September im Garten - Reise durch das Gartenjahr - Teil 9:

Im September gibt es im Garten noch viel zu tun! Neben der Ernte sollte man sich auch schon um die Vorbereitung fürs nächste Jahr kümmern.

Welche Gartenarbeit kann man im September erledigen?

Gartenarbeit im September: Äpfel und Kartoffeln ernten
Foto: © Jeno

1. Ein Hügelbeet anlegen

Wenn der Platz im Garten begrenzt ist oder die klimatischen Bedingungen nur eine kurze Gartensaison zulassen, ist es an der Zeit, über ein Hügelbeet nachzudenken. Diese Art des Gemüseanbaus geht auf eine Jahrtausende alte Tradition der Chinesen zurück. Heute halten Hügel- oder Hochbeete auch in deutschen Gärten immer mehr Einzug, weil die Vorteile klar auf der Hand liegen.

Die Vorteile von einem Hügelbeet

Mit der hügeligen Struktur eines Hochbeets entsteht mehr Fläche, auf der die verschiedenen Gemüsesorten kultiviert werden können. Eine gesunde Mischkultur oder der Anbau in Fruchtfolge versprechen eine optimale Ausnutzung der Bodennährstoffe und hohe Erträge auf kleinstem Raum. Aber noch ein Vorteil spricht eindeutig für das Hochbeet: Die Bodentemperatur ist in luftiger Höhe um bis zu acht Grad wärmer als dies bei einem Flachbeet der Fall ist. Das ist der Grund, warum sich Hochbeete gerade für raue Lagen wunderbar anbieten. Die Erntesaison wird deutlich verlängert und es können Gemüsesorten kultiviert werden, die sonst keine Chance haben.

Die Vorbereitungen für ein Hügelbeet

Ein Hügelbeet sollte mindestens 1,50 Meter, besser 2 Meter breit sein. Die Länge hängt von den räumlichen Verhältnissen im Garten ab. Drei Meter sollten es aber mindestens sein, je länger umso besser. Oder es werden je nach verfügbarem Platz mehrere kurze Hügelbeete nebeneinander angelegt. Als vorbereitende Maßnahme muss zunächst einmal eine eventuell vorhandene Grasnarbe in der gewünschten Größe des späteren Beetes abgetragen werden. Ist keine Grasnarbe vorhanden, erfolgt der Aushub des Bodens um eine Spatentiefe. In diese Mulde kommt ein engmaschiger Draht, der an den Seiten etwas überstehen sollte und dort hochgezogen wird. Der Draht schützt das Beet vor den Fressattacken der Wühlmäuse.

Das Anlegen und die Gestaltung des Hügelbeets

Auf das Drahtgeflecht wird als Drainage Gehölzschnitt aufgebracht, darüber werden die Grasschollen mit der Oberseite nach unten gelegt. Wurde keine Grasnarbe abgetragen, kann diese Schicht aber auch aus Stroh bestehen. Als nächste Schicht wird Gartenerde aufgefüllt, darüber wird eine Schicht Laub aufgebracht, welches gut gegossen wird. Als nächstes sorgt Kompost für eine gute Nährstoffdichte des Bodens. Ganz obenauf wird die vorher ausgehobene Muttererde aufgebracht. Das Beet wird entweder hügelig gestaltet, falls es hauptsächlich um die Erweiterung der Anbaufläche geht oder flach, wenn lediglich der Wärmeeffekt und die damit verbundene längere Anbau- und Ernteperiode der Grund ist.

Damit das Hochbeet einen ordentlichen Eindruck macht, wird es umfasst. Das garantiert zum Einen, dass die Erde im Beet bleibt, zum Anderen, dass das Beet stabiler und länger haltbar ist. Das Beet kann in einem naturnahen Garten mit Natursteinmauern umfasst werden, im Baumarkt oder Gartencenter sind aber auch fertige Gestelle aus Holz oder Kunststoff erhältlich.
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2. Jetzt erntereif: Äpfel, Birnen, Kartoffeln

Die Äpfel- und Birnbäume hängen übervoll mit Früchten. Zu frühes Ernten sollte allerdings unterlassen werden, weil zu früh geerntete Äpfel ziemlich geschmacklos sind. Sie sind auch schlecht lagerfähig, denn entgegen aller Hoffnung reifen sie im Kellerregal nicht nach, sondern werden höchstens schrumpelig und verfärben sich braun. Kein appetitlicher Anblick. Auch die Birnen sollten nicht zu früh heruntergenommen werden, weil sie sonst hart bleiben, was sich ebenfalls schlecht auf die Lagerfähigkeit auswirkt.

