Der März im Garten - Eine Reise durch das Gartenjahr - Teil 3 :

Im März erwacht die Natur langsam wieder aus dem Winterschlaf. Nun beginnt für den Gärtner wieder eine arbeitsreiche Zeit!

Welche Gartenarbeit kann man im März erledigen?

Gartenarbeit im März: Boden verbessern
Foto: © vvoe

1. Bodenverbesserung

Manchmal ist es zum Verzweifeln. Obwohl die Standortbedingungen optimal sind, wollen die Pflanzen einfach nicht richtig wachsen. Normalerweise wird es dann Zeit, die Qualität des Bodens zu verbessern. Bevor nun aber wild drauflos experimentiert und gedüngt wird, sollte eine genauere Analyse des Bodens erfolgen. Eine solche Analyse kann anhand einer Bodenprobe in einem Labor erstellt werden. So teuer muss das Ganze aber gar nicht sein. Die einfachste Version der Laboranalyse kostet zwar nur rund 20 Euro, jedoch sind Testpackungen für den Eigengebrauch wesentlich billiger.

Ganz ohne großen Aufwand lässt sich die Beschaffenheit des Bodens per Hand herausfinden. Dafür wird mit dem Spaten eine Scholle des Bodens herausgestochen. Etwas von dieser entnommenen Erde wird nun in den Händen hin und her gerollt. Boden, der sehr viel Ton enthält, lässt sich leichter zu Rollen formen. Nicht formbarer, krümeliger Boden ist ein Zeichen dafür, dass zu viel Sand enthalten ist.

Die Bodenstrukturen können in einem Garten sogar unterschiedlich sein. Deshalb empfiehlt sich, eine Probe an verschiedenen Stellen vorzunehmen. Manchmal genügt auch schon eine Analyse von Stellen, wo das Wachstum der Pflanzen zu wünschen übrig lässt. Normalerweise wird in vier verschiedene Bodenarten unterteilt. Da wären die kalkhaltigen Böden, Lehmböden, Tonböden und Sandböden.

Ein Boden, der sehr viel Sand enthält, hat zwar seine Nachteile, kann aber durch entsprechende Maßnahmen an Qualität gewinnen. Der Sandboden ist dafür bekannt, dass er stark durchlässig ist und somit wichtige Nährstoffe durch Regeneinwirkung schnell ausgewaschen werden. In der Folge wird den Pflanzen der Nährstoffboden entzogen. Diese Bodenart hat aber durchaus genauso Vorteile, denn die Bearbeitung ist leicht und schon geringe Sonnenstrahlen bewirken eine rasche Erwärmung. Wer regelmäßig Dünger, Stallmist und Kompost in den Boden einarbeitet, kann die Nachteile, die ein Sandboden mit sich bringt, gut ausgleichen.

Das krasse Gegenteil zum Sandboden ist der Tonboden. Dieser enthält zwar Nährstoffe im Überfluss, aber gibt kaum Wasser ab, so dass es sehr schnell zu Staunässe kommt. Die wenigsten Pflanzen können bei Staunässe lange bestehen. Zudem ist ein Tonboden sehr schwer zu bearbeiten. Hinzu kommt, dass bei Trockenperioden eine Bearbeitung schier unmöglich wird, weil er stark aushärtet. Zur Bodenverbesserung tragen Sand, Kompost und Rindenhumus bei. Dadurch wird der Boden gelockert und durchlässiger. Die Pflanzen können die enthaltenen Nährstoffe besser nutzen.

Nährstoffarm und wasserdurchlässig wie der Sandboden ist der Kalkboden. Der Oberboden ist bei dieser Bodenart extrem dünn. Wie beim Sandboden werden enthaltene Nährstoffe schnell ausgespült. Durch regelmäßiges Einarbeiten von Dünger und Kompost kann aber auch diese Bodenart eine bessere Qualität erhalten.

Am pflegeleichtesten, was die Nährstoffdichte und den Wassergehalt angeht, ist ein lehmhaltiger Boden. Dieser Boden bietet den Pflanzen ideale Bedingungen, denn er speichert immer genügend Feuchtigkeit und hat stets genügend Nährstoffe, um die Pflanzen mit allem Nötigen zu versorgen. Einziges Manko: Der Boden ist sehr schwer und deshalb etwas schwieriger zu bearbeiten.

