Der Mai im Garten - Eine Reise durch das Gartenjahr - Teil 5 :

Der Wonnemonat Mai verspricht nicht nur Sonne und warme Temperaturen, sondern auch viel Gartenarbeit!

Welche Gartenarbeit kann man im Mai erledigen?

Gartenarbeit im Mai: Obstbäume pflegen
Foto: © Smileus

1. Unkraut bekämpfen und Schädlingen vorbeugen

Lange, bevor der Garten im Frühsommer so richtig zum Leben erwacht und Stauden und Gemüse ihre volle Pracht entwickeln, sind die Schmarotzer im Garten schon seit einiger Zeit am Start. Unkräuter halten sich im deutschen Klima hartnäckig und entwickeln sich prächtig, sobald es draußen wärmer wird. Nächtliche Feuchtigkeit und morgendlicher Tau tun ihr Übriges, dass Unkraut beste Bedingungen vorfindet, zu wachsen und sich auszubreiten. Deshalb gehört regelmäßiges Jäten zu den ungeliebten, aber unbedingt notwendigen Arbeiten im Garten. Oft ist es schwierig, den Unkräutern ganz beizukommen, denn es genügen schon winzige Wurzelteilchen, die in der Erde verbleiben, um den Unkräutern einen Neuaustrieb zu ermöglichen.

Bei tief wurzelnden Unkräutern ist das Ausgraben die wirksamste Methode. Dazu gehören unter anderem Giersch und Löwenzahn. Auch Löwenzahn im Rasen wird am besten mit einem speziellen Ausstecher ausgegraben. Um eine weitere Ausbreitung durch Samenflug zu vermeiden, ist regelmäßiges Mähen während der Blütezeit unverzichtbar. Und zwar bevor sich die samentragenden, weißen Schirmchen gebildet haben. Generell sollten blühende Unkräuter im Garten so frühzeitig wie möglich gejätet werden, damit sie keine Samen abwerfen können.

Wer das Unkraut nicht unversehens über den Kompost wieder überall im Garten verteilen möchte, sollte gejätete Unkräuter separat entsorgen, etwa über die grüne Tonne, und nicht auf den Kompost bringen. Neben Giersch und Löwenzahn gehören Hirtentäschelkraut, Vogelmiere, Klee und Winden zu den hartnäckigsten und ungeliebtesten Vertretern, die dem Gärtner das Leben schwer machen.

Wer die Unkrautbeseitigung vernachlässigt, riskiert, dass die Schmarotzer den Nutzpflanzen wichtige Nährstoffe streitig machen oder sie gar überwuchern. Gerade im Mai, wenn die Zier- und Nutzpflanzen frisch gesetzt sind und Platz zum Wachsen brauchen, sind Unkräuter überaus störend.
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Jungpflanzen sollten möglichst vor Zugluft geschützt werden, zum Beispiel durch Vliese oder niedrige Beetumrandungen, wie Hecken aus Buchs. Vor allem bis zur Monatsmitte können die Nächte noch kalt werden, was nicht jeder Pflanzenart bekommt. Pflanzen, die Wärme brauchen wie Tomaten, Paprika, Zucchini und Bohnen sollten deshalb erst nach den Eisheiligen ins Freiland gebracht werden.

Zugluft ist aber nicht nur wegen der Kälte schlecht für die Pflanzen, sie fördert auch den Befall durch Schädlinge wie Läuse. Läusebefallene Pflanzenteile werden am besten entfernt. Ist das nicht möglich, helfen spezielle Mittel gegen Läusebefall aus dem Gartencenter. Oft helfen aber genauso natürliche Mittel, wie Kräuterbrühen, die gern im Biogarten zum Einsatz kommen und vor allem bei fruchttragenden Pflanzen die bessere Wahl sind.

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2. Grünes und Blühendes für Balkon und Terrasse

Nicht nur diejenigen, die keinen oder nur einen kleinen Garten haben, schmücken Balkon, Fassade und Terrasse mit einem Meer aus Blühendem und Grünem. Vielmehr entspringt die Dekoration von Haus, Pergolen, Eingängen und Torbögen der Lust am Gärtnern und Gestalten.

Beliebte Pflanzen für Balkonkästen, weil sehr langlebig und blühfreudig, sind Fuchsien, Studentenblumen und Geranien. Letztere können bei guter Pflege sogar in einem kühlen Raum im Haus überwintert werden und erfreuen dann jedes Jahr aufs Neue mit ihrer Blütenpracht. Bevor nun aber Balkon und Fassade mit Pflanzen überladen werden, gilt es einiges zu beachten. Bei Balkonen spielt die Statik eine Rolle, wie viele schwere Pflanzkästen und Kübel auf ihnen Platz finden können. Soll die Hauswand begrünt werden, ist zu beachten, dass viele Kletterpflanzen zum Wuchern neigen und an Putz, Dachrinne und Mauerwerk nicht zu unterschätzende Schäden anrichten können.