Die Erntereife von Äpfeln und Birnen überprüfen

Die Erntereife sollte immer mal wieder getestet werden. Wenn sich die Früchte leicht mitsamt Stiel vom Ast lösen lassen, wenn sie vorsichtig gedreht werden, ist der richtige Zeitpunkt zur Ernte gekommen. Bis dahin heißt es abzuwarten und die schwer tragenden Äste der Bäume abzustützen, damit sie nicht abbrechen. Sind die Früchte dann erntereif, muss zügig gepflückt werden, denn zu spät heruntergenommene Früchte neigen zum Faulen. Früchte, die nicht zum Lagern bestimmt sind, sondern zu Kuchen, Mus oder Kompott verarbeitet werden sollen, können auch noch in vollreifem Zustand gepflückt werden. Sie haben dann ein besonders süßes Aroma. Äpfel lassen sich genauso durch Dörren haltbar machen und sind dann als gesunder Snack für zwischendurch oder als Zutat im Müsli immer greifbar.

Die Erntereife der Kartoffeln bestimmen

Mittelfrühe Kartoffelsorten sind in diesem Monat ebenfalls reif für die Ernte. Ob die Kartoffeln geerntet werden können, ist sehr gut daran erkennbar, ob das Laub sich schon gelb verfärbt. Mittelfrühe Sorten sind sehr gut lagerfähig und können als Wintervorrat eingekellert werden. Frisch geerntet auf den Tisch sind sie ein Hochgenuss.

Kartoffeln richtig anbauen

Der Anbau von Kartoffeln eignet sich nur für großflächige Gärten. Auf kleinem Raum werden zu wenig Erträge erzielt, als dass sich der Anbau lohnen würde. Wenn die späten Fröste im Frühling vorüber sind, kann mit dem Stecken der Kartoffeln begonnen werden. Pflanzen, die im Februar vorgezogen wurden, können gepflanzt werden. Der Abstand zwischen den Setzlingen sollte ungefähr 40 Zentimeter betragen, zwischen den Reihen sollte ein halber Meter Platz gelassen werden.

Am besten gedeihen Kartoffeln in einem lockeren, sandhaltigen Boden. Lehmboden kann mit einer Zugabe von Sand aufgelockert werden, um den Kartoffelanbau zu ermöglichen. Zu den Kartoffelschädlingen gehören neben dem Kartoffelkäfer, dessen Larven abgesucht werden müssen, die Kartoffelnematode und der heute nur noch seltene Kartoffelkrebs.
Kartoffeln anbauen und ernten

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3. Gemüsebeete abernten

Gemüsesorten, die jetzt noch die Beete bevölkern, werden in diesem Monat zum größten Teil abgeerntet. Vieles davon wird durch Einfrieren, Einkochen und Einlegen für die Wintermonate haltbar gemacht, viele Gärtner lagern Wurzelgemüse und Kohl aber auch in Mieten, die in den Boden eingelassen sind. Zu den Gemüsesorten, die jetzt geerntet werden, gehören Spinat, Busch- und Stangenbohnen, Kürbisse, Artischocken, Zwiebeln und Porree, außerdem Fenchel und Wurzelgemüse. Mehrjährige Wurzelgemüse wie Schwarzwurzeln oder Meerrettich können dann geerntet werden, wenn das Laub deutlich welk wird.

Welches Gemüse im Beet bleiben kann

Aber nicht alle Gemüse müssen jetzt von den Beeten geräumt werden. Späte Sorten, wie Feldsalat, Sellerie und Grünkohl können bis zu den ersten Frösten im Beet bleiben und werden dann nach Bedarf abgeerntet. Wintersalate werden am besten kurz vor Wintereinbruch mit einem Vlies abgedeckt, damit die Ernte auch nach den ersten Schneefällen noch möglich ist. Auch andere Kohlsorten, wie Rosenkohl, Weiß- und Rotkohl können so lange auf dem Beet bleiben, bis sie gebraucht werden, denn auch sie sind nicht besonderes kälteempfindlich. Damit die Kraft der Rosenkohlpflanzen in die Früchte geht und nicht in das Wachstum der Pflanze, werden die Triebspitzen gekappt.