[ Zum Seitenanfang ]

2. Winterschutz entfernen und den Boden lockern

Über den Winter wurden nicht ganz winterharte Pflanzen mit verschiedenen Abdeckungen und Schutzhüllen vor allzu starkem Frost und Schnee geschützt. Jetzt muss dieser Schutz entfernt werden, denn die Zeit neuen Wachstums ist gekommen. Wenn die Abdeckungen zu lange auf den Pflanzen bleiben, werden diese am Wachstum gehindert. Im Gegenzug kann bei Rhabarber eine Abdeckung überaus nützlich sein, damit er früher wächst. Oft sind die ersten Stangen dieses verfrühten Rhabarbers besonders zart und enthalten wenig Säure. Zum Abdecken empfiehlt sich ein alter Kochtopf ohne Boden, aber mit Deckel oder ein Tontopf, der oben offen ist und ebenfalls durch das Auflegen eines Deckels verschlossen werden kann. An warmen Tagen wird der Deckel tagsüber abgenommen, in den Nächten wird der Topf zugedeckt.

Neben dem Entfernen des Winterschutzes braucht vieles im Garten jetzt ein wenig Hilfe, damit das Wachstum erleichtert und angeregt wird. Dazu gehört zunächst einmal, die Blumenbeete zu lockern, denn durch eine dicke Schneedecke und starke Fröste haben sich die oberen Bodenschichten teilweise sehr verdichtet. Dadurch haben es Frühjahrsblüher, wie Schneeglöckchen, Tulpen und Krokusse mitunter recht schwer, sich an die Oberfläche zu kämpfen. Zum Lockern wird nur die obere Schicht des Bodens leicht bearbeitet, entweder mit der Grabegabel oder einer Harke. Bitte nicht zu tief arbeiten, denn dadurch könnten die noch nicht sichtbaren zarten Triebe der Frühjahrsblüher verletzt werden.

Neben den Pflanzen im Blumenbeet braucht aber auch der Rasen Luft zum Atmen und zum Wachsen. Selbst wenn es für ein erstes Mähen noch zu früh ist, kann er zumindest mit dem Vertikutierer von Moos befreit werden. Dort, wo durch das Vertikutieren zu große Lücken entstanden sind, kann ein wenig Rasensamen gestreut werden.
Mehr zum Thema Moos im Rasen

[ Zum Seitenanfang ]

3. Staudenbeete aufräumen und neu anlegen

Viele Gärtner lassen im Herbst ihre Stauden stehen und zwar aus verschiedenen Gründen. Die Blütenstände mancher Stauden bieten einen attraktiven Blickfang in dem sonst so trostlosen, winterlichen Garten. Zudem finden Vögel in den Blütenständen selbst in der kälteren Jahreszeit eine Nahrungsquelle. Oft können die getrockneten Blüten und Samenkapseln in der Adventsdekoration Verwendung finden. Aber auch wer im Herbst seinen Garten komplett aufräumt, schneidet die Stauden nicht bis zum Boden ab. Ein zu radikaler Rückschnitt würde die Gefahr erhöhen, dass die Pflanzen erfrieren. Normalerweise werden von den verwelkten Stauden im Herbst rund 15 Zentimeter stehen gelassen. Während die Bodenstoppeln dem Winterschutz dienten, stören sie nun die neu ausschlagende Pflanze am Wachstum. Zeit, die alten Stoppeln bis zum Boden abzuscheiden.

Der Rückschnitt sollte rechtzeitig erfolgen, bevor die Pflanze beginnt, neu auszutreiben. Sonst könnten die neuen zarten Triebe verletzt werden. Zusätzlich zum Rückschnitt kann der Gärtner aber noch mehr tun, um den Stauden das Wachstum im Frühjahr zu erleichtern. Hierzu wird zum Beispiel der Boden zwischen den Stauden mit Hilfe einer Grabegabel gelockert und vorhandenes Unkraut entfernt. Dann kann noch eine Düngung mit Knochenmehl erfolgen, welches ebenfalls mit einer Harke oder Grabegabel in den Boden eingearbeitet wird. Alternativ kann genauso mit frischem Kompost gedüngt werden. Dieser muss nicht eingearbeitet werden, sondern kann obenauf liegen bleiben. Wenn die Stauden gut versorgt sind, fehlt nur noch regelmäßiges Gießen, damit die Nährstoffe gleichfalls zu den Wurzeln der Stauden gelangen.

