Wohin mit Fallobst?

Ein Korb mit Fallobst
Was kann man aus Fallobst machen?
Foto: © LianeM

Im Spätsommer sind viele Gartenbesitzer fast am verzweifeln - schiere Unmengen Obst werden auf einmal reif. Zu dem geernteten Obst kommt auch noch das Fallobst hinzu. Es lässt sich nicht lang lagern und muss schnell verarbeitet oder entsorgt werden. Doch wohin mit all dem Fallobst im Garten?
Übrigens ist Fallobst jedes Jahr wieder ein Thema für Streit am Gartenzaun.

Fallobst im Garten

Fallobst hat bei vielen Gartenbesitzern einen negativen Ruf. Aufgrund der Druckstellen durch das Aufschlagen auf dem Boden, lässt es sich nicht lang lagern. Schnell machen sich Raupen und andere Tiere das Obst zunutze. Pilze lieben Fallobst als optimalen Nährboden. Und dennoch: Während das von Hand geerntete Obst frisch verzehrt werden kann, eignet sich Fallobst sehr gut zur Weiterverarbeitung. Es kann ausgeschnitten und in Kompott, Mus oder leckere Kuchen verwandelt werden. Auch das meiste Fallobst lässt sich sehr gut einfrieren. Voraussetzung: es wird recht rasch nach dem Herunterfallen aufgelesen.

Leckere Fruchtsäfte genießen - die Mosterei

Selbstverständlich kann auch aus dem Fallobst zuhause im Entsafter schmackhafter Obstsaft hergestellt werden. Bei großen Mengen Obst macht dies jedoch keinen Sinn. In einer Mosterei werden große Mengen Obst von Privatpersonen abgegeben, als Gegenleistung bekommt man einen Teil davon als Saft wieder zurück - der Wintervorrat ist gesichert.

Fallobst liegenlassen und verrotten lassen

Die Natur ist ein idealer Helfer im Beseitigen des Fallobstes. Kleine Mengen gesunden Obstes können gemischt mit anderen Gartenabfällen und Erde zur Auflockerung auch auf dem Kompost landen. Damit das Obst nicht fault, sondern verrottet, darf die Menge des Fallobstes jedoch nicht zu groß sein. Alternativ können Sie Ihr Fallobst auch als natürlichen Dünger verwenden, indem Sie es vergraben. Allerdings muss es mindestens einen halben Meter tief in die Erde, um nicht von Tieren wieder ausgegraben zu werden. Des Weiteren ist das Entsorgen des Fallobstes im Boden nicht neben Wurzeln von Bäumen zu empfehlen. An der richtigen Stelle in die Erde gebracht jedoch, gedeihen im Folgejahr Kartoffeln und Bohnen umso besser.

Fallobst aufsammeln - Biotonne und Sammelstelle statt Mülltonne

Krankes Fallobst, welches von Pilzen oder Schädlingen befallen ist, gehört nicht auf den Kompost, ansonsten wird der Zyklus der Schädlinge nicht unterbrochen und das Obst im kommenden Jahr wieder befallen. Krankes Obst wird hingegen in der Biotonne oder den entsprechenden Sammelstellen der Gemeinden und Städte abgegeben. Diese Option steht auch für gesundes Fallobst zur Verfügung, sollten beispielsweise die Mengen von Fallobst einen Gartenbesitzer ernsthaft in seinen lokalen Möglichkeiten überfordern. In der Mülltonne hingegen hat Fallobst nichts zu suchen.

Mit Fallobst Gutes tun

Wohnen Sie in ländlicher Umgebung, können Sie bei Bauern nachfragen. Meist sind sie für das nahrhafte Gratis-Futter dankbar. Auch Tierparks oder Mitarbeiter der örtlichen Försterei könnten mitunter das Fallobst verwerten.

Igel, Insekten und Co.

Nur noch selten finden Igel und andere nützliche Tiere Streuobstwiesen. Sie freuen sich, wenn ihnen in einer Ecke des Gartens unter einer Hecke oder hinter dem Kompost ein Festschmaus bereitet wird. Viele nützliche Insekten nutzen außerdem das heruntergefallene Obst als Nahrung. In einem naturnahen Garten wird daher nicht das gesamte Fallobst entsorgt.

Fazit: Fallobst ist eine ganz natürliche Erscheinung des Spätsommers in Obstgärten. Es kann sinnvoll verwertet oder verarbeitet werden und dient nicht nur den Menschen zur Weiterverarbeitung oder als Dünger für Pflanzen, sondern unterstützt auch noch die heimische Fauna.
Text: C. D.

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