Für die Bepflanzung bzw. die Pflanzenauswahl ist, wie auch im Garten der Standort ausschlaggebend. Manche Pflanzen, wie die Pelargonien sind frostempfindlich und sollten daher erst in der zweiten Monatshälfte gepflanzt werden. Außerdem müssen Pelargonien regelmäßig gedüngt und noch mehr gegossen werden. Wer wenig Zeit hat, entscheidet sich vielleicht lieber für weniger pflegeaufwändige Pflanzen. Neben klassischen Balkonpflanzen sorgen viele farbenfrohe Gewächse, wie bunte Margeriten, Ziersalbei, Astilben und Männertreu für spektakuläre Auftritte.

Auf der Terrasse strahlen mit kleinen Zierbäumchen, Margeritenstämmchen und Kräutern sowie Naschobst bepflanzte Kübel Gemütlichkeit aus. Rosenbögen müssen nicht zwangsläufig mit Rosen bepflanzt werden. Efeu zum Beispiel wächst schnell und ist immer grün. Je nach Jahreszeit kann der Bogen noch zusätzlich dekoriert werden. Für Hauswände eignen sich Blauregen oder wilder Wein, der mit seinem Farbspektakel im Herbst den Indian Summer in den eigenen Garten zaubert. Beim Pflanzen von rankenden Gewächsen an der Hauswand sollte ein entsprechendes Rankgitter nicht fehlen. Regelmäßiger Rückschnitt gebietet den Pflanzen Einhalt und verhindert Schäden an der Fassade.

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3. Pflege von Obstgehölzen

Die Ostbäume haben bereits im Frühjahr ihren Schnitt erhalten. Bei manchen Bäumen schießen, nachdem die Krone ausgelichtet wurde, frische, starke Triebe steil nach oben. Diese einjährigen Wasserdosse, wie diese Triebe genannt werden, sollten unbedingt entfernt werden. Die Triebe werden nicht abgeschnitten, sondern ausgerissen. Dabei sollten schlafende Knospen nicht vergessen werden, die am Ansatz der Triebe sitzen. Ansonsten kann es passieren, dass in den nächsten Monaten aus diesen Knospen erneut Triebe ausschlagen.

Neu gepflanzte Bäume sollten noch keine Kraft in die Ausbildung von Früchten verschwenden. Wichtig ist zuerst einmal gesundes Wachstum. Deshalb sollten eventuell schon vorhandene Blüten abgezupft werden. Bei Apfelbäumen und Birnbäumen ist übermäßige Blütenbildung ebenfalls nicht gut. Während des Junifalls würde der Baum viele Früchte lassen, in die er vorher sehr viel Energie gesteckt hat. Besser ist für eine gute Ernte, ein Zuviel an Blüten zu entfernen und auch schon bestehende Fruchtansätze auszudünnen.

Steinobstbäume, wie Kirschen oder Pfirsich werden oft von einer Pilzerkrankung, der Monilia Krankheit heimgesucht. Der Befall ist daran zu erkennen, dass Blätter und Triebspitzen vertrocknen. Damit die Krankheit nicht auf den Stamm übergreift, müssen infizierte Äste so weit zurückgeschnitten werden, dass auch ein kleiner Teil des gesunden Holzes entfernt wird.

Bei Himbeerbüschen werden viele Frühjahrsruten gebildet. Diese sind aufgrund geringer bis gar keiner Ernte ziemlich nutzlos und kosten die Pflanzen unnötig Kraft. Deshalb sollten diese Ruten großzügig zurückgeschnitten werden. Später treiben noch einmal neue Ruten aus, die stehen gelassen werden. An diesen Ruten werden im folgenden Jahr viele Früchte ausgebildet.

Auch die Brombeeren brauchen jetzt Pflege. Hier muss zwischen neuen Trieben unterschieden werden, die erst im nächsten Jahr Früchte tragen werden und Trieben vom Vorjahr, die in diesem Jahr abgeerntet werden können. Um ein späteres Pflücken zu erleichtern, sollten die Triebe getrennt am Gerüst angebunden werden und zwar so, dass die früchtetragenden Triebe sich auf der einen Seite befinden und die frischen Triebe auf der anderen Seite.