Jetzt ist auch die richtige Zeit, über den Winter geplante neue Staudenbeete in die Tat umzusetzen. Dafür müssen die Beete, falls noch nicht geschehen, entsprechend vorbereitet werden. Dann wird organischer Volldünger eingearbeitet. Nachdem der Boden geglättet wurde, kann eine Einteilung erfolgen, wo die Stauden ihren Platz erhalten sollen. Dabei sollte bedacht werden, dass die Stauden mit der Zeit an Wachstum zulegen. Deshalb nicht zu dicht pflanzen. Die Lücken zwischen den neu gepflanzten Stauden können zunächst einmal mit einjährigen Blumen gefüllt werden. Das ist sicher besser, als die Stauden nach kurzer Zeit schon wieder teilen zu müssen. Bei der Anlage eines Staudenbeets sollten die größten Pflanzen immer hinten stehen, damit sie nicht die Sicht auf die niedrigen Stauden verdecken. Am besten wirken die Pflanzen, wenn sie jeweils in Gruppen von drei bis fünf Pflanzen stehen. Bei Beeten, die rundum begehbar sind, ist die Anordnung ein wenig anders. Hier sollten die höchsten Stauden in der Mitte stehen, die niedrigeren bilden ein Gefälle bis zu den Außenrändern des Beetes.

Stauden werden meist im Container angeboten. Vor der Pflanzung muss geprüft werden, ob der Ballen feucht genug ist. Ansonsten muss dieser vor der Pflanzung ausreichend gewässert werden, bevor die Staude in das Pflanzloch gesetzt wird. Stauden ohne Ballen, etwa wenn es sich um ein Geschenk eines befreundeten Gärtners handelt, müssen in jedem Fall gewässert werden. Containerpflanzen sollten so tief eingepflanzt werden, wie sie auch vorher in der Erde gestanden haben.

[ Zum Seitenanfang ]

4. Sträucher schneiden

Während frühjahrsblühende Sträucher jetzt in Ruhe gelassen werden, können alle anderen Sträucher durchaus einen mehr oder weniger kräftigen Schnitt vertragen. Die Frühjahrsblüher werden erst nach der Blüte geschnitten. Alle Sommer- und Herbstblüher jedoch können im März ausgelichtet werden, das kommt der Blütenbildung zugute. Dazu gehören unter anderem viele Halbsträucher, die im Sommer ihre volle Blütenpracht zeigen sollen. Indigosträucher, Buschklee und Bartblume beispielsweise können bis auf 30 Zentimeter eingekürzt werden. Schmetterlingsstrauch, auch Sommerflieder genannt, oder Rispenhortensien können sogar bis auf zehn bis 15 Zentimeter eingekürzt werden. Besonders der Sommerflieder blüht nur aus neuem Holz, so dass ein konsequenter Rückschnitt notwendig ist, will sich der Gärtner im Sommer an vielen Blüten erfreuen. Wichtig ist es, wenigstens eine oder zwei Knospen stehen zu lassen, aus denen der Strauch neu austreiben kann, alles was darüber liegt, kann getrost der Schere zum Opfer fallen.

Rhododendren werden normalerweise nicht zurückgeschnitten, es sei denn, dass sie allzu ausladend werden. Wenn die Sträucher sehr alt sind und an manchen Stellen kahl werden, können sie im März bis auf einen Meter Höhe eingekürzt werden. Der kompaktere Neuaustrieb erfolgt dann aus dem verbleibenden Holz. Wer seinen Rhododendren etwas Gutes tun möchte, sollte sie im März mit speziellem Rhododendrendünger füttern. Beim Einarbeiten des Düngers ist darauf zu achten, dass die knapp unter der Erde liegenden Wurzeln nicht beschädigt werden. Bei trockener Witterung ist kräftiges Gießen angesagt, damit die Sträucher ihre volle Blütenpracht entfalten. Ähnliches gilt für alle Azaleenarten.

Einige Ziersträucher sollten möglichst in ihrer natürlichen Form wachsen dürfen und vertragen einen Rückschnitt nicht so gut. Dazu gehören Zaubernuss, Magnolien und Goldregen.

