Der Dezember im Garten - Reise durch das Gartenjahr - Teil 12

Der Dezember ist ein Wintermonat. Kaum einer denkt im Dezember an die Gartenarbeit, denn schließlich hat man ja für Weihnachten noch einiges vorzubereiten. Dennoch gibt es auch in diesem Monat einiges im Garten zu tun!

Welche Gartenarbeit kann man im Dezember erledigen?

Immergrüne Gewächse wie der Feuerdorn sind im Dezember
ein Farbtupfer im Garten - Foto: © macroart

1. Vielseitige Immergrüne

Ein Garten ohne immergrüne Gehölze würde im Dezember einen ziemlich trostlosen Anblick bieten. Immergrünes, wie Stechpalmen überzeugen nicht nur durch ihr intensives Blattgrün, sondern auch durch ihre roten Beeren, die vor allem in winterlicher Landschaft so richtig schön zur Geltung kommen. Ebenfalls rote Beeren trägt der Feuerdorn. Hier sind jedoch nicht alle Sorten ausnahmslos frosthart. Je nach Region und klimatischen Verhältnissen kann es schon einmal zu leichten Erfrierungen kommen. Die Pflanze erholt sich aber, wenn die betroffenen Triebe zurückgeschnitten werden. Nach dem Rückschnitt trägt die Pflanze nicht so viele Blüten und Beeren wie sonst, dieses Manko wird aber schnell wieder aufgeholt.

Ganz ohne Blätter, aber nicht weniger an Wirkung ist der Winterschneeball, der bereits im November beginnt, feine rosafarbene Blüten auszubilden und im Dezember in seiner ganzen Pracht erstrahlt. Konkurrenz hat er in diesem Monat nicht zu fürchten, denn andere Winterblüher wie Hamamelis zeigen ihr Blütenkleid etwas später.

Die dicht wachsenden Nadelgehölze

Aber auch die dicht wachsenden Nadelgehölze sind ein toller Blickfang im Garten, vor allem, wenn ihr dichtes Blattgrün von erstem Raureif überzogen oder von einer dünnen Schneeschicht bedeckt ist.

Nadelgehölze bieten sich im Dezember wunderbar für adventliche und weihnachtliche Dekorationen an, von denen ruhig auch die Vögel im Garten etwas haben dürfen. So sieht ein weihnachtlich geschmückter Baum mit Schleifen und wetterfesten Sternen sehr schön aus, wenn er zusätzlich mit Meisenknödeln, Ringen, Knabberstangen und selbst gefüllten Tontöpfen, die jede Menge Leckereien für die gefiederten Freunde enthalten, bestückt ist.

Natürlich wirken die immergrünen Nadelgehölze in ihren unterschiedlichen Farbgebungen auch ganz ohne Schmuck wunderbar im Garten. Da keine konkurrierenden Pflanzen vorhanden sind, haben die Immergrünen zu dieser Jahreszeit ihren ganz großen Auftritt.

Der Nutzen der Nadelgehölze

Neben den schmückenden Akzenten, die immergrüne Gewächse im Garten bieten, haben die dicht wachsenden Nadelgehölze, wie Fichten und Koniferen auch noch einen Nutzen für andere Pflanzen im Garten. Von ihnen kann wunderbar dichtes Reisig geschnitten werden, welches dem Frostschutz empfindlicher Pflanzen dient. Da es nun wirklich langsam empfindlich kalt wird, sollten Stauden und empfindliche Gehölze in diesem Monat abgedeckt werden, bevor die ersten großen Schneefälle kommen.

Aber nicht nur die Pflanzen, auch der Teich und leere Beete können wunderbar mit Nadelholzreisig abgedeckt werden. Sie wirken dadurch weniger kahl, weil die grüne Farbe des Reisigs ein wenig Hoffnung in den Kreislauf des Gartenlebens bringt. Nadelholzreisig ist sehr widerstandsfähig und besonders lange haltbar. Deshalb muss es den ganzen Winter über nicht erneuert werden und reicht bis in den März hinein, wenn die Pflanzen wieder den ersten wärmenden Sonnenstrahlen ausgesetzt werden.