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4. Erdbeerzeit

Erdbeeren aus dem eigenen Garten übertreffen die Ware aus dem Supermarkt um ein Vielfaches. Nicht nur was den Geschmack angeht, sondern auch die Sortenvielfalt und deren Verwendungsmöglichkeiten in der Küche. Erdbeeren brauchen zum Gedeihen einen gut durchlockerten und nährstoffreichen Boden. Deshalb sollte das Beet vor dem Pflanzen gut vorbereitet werden. Zwei Wochen vor der Pflanzung empfiehlt es sich, reifen Kompost auf das Beet aufzubringen und einzuarbeiten. Damit werden den süßen Früchten beste Bedingungen geschaffen.

Der Pflanzabstand ist bei den Erdbeeren sortenabhängig. Opulente Sorten benötigen einen Pflanzabstand von bis zu 80 Zentimetern, wohingegen bei kleineren Sorten ein Pflanzabstand von 40 Zentimetern ausreichend ist. Dieser Pflanzabstand gilt wohlgemerkt für die einzelnen Reihen. Innerhalb der Pflanzreihe genügt ein Pflanzabstand von 20 bis 30 Zentimetern. Wichtig beim Pflanzen ist, dass das Herz der Erdbeerpflanzen überirdisch bleibt. Ideal sind wenige Zentimeter über dem Boden. Wird das Herz zu tief gepflanzt, neigt die Pflanze schnell zum Faulen und stirbt ab. Überhaupt muss bei den Erdbeeren sehr auf Fäulnis geachtet werden. Das gilt besonders auch dann, wenn die Früchte reifen. Vor allem, wenn die Erdbeeren direkt mit der Erde in Berührung kommen, faulen sie bei Feuchtigkeit sehr schnell.

Faule Früchte sind stets zu entfernen, weil sie anderenfalls die Fäulnis auf Nachbarfrüchte übertragen. Um dem Faulen vorzubeugen, sollte zwischen den Reihen und Pflanzen Holzwolle oder Stroh ausgelegt werden. Darauf liegen die Früchte trocken und bleiben sauber. Darüber hinaus wird ein allzu starker Unkrautwuchs eingedämmt. Nicht empfehlenswert ist hingegen das Mulchen mit Rasenschnitt oder Rindenmulch, da diese Materialien sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen und ihrerseits Fäulnis begünstigen würden.

Auf dem Markt sind mehr als 1.000 verschiedene Erdbeerzüchtungen erhältlich. Manche Sorten eignen sich nur für den Sofortverzehr, andere lassen sich gut zu Marmelade verarbeiten oder sogar einfrieren. Wieder im Kommen ist eine längst vergessene Sorte, die bis zu den 1950er Jahren sehr beliebt war. Die Sorte Mieze Schindler hat sich durch ihren einzigartigen Geschmack einen Namen gemacht. Allerdings braucht diese Sorte zum Befruchten eine zweite Erdbeersorte. Dafür eignet sich zum Beispiel die ebenfalls sehr beliebte Sorte Senga Sengana. Wer bis in den späten Herbst hinein frische Erdbeeren ernten möchte, pflanzt die so genannten Monatserdbeeren. Deren Früchte sind zwar kleiner, aber sehr aromatisch. Die Pflanzen blühen mehrmals im Jahr und tragen je nach Gegend bis in den November laufend Früchte.

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5. Erste Ernte, Pflanzung und Aussaaten

Wer früh im Jahr mit dem Aussäen begonnen hat, kann sich schon im Mai über erste Ernten freuen. Zu den frühen Gemüsen gehören Spinat, manche Salatsorten, Kohlrabi, Puffbohnen und Radieschen. Dort, wo geerntet wird, können schon die folgenden Gemüsesorten gesät oder gelegt werden. Die übrigen Beete sind hoffentlich schon gut vorbereitet, denn jetzt geht es mit dem Säen und Pflanzen in die Vollen.

Nach den Eisheiligen können Bohnen gesetzt und Wintergemüse, wie Endivien, Grünkohl und Karotten gesät werden. Bei den Radieschen ist eine Folgesaat fällig, damit laufend geerntet werden kann. Tomaten werden am besten auch erst Mitte bis Ende Mai ins Freiland gepflanzt. Da sie bei warmer Witterung sehr schnell wachsen, brauchen sie stabile Stützen und müssen regelmäßig ausgegeizt werden. Dafür werden wilde Triebe mit den Fingern abgeknipst, so dass nur wenige fruchttragende Haupttriebe stehen bleiben. Wachsen die Pflanzen zu hoch, können sie auch oben ein wenig gekürzt werden. Alles andere würde die Pflanze zu stark beanspruchen, was sich negativ auf die Ernte auswirken würde. Überdies vertragen Tomaten eine reichliche Gabe reifen Komposts. Lesen Sie auch: Zucchini Aussaat

Damit Blumenkohl nicht unansehnlich wird, sondern seine weiße Farbe behält, braucht er eine entsprechende Abdeckung, bis er erntereif ist.

