findet, sich über etwaige Geruchsbelästigungen zu beschweren. Außerdem sollte der Kompost nicht zu sonnig stehen, weil die darin befindlichen Lebewesen eine gewisse Feuchtigkeit brauchen, um den Kompost zu wertvollem Humus zu verwandeln. Anders herum ist ein zu nasser Standort auch nicht gut, weil es dann zu Fäulnis kommt. Notfalls kann eine Abdeckung die Lösung sein.

Ein Kompost muss nicht unbedingt unansehnlich sein. Eine ansprechende Randbepflanzung bietet selbst für die hauseigene Kompostanlage einen idealen Rahmen. Im Handel sind verschiedene Kompostbehältnisse vom einfachen Bretterverschlag bis hin zum Thermokomposter erhältlich. Wer handwerklich geschickt ist, kann sich sogar selbst ein entsprechendes Silo aus Holz, Mauerwerk oder Beton bauen. Wichtig beim Selbstbau ist, dass der Behälter sich zum leichteren Entnehmen und zum Umsetzen des Komposts an einer Seite ganz öffnen lässt.

Im April wird der Kompost durchgesiebt, um reifen Kompost von grobem Material zu trennen, welches noch nicht vollständig verrottet ist. Idealerweise steht ein leeres Behältnis zur Verfügung, um mit dem halb verrotteten Grobkompost sowie etwas Reifkompost und frischem Material einen neuen Kompost anzusetzen. Der gesiebte Kompost wird als Dünger auf die zu bearbeitenden Beete aufgebracht. Beim Ansetzen eines neuen Komposts kommt es auf die richtige Mischung an. Den Boden sollte ein wenig Strauchschnitt bilden. Er dient der Belüftung von unten und lässt überschüssige Flüssigkeit besser abfließen.

In den Kompost kommen neben Küchenabfällen und Gartenabfällen genauso Laub und angetrockneter Grünschnitt vom Rasenmähen. Nicht auf den Kompost gehören Zitrusfrüchte, Fisch, Fleisch, Käse, Wurzelunkräuter oder samentragende Unkräuter sowie kranke Pflanzen oder Teile davon. Eierschalen und Nussschalen verrotten sehr langsam, weshalb diese ebenfalls nur spärlich im Kompost landen sollten. Die Zugabe von Holzasche tut sauren Böden gut. Das Hinzufügen von Kompostbeschleuniger dient der schnelleren Verrottung. Durch Zugabe selbst hergestellter Brühen und Jauchen kann die Qualität des Komposts verbessert werden. Bis ein neu angesetzter Kompost in verwertbaren Humus umgewandelt wurde, vergeht mindestens ein halbes Jahr. Besser ist es, den Kompost ein ganzes Jahr ruhen zu lassen. Auch aus diesem Grund ist es sinnvoll, nicht nur einen, sondern zwei bis drei Behälter zur Verfügung zu haben.

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4. Neue Gartenprojekte angehen

Das Frühjahr ist günstig, um über den Winter ausgereifte Pläne für den Garten in die Tat umzusetzen. Wie wäre es zum Beispiel mit der Anlage eines neuen Kräuterbeets, eines Steingartens oder dem Bepflanzen schattiger, bisher unansehnlicher Ecken?

Für Schattenplätze stehen dem Gärtner mehr attraktive Pflanzen zur Verfügung als es auf den ersten Blick scheint. Als mächtige Hintergrundbepflanzung eignet sich zum Beispiel der Waldgeißbart, der bis zu zwei Meter hoch werden kann und große, weiße Blütenstände ausbildet. Wer Astilben mag, kann sich sicher genauso für den Wald-Geißbart begeistern. Da diese Pflanzen sehr schnell an Wuchs zunehmen, dienen sie zudem in kurzer Zeit als Sichtschutz. Den Waldgeißbart gibt es gleichfalls in kleinerer Ausführung, falls die Schattenecken nicht so mächtig werden sollen. Als Begleitstauden bieten sich Storchschnabel und verschiedene Lilienarten an. Sogar Funkien, die ebenfalls attraktive Blüten ausbilden und verschiedene Blattzeichnungen aufweisen können, fühlen sich im Schatten wesentlich wohler als in der prallen Sonne. Weiterhin machen sich Farne im Schatten sehr gut und kommen dank neuer Formen und Farben alles andere als langweilig daher.