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2. Barbarazweige schneiden

Am 04. Dezember ist Barbaratag. Auf eine alte Tradition zurückzuführen ist das Schneiden der so genannten Barbarazweige. Diese Tradition basiert auf der Ehrung der heiligen Barbara, die im 3. Jahrhundert lebte und in Zeiten der Christenverfolgung von ihrem eigenen Vater angezeigt und daraufhin hingerichtet wurde. In Aussicht auf ihren baldigen Tod erfreute sie sich an einem verdorrten Kirschzweig, der in ihrer Zelle an ihren letzten Tagen zu blühen begonnen hatte.

Der Schnitt

Geschnitten werden Zweige von blühenden Gehölzen, die bereits im Dezember Knospenansätze zeigen. Dabei kann jeder nach Belieben seine bevorzugten Blütengehölze auswählen. Neben Süßkirschen und Kornelkirschen dürfen es auch Haselnuss oder Forsythien sein. Weiterhin geeignet sind Holunder, Apfel, Rotdorn, Pflaume oder Kastanie.

Nach dem Schnitt sollten die Zweige für eine Nacht in lauwarmes Wasser gelegt werden, am besten in der Badewanne. Danach werden sie in einem warmen Raum in eine Vase gestellt. Zeigen sich an den Weihnachtstagen die ersten Blüten, soll dem Besitzer für das folgende Jahr das Glück sicher sein.

Die Blütezeit

Normalerweise sollten die Zweige zu blühen beginnen, sofern sie rechtzeitig ins Haus geholt werden. Wer den Barbaratag vergisst, darf auch ruhig mal ein wenig schummeln und die Zweige einen oder zwei Tage später schneiden, sie werden nach der richtigen Behandlung dennoch bis Weihnachten blühen.

Um ein Austreiben der Knospen zu unterstützen, kann in das Wasser etwas Frischhaltemittel für Blumen gegeben werden, alternativ ein Esslöffel Zucker. Außerdem sollte das Wasser in der Vase ungefähr alle drei Tage erneuert werden.

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3. Gehölze und Bäume pflanzen

In diesem Monat können an frostfreien Tagen, solange der Boden offen ist, allerlei Gehölze und Bäume gepflanzt werden. Während Ballenware fast ganzjährig gepflanzt werden kann, ist ab dem Spätherbst die günstigste Zeit zur Pflanzung von Bäumen und Gehölzen ohne Ballen. Da sich die Pflanzen nun in ihrer Ruhephase befinden, sind die Aussichten, dass sie im Boden anwachsen, sehr gut. Außerdem sind die mit der Pflanzung verbundenen Risiken gering, die Pflanzen können kaum Schaden nehmen.

Den Standort auswählen

Vor dem Pflanzen sollte der Standort genau bestimmt werden, wobei nicht vom jetzigen Zustand des Baums ausgegangen werden sollte, sondern von seiner späteren Größe. Ein Apfelbaum, der jetzt noch klein und niedlich ist, wird in zehn Jahren vielleicht mit seinen Ästen einen Weg oder gar eine Zufahrt versperren. Da Gehölze und vor allem Bäume nicht versetzt werden sollten, muss das spätere Ausmaß bei der Planung des Standorts berücksichtigt werden.

Auch sollte berücksichtigt werden, dass manche Bäume oder Gehölze aufgrund ihres Laub- oder Nadelfalls mehr Arbeit machen und deshalb direkt in der Nähe von Wegen oder Terrassen aufgrund der Rutschgefahr eher ungünstig stehen würden. Wer nicht ständig hinterher fegen möchte, pflanzt solche Bäume vielleicht eher dort, wo Laub und Nadeln auch ruhig einmal liegen bleiben können.

Die Pflanzgrube

Die Wurzeln von Bäumen brauchen reichlich Platz, weshalb die Pflanzgrube eher breit als tief sein sollte. Von der Tiefe her reicht eine Spatentiefe, denn die Wurzeln werden rund um den Stamm ausgebreitet. Dafür sollte der Durchmesser der Grube ein, besser anderthalb Meter betragen. Die so ausgehobene Grube wird nun noch einmal spatentief umgegraben, um den Boden zu lockern und um den Wurzeln das Anwachsen zu erleichtern. Dabei wird auch gleich Kompost eingearbeitet, um den jungen Baum mit Nährstoffen zu versorgen.