Eine ganz besondere Delikatesse unter den frühen Gemüsen ist Spargel. Allerdings erfordert dessen Anzucht sehr viel Arbeit, Zeit und vor allem Geduld. Ein wirklicher Ertrag ist erst nach drei Jahren zu erwarten. Das Beet sollte eine Länge von mindestens zwölf Metern haben, alles darunter lohnt sich nicht. Da Spargel ein Tiefwurzler ist, muss das Beet entsprechend tief umgegraben und dann angehäuft werden. Die hohe Form der Beete sichert den Pflanzen mehr Sonneneinstrahlung, zudem gewährleistet der hohe Anbau, dass das Bodenklima verbessert wird. Gespeist werden die Beete durch Mist, der auf die Furchen aufgebracht wird. Knochenmehl verbessert die Qualität des im oberen Bereich liegenden Mutterbodens. Je nach Klima ist die Spargelernte schon im April möglich. Der letzte Spargel wird Ende Juni geerntet. Etwas einfacher gestaltet sich der Anbau von Grünspargel. Dennoch ist auch hier viel Platz notwendig, weshalb sich bei vielen Gärtnern die Frage stellt, ob der Platz für andere Gemüsesorten nicht besser genutzt werden kann. Mehr zum Spargel anbauen

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6. Der Mai im Kräutergarten:

Jeder Garten sollte eine Kräuterecke besitzen, denn Kräuter verbinden viele Vorteile in sich. Sie verbreiten einen betörenden Duft, sind im blühenden Zustand ein Magnet für viele nützliche Insekten und bereichern durch ihr würziges Aroma jede Mahlzeit. Darüber hinaus werden den meisten Kräutern Heilwirkungen nachgesagt, die sich jeder Hobbygärtner zu Nutze machen kann. Viele lassen sich durch Trocknen haltbar machen und können in den Wintermonaten als Tee verwendet werden. Neue Züchtungen, wie Bananenminze, Erdbeer- oder Schokoladenminze sowie Ananas-Salbei bringen Abwechslung in die Teekanne. Neue Gewürze, wie Thai-Basilikum oder Currykraut und Zitronengras sind vor allem in der asiatischen Küche willkommene Würzmittel.
Lesen Sie dazu auch den Artikel: Wellness-Garten für Kräuterfans

Der Standort für Kräuter ist idealerweise sehr sonnig und nah bei der Küche, damit schnell einmal geerntet werden kann. Die Pflege wird um ein Vielfaches erleichtert, wenn nährstoffliebende Kräuter und Mittelmeerkräuter jeweils zusammen gepflanzt werden. Nicht alle Kräuter sind winterhart und sollten besser in Töpfe oder Kübel gepflanzt werden. Dies ist auch eine schöne Alternative für diejenigen, die mit einer Terrasse oder einem Balkon Vorlieb nehmen müssen. Die Kräuter können in den Wintermonaten im Haus gehalten und so das ganze Jahr frisch verwendet werden.

Ansonsten bietet sich neben dem Trocknen das Einfrieren zum Haltbarmachen an. Für manche Sorten, wie Schnittlauch ist dies sogar die bessere Methode, weil hier das Aroma besser erhalten bleibt. In Öl eingelegte Kräuter sind würzige Küchenhelfer und schöne Geschenke. Allerdings sind diese Öle nur eine begrenzte Zeit haltbar und sollten innerhalb von drei Monaten verbraucht werden.

Zum Trocknen werden die Kräuter gebündelt und kopfüber aufgehangen. Die Ernte sollte möglichst am Vormittag erfolgen, weil dann die Konzentration ätherischer Öle am höchsten ist. Dabei dürfen die Pflanzen aber nicht feucht sein, etwa durch Morgentau oder Regen. Wenn nötig, die Kräuter kurz abbrausen, um sie von Schmutz zu befreien und gründlich trocken schütteln. Die Ernte sollte möglichst vor der Blüte erfolgen. Neben dem hängenden Trocknen, welches manchmal zwei Wochen oder länger in Anspruch nimmt, kann dieser Vorgang mittels eines Dörrgeräts auf wenige Stunden verkürzt werden.

Viele Kräuter, wie Thymian oder Schnittlauch treiben nach dem Schnitt erneut aus und können dann noch einmal geerntet werden.
Text: B. L.

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