Abgeräumte Beete vor dem Winter schützen

Die abgeräumten Beete sollten nun aber nicht schutzlos der Witterung ausgesetzt werden. Zur Bodenverbesserung kann entweder Gründüngung gesät oder halb verrotteter Kompost aufgebracht werden. Dieser Kompostmulch hat mehrere Vorteile. Das Kompostvolumen und der damit verbundene benötigte Platz wird deutlich reduziert. Die Rotte des Komposts wird in kürzerer Zeit vollzogen, wenn der Kompost als Mulchschicht auf das Beet aufgebracht wird. Im Frühjahr muss der Kompost dann nur noch in den Boden eingearbeitet werden. Eine deutliche Arbeitserleichterung für den Gärtner.

Gründüngung hält die Bodenstruktur locker. Die Gründüngungspflanzen werden vor Wintereinbruch abgeschlagen, auf den Beeten belassen und im Frühjahr eingearbeitet. Die Pflanzen können je nach Sorte aber auch stehen gelassen und normal eingearbeitet werden.

Wein richtig pflegen

Wer an einer Hauswand oder am Spalier eigenen Wein zieht, sollte in diesem Monat die Blätter rund um die Weinreben entfernen. Dadurch erhalten die Trauben mehr von dem jetzt so dringend nötigen Sonnenlicht und gelangen zur vollständigen Reife.

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4. Alles für einen naturnahen Heidegarten

Wer einen großen Garten hat, kann einen Teil davon opfern und dort seinen eigenen kleinen Wald pflanzen. Ein naturnaher Heidegarten strahlt Ruhe aus und erfreut mit seinen fast das ganze Jahr über erstrahlenden Farben das Auge des Betrachters. Wer Heide liebt, sollte sie jetzt pflanzen, denn nun ist der beste Zeitpunkt dafür. Heidepflanzen, die im frühen Herbst in den Boden kommen, erweisen sich als besonders langlebig und überstehen sogar den härtesten Winter. Eriken sollten nicht allein gepflanzt werden. Ein naturnaher Eindruck entsteht durch das Pflanzen von Birken, Wacholder, Zwergkiefern, Ginster und den größten Arten der Heidekrautgewächse, dem Rhododendron. Sehr gut in den Mini-Wald passen Heidelbeeren oder Preiselbeeren.

Der farbenprächtige Heidegarten

Die Heidegewächse selbst treten in den unterschiedlichsten Farbschattierungen auf und sollten auch dahingehend ausgewählt werden, wann ihre Hauptblütenzeit ist. Das Pflanzen unterschiedlicher Heidearten gewährleistet, dass im Heidegarten immer neue Farben erscheinen. Zwischen den Gewächsen kann sich ein mit Rindenmulch ausgelegter Weg hindurch schlängeln, zur Auflockerung des Gesamtbildes tragen Baumstümpfe oder mit Moos überzogene, große Steine bei.

Die Pflege des Heidegartens

Einmal angelegt, benötigt der Heidegarten wenig Pflege, vor allem dann, wenn auch bodendeckende Heidearten gepflanzt werden, die aufkommendes Unkraut in Schach halten. Je nach Sorte blühen die Heidegewächse in den Sommermonaten oder im Herbst. Sie erstrahlen dann in kräftigen Farben, wie Rosa, Rot, Violett oder Gelb. Nach der Hauptblütezeit bleiben die Farben in etwas blasserer Form dennoch erhalten, so dass der Heidegarten nie farblos wirkt.

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5. Kräuterernte

Gartenkräuter werden entweder um Johanni herum, also im Juni geerntet oder in den so genannten Frauendreißigern, den Marientagen, die vom 15. August bis zum 15. September andauern. Den Sommerkräutern wird ein besonderer Segen nachgesagt, wenn sie in diesen dreißig Tagen geerntet werden. Ob dem tatsächlich so ist, sei einmal dahingestellt, so oder so sollten jetzt die Kräuter geerntet werden, sollte dies in den Vormonaten noch nicht geschehen sein. Nach der Sommerernte neu ausgetriebene Kräuter können nun erneut beerntet werden.

