Hochbeet selber bauen

Ein Hochbeet selber bauen
Hochbeet bauen - So gehts! - Foto: © etfoto - stock.adobe.com

Immer mehr Hobbygärtner möchten sich den Traum vom eigenen Hochbeet erfüllen. Doch fertige Bausätze aus dem Baumarkt sind oft teuer und berücksichtigen nicht die örtlichen Gegebenheiten. Schließlich ist kein Garten wie der andere und während sich der eine ein großes Hochbeet für die Wiese wünscht, sucht der andere nach einem kleinen Kräuter-Hochbeet für den Balkon. Mit unserer Anleitung zeigen wir Ihnen, wie Sie sich Ihr Wunsch-Hochbeet einfach und kostengünstig selbst bauen.

Welche Vorteile hat ein selbst gebautes Hochbeet?

Üppig bepflanzt ist jedes Hochbeet ein Blickfang, an dem sich nicht nur Gärtner erfreuen. Neben der Optik ist aber vor allem die namensgebende Höhe des Beets seine große Stärke. Sie ermöglicht es, bequem und rückenschonend Blumen, Gemüse, Kräuter oder Obst einzusäen, zu pflegen und zu ernten. Lästiges und für Menschen mit Handicap beschwerliches Bücken gehört so der Vergangenheit an.
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Doch die hohe Bauweise hat noch weitere Vorteile: Zum einen entsteht durch das langsame Verrotten der Humusschichten Wärme, die sich im Hochbeet länger hält als in einem Flachbeet. Das führt dazu, dass die Temperatur hier im Durchschnitt um 6 °C höher liegt und Ihnen eine ertragreichere und länger andauernde Kulturzeit ermöglicht. Zum anderen gelangen Schädlinge wie Schnecken und Wühlmäuse schwerer an die Pflanzen und können weniger Schaden anrichten.

Der richtige Standort für Ihr Hochbeet

Die Wahl des Standorts ist für die Stabilität und eine reichhaltige Ernte oder schöne Blütenpracht von großer Bedeutung. Hier stellt sich zunächst die Frage, ob das Beet direkt auf dem Erdboden oder auf einem festen Untergrund errichtet werden soll. Wichtig ist in jedem Fall ein stabiler Untergrund. Balkon oder Terrasse eignen sich genauso gut wie ein Standort auf der Wiese - vorausgesetzt, der Ort ist hell und der Boden eben und nicht von Baumwurzeln durchzogen. Wenn Sie die Wahl haben, bevorzugen Sie einen windgeschützten Standort und richten Sie das Hochbeet in Nord-Süd-Richtung aus, sodass Sie das Sonnenlicht optimal ausnutzen können.

Tipp: Die ideale Jahreszeit für das Anlegen eines Hochbeets ist der Herbst. Denn zu dieser Zeit fallen reichlich Gartenabfälle an, die Sie gleich für Ihre Erdschichten im Hochbeet nutzen können.

Die Vorarbeiten zum Hochbeet bauen

Vor dem Bau des Hochbeets sollten Sie einige wichtige Vorarbeiten erledigen. Falls noch nicht geschehen, bereiten Sie den Untergrund für das Beet vor. Dazu gehört zum einen das Entfernen grober Wurzeln und Steine, zum anderen der Schutz vor unerwünschten Gästen wie Wühlmäusen. Legen Sie hierzu einen engmaschigen Draht (Kaninchendraht) aus und befestigen Sie ihn - je nach vorhandenem Material - am Boden oder an den Innenseiten des Hochbeets. An Standorten mit dichtem Unkrautwuchs (zum Beispiel Brennnessel oder Ackerwinde) empfiehlt es sich, zwischen Boden und Draht ein Unkrautvlies anzubringen.

Welches Material ist geeignet?

Besonders beliebt sind Hochbeete aus widerstandsfähigem Holz (wie Lärche, Douglasie oder Robinie). Auch ausrangierte Euro-Paletten lassen sich mittels Upcycling in ein ansprechendes Hochbeet verwandeln. Ebenso eignen sich Beton oder Naturstein als Basis. Das Material hierfür erhalten Sie in jedem gut sortierten Baumarkt und in entsprechenden Onlineshops. Dort finden sich auch vorgefertigte Bausätze oder Module (auch aus Kunststoff oder Metall), die fertig zugeschnitten sind und nur zusammengesetzt werden müssen. Ideal für alle, die es eilig haben und wenig Lust oder handwerkliches Geschick besitzen, um selbst zur Säge zu greifen. Allerdings sind die Maße fest vorgegeben und weder die Höhe noch die Länge oder Breite lassen sich anpassen. Das geht nur, wenn Sie das Beet selbst bauen.

Hochbeet aus Paletten bauen

Im Zuge des Upcycling-Trends erfreuen sich Hochbeete aus alten Paletten immer größerer Beliebtheit. Hierzu benötigen Sie:

  • 4 Paletten
  • 4 Beton- oder Steinplatten (30 x 30 cm)
  • Wasserwaage
  • 12 Winkel
  • Akkuschrauber

Legen Sie die vier Beton- oder Steinplatten auf den Boden, sodass Sie ungefähr den Abstand einer Palettenlänge (150 cm) zueinander haben. Positionieren Sie nun die vier Paletten mit einer Längsseite am Boden so darauf, dass sie jeweils an den Ecken auf einer Platte aufliegen. Die Paletten sollen im rechten Winkel zueinander stehen und die Oberseiten jeweils nach innen zeigen. Überprüfen Sie den Stand der Paletten mithilfe einer Wasserwaage. Sind alle Paletten in der Waage, schrauben Sie sie mit jeweils drei Winkeln pro Ecke aneinander fest.