Die Pflanztiefe und der nötige Halt

Die Pflanztiefe des Baums oder des Gehölzes ergibt sich daraus, wie tief diese in der Baumschule in der Erde gestanden haben. Ebenso tief sollten sie im eigenen Garten wieder in die Erde gebracht werden. Bäume brauchen ein wenig Unterstützung, damit sie durch Wind oder Schnee nicht umfallen. Deshalb wird in der Mitte der Pflanzgrube ein Pfahl in die Erde geschlagen, der einen Durchmesser von mindestens vier Zentimetern haben sollte und von der Höhe her etwa bis zu den unteren Baumästen reichen sollte.

Neben den Pfahl wird nun der Baum gesetzt, wobei die Wurzeln gleichmäßig um Stamm und Pfahl verteilt werden. Sind Wurzeln beschädigt, werden diese abgeschnitten, denn sie bringen dem Baum keinen Nutzen mehr.

Danach wird die vorher ausgegrabene Erde vorsichtig über den Wurzeln verteilt, dabei den Baum immer wieder leicht schütteln, damit die Erde zwischen alle Wurzeln rutschen kann. Sind die Wurzeln bedeckt, wird die restliche Erde angefüllt und mit dem Fuß festgetreten. Der Stamm wird mit einem Strick aus Naturfaser an den Pflock gebunden, der Strick sollte jedoch nicht einschneiden. Jetzt noch angießen und das Bäumchen kann in Ruhe anwachsen.

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4. Baumpflege

Der Dezember bietet sich geradezu an, die Bäume im Garten zu pflegen, denn es stehen sonst nicht viele Arbeiten an. Hilfreich ist eine Behandlung der Rinde, bei der Schädlinge und totes Material vom Stamm entfernt werden. Am besten wird vorher eine Plane um den Stamm gelegt, damit die abgebürsteten Teile anschließend entsorgt werden können. Zur Rindenpflege wird eine nicht zu harte Bürste aus Naturborsten verwendet. Damit wird der ganze Stamm bearbeitet. Bitte nicht zu stark bürsten und auf keinen Fall Drahtbürsten oder ähnliches verwenden, denn damit wird die Rinde beschädigt, Krankheitskeime und Schädlinge haben leichtes Spiel. Beim Bürsten können leicht Larven und Eier von Schädlingen enternt werden, denn viele dieser Nutznießer legen ihre Eier unter loser Borke ab.

Sollten am Baum noch eingerollte Blätter hängen, werden diese sorgfältig entfernt, denn auch hier können sich Schädlinge verbergen, die nur darauf warten, im Frühjahr über das frische Grün der Bäume herzufallen. Gleiches gilt natürlich für Früchte, die noch am Baum hängen. Auch diese sollten konsequent entfernt werden. Nach dieser Grundreinigung des Baums kann die untergelegte Folie mitsamt den Schädlingen im Hausmüll entsorgt werden.

Der Schutz für den Winter

Weiterhin zur Baumpflege für den Winter gehört ein weißer Kalkanstrich der Stämme. Vor allem junge Bäume sollten mit einem Anstrich geschützt werden. Die weiße Farbe verhindert, dass sich die Rinde an sonnenintensiven Tagen zu stark erwärmt und bei anschließendem Frost reißt. Dadurch können leicht Krankheitskeime eindringen, was vor allem junge Bäume dauerhaft schädigen kann. Damit sich am Stamm kein Moos bildet, kann dagegen ein geeignetes Mittel aufgetragen werden.

Den Halt überprüfen

Befinden sich junge Bäume im Bestand, sollte kontrolliert werden, ob Pfahl und Halterung noch fest sitzen, damit die Bäumchen bei starkem Schneefall oder Stürmen guten Halt haben. Zu fest sollte die Halterung aber auch nicht sitzen, das Seil darf keinesfalls einwachsen. Bei älteren Bäume empfiehlt es sich, die stärksten Äste abzustützen, um Schneebruch zu vermeiden. Wer in Waldnähe wohnt, sollte die Bäume außerdem vor Wildschäden schützen, indem um den Stamm Drahtgeflechte angebracht werden.

Befinden sich im Baumbestand alte oder kranke Bäume, die kaum noch Fruchtertrag bringen, kann nun mit der Planung begonnen werden, diese Bäume durch Neupflanzungen zu ersetzen.