Die Ernte und Haltbarmachung der Kräuter

Der ideale Zeitpunkt für die Kräuterernte liegt am Vormittag. Die Witterung sollte trocken und der erste Morgentau abgetrocknet sein. Minze, Thymian, Rosmarin und Oregano werden durch Trocknen haltbar gemacht. Dazu werden die geschnittenen Zweige bundweise Überkopf zum Trocknen aufgehangen. Schneller geht es mit einem Dörrgerät oder auf einem Rost ausgebreitet im Backofen. Erst nach dem Trocknen werden die Blättchen von den Stielen gezupft. Ausnahmen bilden großblättrige Kräuter wie Salbei und Minze, diese können auch blattweise getrocknet werden, sollten sie nicht zum Trocknen in Bunde gefasst werden.

Bis zum Boden werden Melisse, Minze und Estragon abgeschnitten, bei verholzenden Kräutern können auch nur die Triebspitzen abgeerntet werden. Dazu gehören Thymian, Rosmarin und Salbei sowie Basilikum. Bei Kräutern, von denen die Blüten verwendet werden, können die Blüten einzeln abgezupft und getrocknet oder direkt weiter verarbeitet werden. Für Heiltees, Öle und Tinkturen werden zum Beispiel Lavendel, Schafgarbe, Johanniskraut und Ringelblume verwendet.

Kräuter zum Einfrieren

Manche Kräuter eigenen sich besser zum Einfrieren als zum Trocknen, weil beim Trocknen zu viel des Aromas verloren geht. Eingefroren werden Petersilie, Schnittlauch, Pimpinelle und Liebstöckel. Schnittlauch wächst bis zu vier mal pro Gartensaison nach, wenn er regelmäßig beerntet wird. Auch Liebstöckel liefert reichlich Vorrat für die Wintermonate. Hier werden die zartesten Blätter abgezupft und eingefroren, der Rest wird bis zum Boden abgeschnitten. Der Liebstöckel treibt dann auch noch einmal neu aus und kann ein zweites Mal beerntet werden.

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6. Frühjahrsblüher pflanzen

Was bereits im August mit den Tulpen begonnen hat, wird jetzt fortgeführt: die Frühjahrsblüher werden in den Boden gesetzt. Hier handelt es sich meistens um Zwiebelgewächse. Neben den Tulpen gehören Narzissen, Hyazinthen, Traubenhyazinthen, Märzenbecher, Schneeglöckchen und Krokusse unbedingt in einen Frühlingsgarten. Frühjahrsblüher kommen am besten zur Geltung, wenn sie in Gruppen gepflanzt werden.

Einzeln stehende Tulpen oder Hyazinthen gehen im Frühlingsgarten leicht unter und wirken sehr verloren. Hohe Sorten von Tulpen und Narzissen können gut mit anderen Frühjahrsblühern unterpflanzt werden, wie Vergissmeinnicht, Primeln oder Stiefmütterchen. Bei der Farbauswahl sollte darauf geachtet werden, dass die zusammen gepflanzten Gruppen gut miteinander harmonieren. Gar nicht so leicht, bei der riesigen Farb- und Sortenauswahl.

Frühjahrsblüher zum Verwildern

Viele kleinwüchsige Frühjahrsblüher eignen sich nicht nur zur Pflanzung im Beet, sondern auch zum Verwildern im Rasen oder unter Hecken und Gehölzen. Zu den Sorten, die sich sehr gut verwildern lassen, gehören Krokusse, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Traubenhyazinthen und Anemonen. Sie sorgen nicht nur im Beet, sondern auch auf dem frischen Grün des Frühjahrs und unter den oft noch kargen Gehölzen für Farbakzente.

Der Schutz für Frühjahrsblüher

Vor allem Tulpen werden sehr gern von Wühlmäusen angefressen. So mancher Gärtner wundert sich, warum nach der mühevollen Arbeit des Zwiebelsetzens im Herbst, im darauf folgenden Frühjahr keine einzige Tulpe erscheint. Abhilfe schaffen Pflanzkörbe aus Kunststoff oder Draht, in die die Zwiebeln hineingesetzt und dann in die Erde gelassen werden.

Markierungen beim Pflanzen

Wer einen Frühjahrsgarten neu anlegt bzw. ergänzt, sollte unbedingt vorher eine Skizze anlegen, wo was hinkommt. Da die Frühjahrsblüher erst im Frühling sichtbar werden, vergisst der Gärtner sonst sehr schnell, wo sich welche Sorten im Boden befinden. Neben einer wenigstens ungefähren Skizze haben sich Pflanzenstecker als hilfreich erwiesen, mit denen die jeweiligen Sorten markiert werden.
Text: B. L.

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