[ Zum Seitenanfang ]

5. Obstbäume und Obstgehölze schneiden

Im März ist die ideale Zeit, um Obstbäumen einen Schnitt zu verpassen. Vor allem bei jungen Bäumen sollte der Gärtner nicht zu zaghaft mit der Schere umgehen. Ein kräftiger Schnitt begünstigt den Neuaustrieb. Vor allem neu gesetzte Bäume, etwa Apfel oder Pfirsich, brauchen direkt nach dem Pflanzen einen Schnitt, den so genannten Pflanzschnitt. Nur durch frühzeitiges Schneiden bekommt der Baum die gewünschte Form. In den ersten fünf Jahren nach dem Pflanzen bekommen Obstbäume den so genannten Erziehungsschnitt, der die Krone des Obstbaums in Form bringt. Beim ersten Schnitt nach dem Pflanzen wird folgendermaßen vorgegangen: Es wird nur ein einziger Haupttrieb ausgewählt. Alle anderen Triebe, die ebenfalls nach oben wachsen, werden konsequent entfernt, also bis zum Stamm zurückgeschnitten. Dann werden weitere drei oder vier so genannte Leitäste ausgewählt, die später, wenn der Baum älter wird, zusammen mit dem Haupttrieb die Form der Krone ausmachen sollen. Damit die Krone schön gleichmäßig wird, ist es wichtig, dass die Leitäste rund um den Baum verteilt sind und auf verschiedenen Höhen am Stamm sitzen. Diese Leitäste sollten möglichst waagerecht wachsen, da von ihnen der beste Ertrag zu erwarten ist. Sollten noch andere Triebe vorhanden sein, die nicht als Leitäste in Frage kommen, werden diese ebenso wie die Konkurrenten des Haupttriebs aus dem Weg geräumt, sprich am Stamm abgetrennt. Kleinere Triebe werden lediglich um ein Drittel kürzer geschnitten.

Für die Erziehungsschnitte in den folgenden Jahren gelten folgende Regeln: Der Haupttrieb wächst ausgesprochen schnell nach oben und muss jedes Frühjahr konsequent eingekürzt werden. Dabei werden eventuelle Konkurrenztriebe bis zum Stamm zurückgeschnitten. Bilden sich an den ausgewählten Leitästen Konkurrenztriebe, werden auch diese entfernt. Triebe, die steil nach oben schießen, werden zurückgeschnitten, denn nur die waagerecht wachsenden Triebe werden später eine reiche Ernte einbringen. Triebe, die nach innen wachsen oder bereits abgestorben sind, werden ebenfalls abgeschnitten. Ein Obstbaum, der zu viele starke Triebe hat, die steil nach oben wachsen, wurde in der Vergangenheit zu wenig geschnitten. Bei ihnen ist ein umso radikalerer Rückschnitt erforderlich.

Während die meisten Beerensträucher bereits im Januar oder Februar ihren Rückschnitt bekommen haben, sind nun ebenso die frostempfindlichen Brombeeren an der Reihe. Der März ist dafür die ideale Zeit, denn die Sträucher müssen geschnitten werden, bevor sie neu austreiben. Alte Ruten werden dabei komplett zurückgeschnitten, während die Seitentriebe der jungen Ruten aus dem Vorjahr nur einen Rückschnitt bis auf zwei Augen erfahren. Idealerweise werden die verbliebenen Triebe nach links und rechts geführt und dabei an einem Rankgitter oder einem Gerüst aus Draht festgebunden.

[ Zum Seitenanfang ]

6. Rosen schneiden und pflanzen

Normalerweise werden Rosen im Herbst gepflanzt, damit sie den Gärtner bereits im Folgejahr mit einer reichen Blütenpracht erfreuen. Das kann aber dort, wo ein raueres Klima herrscht und wo die Böden sehr schwer und feucht sind, problematisch sein. Dann kann es passieren, dass die im Herbst neu gesetzten Rosen allesamt erfrieren. Deshalb ist es manchmal ratsam, mit der Pflanzung bis zum Frühjahr zu warten, auch wenn dann im ersten Jahr nur mit wenigen Blüten zu rechnen ist. Rosen, die im Container geliefert werden, können ab März bis in die Sommermonate ins Beet gesetzt werden.

Rosen, die im Herbst gepflanzt wurden und selbstverständlich alle bereits länger im Garten stehenden Rosen bekommen im März ihren Rückschnitt. Die Triebe werden etwa zehn Zentimeter über dem Boden geschnitten und zwar genau dort, wo ein Auge nach außen zeigt. Oberhalb dieses Auges, genau genommen einen bis zwei Zentimeter darüber, kann der Schnitt angesetzt werden. Es ist wichtig, ein nach außen zeigendes Auge auszuwählen, denn nur dann treiben die Pflanzen nach außen hin neu aus. Strauchrosen brauchen normalerweise keinen Rückschnitt, es sei denn, dass sie im vergangenen Jahr nur noch wenige Blüten getragen haben.
Mehr Tipps zum Rosen schneiden und für einen schönen Rosengarten
Text: B. L.

[ Zum Seitenanfang ]