Diese einfache Anleitung lässt sich beliebig variieren. Sie können die Größe des Beets ändern oder das ganze Beet auf Rollen setzen (Gewicht beachten!). Hier sind Ihrer Kreativität kaum Grenzen gesetzt!
Tipp: Um zu verhindern, dass das Holz durch die Feuchtigkeit schnell verrottet, sollten Sie die Innenwände mit Teichfolie oder dickem Vlies auskleiden. Das ist vor allem bei teurem Material sinnvoll, das so vor Verwitterung geschützt wird. Wenn Sie Folie verwenden, achten Sie darauf, dass diese keine Weichmacher enthält. Die Farbe der Folie ist zweitrangig, Schwarz hat jedoch einen wärmespeichernden Effekt, was den Pflanzen zugutekommt. Bringen Sie die Folie auf jeden Fall bei trockener Witterung an, um einer Schimmelbildung vorzubeugen.

Hochbeet aus Holzplanken bauen

Zunächst ist es wichtig, die Höhe des Beetes zu bestimmen. Sie hängt von der Körpergröße und den Gewohnheiten des Gärtners ab. Wenn Sie zum Beispiel im Sitzen arbeiten möchten, sollte das Hochbeet ungefähr 60 cm hoch sein. Für das Arbeiten im Stehen ist es angenehm, wenn zwischen dem Hochbeet und dem angewinkelten Ellbogen etwa 15 cm Abstand bestehen.

Wenn Sie ein Hochbeet aus Holzplanken zimmern möchten, haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Varianten. Beliebt sind Beete aus massiven quadratischen Kanthölzern oder Planken, die entweder an der Innenseite oder an der Außenseite durch Stützpfosten gehalten werden. Für Letzteres benötigen Sie:

  • 4 Eckpfosten (10 x 10 cm) aus Hartholz
  • 12 etwa 3-5 cm dicke Bretter (je nach gewünschter Beetgröße zwischen 90 und 200 cm lang)
  • 1 Packung Nägel
  • Hammer
  • Vorschlaghammer
  • Schlagschutz
  • evtl. Säge
  • evtl. Bodenhülsen aus Metall für die Eckpfosten

Messen Sie zunächst aus, wie groß Ihr Hochbeet sein soll und sägen Sie die Bretter - falls nötig - in die entsprechende Länge. Markieren Sie die Umrisse auf dem Boden und schlagen Sie die vier Holzpfosten an den Ecken etwa 30 cm tief in die Erde ein. Metallhülsen schützen das Holz vor einer schnellen Verwitterung. Nageln oder Schrauben Sie nun die Bretter rundherum an die Pfosten, beginnen Sie mit den unteren Planken.
Wichtig: Kleiden Sie anschließend die Innenwände mit einer Folie aus, um das Holz vor dem Verrotten durch die Feuchtigkeit zu schützen.

Hochbeet befüllen

Um den Pflanzen im Hochbeet optimale Bedingungen zu bieten, ist eine Füllung des Beetes mit den folgenden, jeweils etwa 20 cm dicken Schichten (von unten nach oben) zu empfehlen:

  • 1. grober Baum-, Strauch- oder Heckenschnitt (alternativ: Stroh)
  • 2. Rindenmulch oder gehäckselte Äste
  • 3. Laub und Grasschnitt
  • 4. Pferdemist oder Kuhdung (alternativ: halbreifer Kompost)
  • 5. reifer Kompost oder Pflanzhumus

Die unterschiedlichen Schichten sind nicht nur preiswerter als eine komplette Füllung mit Pflanzerde, sondern bieten den Pflanzen auch besonders gute Wachstumsbedingungen.

Tipp: Wechseln Sie sämtliche Schichten alle 5 bis 6 Jahre aus, damit die Pflanzen neue Nährstoffe bekommen. Danach fühlen sich vor allem Starkzehrer wieder wohl, also Pflanzen, die einen hohen Nährstoffbedarf haben, wie zum Beispiel Tomaten, Gurken oder Lauch sowie Geranien oder Chrysanthemen. Nach 1 bis 2 Jahren können Sie dann Pflanzen wählen, die weniger anspruchsvoll sind wie Salat, Spinat, Knoblauch oder Zwiebeln oder Dahlien und Löwenmäulchen. Kräuter und Blumen wie Petunien, Begonien und Stiefmütterchen sind sogenannte Schwachzehrer und fühlen sich auch nach fünf Jahren noch im Hochbeet wohl.

Bepflanzung nach Ihrem Geschmack

Welche Pflanzen Sie in Ihr Hochbeet setzen, hängt von Ihrem persönlichen Geschmack ab. Wünschen Sie sich einen kleinen Kräutergarten? Oder möchten Sie lieber Gemüse oder Obst ernten? Wofür Sie sich auch entscheiden: Achten Sie darauf, dass Sie Sorten wählen, die sich gut "vertragen". Beispiel: Tomaten und Kohlrabi oder Kopfsalat harmonieren im Hochbeet gut miteinander, aber vertragen sich nicht mit Gurken oder Kartoffeln. Wenn Sie Radieschen pflanzen möchten, kombinieren Sie diese mit Möhren oder Zwiebeln, aber nicht mit Sellerie oder Petersilie. Informieren Sie sich vorab über gute und schlechte Nachbarschaft im Hochbeet, damit Sie mit Ihrer Wahl den besten Ertrag erzielen. (Tipps zum Hochbeet bepflanzen)
Text: O. K. / Stand: 18.05.2019

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