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5. Gartengeräte-Check

Jetzt gibt es im Garten wenig zu tun, eine Zeit der Besinnung und Neuplanung steht an. In dieser ruhigen Phase ist die ideale Zeit, einmal eine Bestandsaufnahme bei den vorhandenen Gartengeräten zu machen. Dabei können die Gartengeräte auch gleich gründlich gereinigt und falls nötig repariert werden. Danach werden die Geräte winterfest eingelagert, damit sie im folgenden Frühjahr ohne weiteren Aufwand einsatzbereit sind. Nicht mehr funktionsfähige Gartengeräte sollten ohne schlechtes Gewissen aussortiert werden. Allerdings darf nicht vergessen werden, dafür eine Neuanschaffung zu tätigen. Deshalb sollte bei der Bestandsaufnahme gleich notiert werden, was fehlt.

Die Auswahl der Gartengeräte

Nicht jedes Gerät muss gleich neu angeschafft werden. Das gilt vor allem für die Geräte, die nur sehr selten gebraucht werden. So ist es nicht für jeden Gärtner sinnvoll, sich eine Motorsense, einen Häcksler oder einen Vertikutierer zu kaufen, wenn diese Arbeiten nur maximal einmal jährlich durchgeführt werden. Dafür lohnen sich die Kosten, die ein gutes Gerät mit sich bringt, kaum. Besser ist es, sich in der Nachbarschaft oder im Bekanntenkreis umzuhören, ob jemand ein solches Gerät zu verleihen hat. Anderenfalls können viele Gartengeräte, vor allen die großen, motorbetriebenen, bei einer Leihfirma oder im nahe gelegenen Baumarkt gegen eine geringe Gebühr für einen bestimmten Zeitraum ausgeliehen werden.

Verwendungszweck und Bodenbeschaffenheit beachten

Beim Check der Gartengeräte sollte ein Gärtner sich deshalb genau überlegen, welche Geräte er für den eigenen Zweck wirklich benötigt. Das hängt natürlich maßgeblich von dem Garten ab, denn jemand, der einen Ziergarten besitzt, braucht nun einmal weniger Geräte als jemand, der mit seinem Gemüsegarten die ganze Familie ernährt.

Abhängig von der Auswahl der Geräte ist die Beschaffenheit des Bodens und natürlich, wie die Geräte für jeden Einzelnen zu händeln sind. Auch die landschaftlichen Gegebenheiten und die Größe des Gartens sollten nicht außer Acht gelassen werden. Wer einen Garten mit Hanglage und ein großes Grundstück besitzt, wird mit einem Elektromäher nicht glücklich, sondern braucht einen leistungsfähigen Benziner, der auch mit schrägen Lagen und hohem Gras gut zurecht kommt.

Die standardmäßigen Gartengeräte

Unverzichtbar für jeden Gärtner sind ein Spaten und eine Grabegabel. Bei den Spatenblättern gibt es unterschiedliche Größen, auf die beim Kauf unbedingt geachtet werden sollte. Wer klein und zierlich ist und weniger Kraft hat, kommt mit einem Spaten besser zurecht, der ein kleineres Spatenblatt von 16 Zentimetern hat. Ein 19er Spatenblatt würde zu viel Kraftaufwand bedeuten, eine unnötige Quälerei, die so manchem die Gartenarbeit verleiden könnte.

Je nach Einsatzzweck sind mehrere Hacken notwendig, große Unkrauthacken für das Gemüsebeet, kleinere Handhacken für unzugängliche Stellen und zwischen den Stauden. Im Blumenbeet leisten außerdem eine Handgabel und Blumekellen gute Dienste. Zur Krümelung der Erde braucht jeder Gärtner außerdem eine Metallharke, ein Holzrechen dient zum Zusammenharken von Rasenschnitt oder gefallenem Laub auf dem Rasen.

Zum Beschneiden von Gehölzen und Bäumen sind außerdem verschiedene Scheren, Messer und Sägen notwendig. Je nach Garten kann auch die Anschaffung einer Heckenschere und eines Rasentrimmers sinnvoll sein. Reichlich vorhanden sein sollten Gießkannen, Pflanzhölzer, Eimer, Gartenschläuche, Maßbänder und Pflanzleinen. Der Übersichtlichkeit halber empfiehlt es sich, die Gartengeräte an einer Wand hängend aufzubewahren.
Text: B. L.

Weitere Gartentipps für den Dezember:


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