Wer die Anlage eines Kräuterbeets plant, kann zwischen verschiedenen Arten wählen. Ob eine Kräuterspirale besser in den Garten passt oder lieber ein Kräuterbeet à la Klostergarten, hängt vom Gesamtbild des Gartens ab. Wichtig ist, diejenigen Kräuter zusammen zu pflanzen, die ähnliche Pflegeansprüche haben. So kann ein Viereck des Klostergartens oder ein Stück der Kräuterspirale eine Drainage aus Bauschutt bekommen. Darüber kommt eine Mischung aus Gartenerde und Sand, wo anspruchslose Mittelmeerkräuter bestens gedeihen. Anspruchsvollere Kräuter bekommen ein Beet aus hochwertiger Erde, die mit Kompost angereichert wurde. Nicht nur Kräuter, die im Haus überwintern, sondern auch Petersilie wachsen besser in Topf oder Kübel. Wer die Petersilie dennoch im Beet ansiedeln möchte, muss dabei ständig den Standort wechseln. Wo im Vorjahr Petersilie stand, wird in diesem Jahr ganz sicher keine wachsen. Der Gärtner spricht hierbei von Selbstunverträglichkeit. Stark wuchernde Kräuter, wie beispielsweise alle Minzenarten sind ebenfalls im Topf besser aufgehoben.

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5. Gemüse säen

Jetzt beginnt die Freilandsaison für die meisten Gemüsearten. Wer ganzjährig eine Vielfalt frischen Gemüses ernten möchte, muss Pflanz- und Erntezeiten der einzelnen Sorten exakt aufeinander abstimmen. Das klappt sogar auf sehr kurzen Flächen. Bei sehr engen Beeten sollte zudem auf Wege verzichtet werden, um mehr Platz für Pflanzen zu lassen. Einige wenige Steine oder kleine Bretter als Trittfläche sind völlig ausreichend. Je geringer die Fläche, umso sorgfältiger muss die Planung im Vorfeld sein.

Bereits Ende Februar, wenn die Witterung es zulässt, kann in 40 Zentimeter Reihenabstand mit der Aussaat von Spinat ins Freiland begonnen werden. Kurz darauf folgen dazwischen schon erste Schnittsalate, Radieschen, Rettich, Puffbohnen und Dill. Der Spinat ist bereits Ende März / Anfang April erntereif und macht Platz für Folgesaaten anderer Gemüsesorten. Gleichzeitig kann der nicht geerntete Spinat geschlagen werden und an Ort und Stelle liegen bleiben, wo er im Gemüsebeet als Mulchmaterial und Humuslieferant dient. Später kann diese Mulchschicht durch angewelkten Rasenschnitt ergänzt werden. Bei sorgfältiger Beachtung von Pflanz- und Säzeiten kann fast ganzjährig frisches Gemüse geerntet werden, denn späte Sorten, wie Grünkohl und Feldsalat können unter Vlies bis zum Februar frisch vom Beet geholt werden. Für manche Pflanzenarten empfiehlt sich im Übrigen die Anzucht im Haus oder Frühbeet, um die zarten Pflänzchen vor Schädlingen zu schützen. Erst, wenn die Pflanzen robust genug sind, werden sie nach draußen gepflanzt. Lesen Sie auch: Zucchini Aussaat

Rund um das Gemüsebeet sind niedrige Einfassungen sinnvoll, weil sie zum Einen vor Wind und damit einem schnellen Austrocknen des Bodens schützen und zum Anderen helfen, die Erde im Beet zu lassen. Für die Einfassung kommen verschiedene Varianten in Frage. Das hängt vom persönlichen Geschmack und der sonstigen Gestaltung des Gartens ab. Schnell und einfach angebracht sind Einfassungen aus Randsteinen oder Holzpflöcken. Natürlicher wirken geflochtene Mini-Zäune aus Weidenruten, die oft kostenlos von Baumschulen bezogen werden können. Weiterhin sorgen kleine Hecken aus Buchsbaum oder ähnlichem für einen sauberen Abschluss.
Text: B. L.

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