Pfirsichbaum pflanzen

Ein Pfirsichbaum im Garten
Ein Pfirsichbaum mit reifen Früchten
Foto: © Knut Wiarda

Ein Pfirsichbaum ist die Zierde eines jeden Obstgartens. Im Frühjahr erfreuen die zarten rosaroten Pfirsichblüten das Auge des Gärtners, im Herbst die saftigen süßen Früchte den Gaumen. Pfirsichbäume gehören zu den anspruchsvolleren Pflanzen im Garten, können jedoch am richtigen Standort mit der passenden Pflege sehr ertragreich sein.

Tipps für die Pflanzung von Pfirsichbäumen

Hier haben wir viele gute Tipps für die Pflanzung und die Pflege von Pfirsichbäumen zusammengestellt. Außerdem finden Sie hier auch eine Übersicht der Pfirsichsorten. Und ein paar Tipps was bei Krankheiten und Schädlingsbefall zu tun ist haben wir ebenfalls zusammengestellt.

Sorten- und Geschmacksvielfalt

Der Pfirsich findet seinen Ursprung in China. Dort war er bereits vor über 4000 Jahren bekannt. Pfirsichbäume (Prunus Persica) gehören zur Familie der Rosengewächse. Die Früchte des Baumes zählen wiederum zum Steinobst. Heute sind uns zahlreiche Sorten bekannt. Benedicte, Red Haven oder Rome Star und Nerine - um nur einige wenige zu nennen. Zudem laden Blutpfirsiche regelrecht zum reinbeißen ein. Immer beliebter werden die Weinberg- oder auch Plattenpfirsiche, die bereits fast in Vergessenheit geraten waren. Saturn ist eine gern gepflanzte Sorte bei Gärtnern. Sie können Pfirsiche als Halb- oder Hochstamm kaufen. Meist werden sie als Buschbaum in Baumschulen angeboten. Sie haben einen niedrigen Stamm bzw. Kronenansatz, dies erleichtert die Ernte. Selbstfertile Sorten brauchen keinen zweiten Baum zur Befruchtung. Die meisten Sorten werden als selbstbefruchtend im Handel angeboten.

Den Pfirsichbaum pflanzen

Wer einen Pfirsichbaum pflanzen möchte, muss erstmal einen geeigneten Standort finden:

Der Standort für den Pfirsichbaum

Pfirsichbäume sind sehr anspruchsvoll und gedeihen leider nicht überall. Klimabedingungen, die auch für den Anbau von Weinstöcken geeignet sind, wären optimal. Jedoch kann auch eine windgeschützte Ecke im Garten reichen. Durch die frühe Blüte im April sind Pfirsichbäume Spätfrost gefährdet. Geschütze Plätze nahe einer Mauer oder Giebelwand helfen der Pflanze, Stauwärme zu nutzen und reichlich Früchte zu tragen. Damit diese süß und saftig sind, benötigt der Pfirsich weiterhin viel Sonne und Wärme. Eine südliche Ausrichtung ist ideal.

Den Pfirsichbaum einpflanzen

Haben Sie sich für eine Sorte und die Wuchsform sowie den idealen Standort in Ihrem Garten entschieden, können Sie Ihren Baum pflanzen. Der Boden sollte durchlässig aber feucht und nährstoffreich sein. Auch hierbei zeigt der Pfirsich sein anspruchsvolles Gesicht. Staunässe bzw. ausgeprägte Trockenperioden verträgt der Baum nicht. Die Pfirsichbäume werden je nach Sorte zwischen einem und acht Metern hoch. Ausreichend Pflanzabstand - die halbe Wuchsbreite - braucht ein Pfirsich, um sich gesund entwickeln zu können. Kaufen Sie möglichst eine veredelte Sorte als Containerware und pflanzen sie sie nach dem Frost im Frühjahr. Herbstpflanzungen können durch den Frost der empfindlichen jungen Pflanze schaden. Pfirsichbäume könnten auch aus dem Samen im Stein selbst gezogen werden, jedoch sind diese nicht veredelt und haben kleinere weniger aromatische Früchte, auch sind sie anfälliger für die gefürchtete Kräuselkrankheit bei Pfirsichen. Graben Sie ein entsprechend großes Loch für die Pflanzung, wässern Sie es. Setzen Sie die Containerware ein und achten Sie darauf, dass die Veredlungsstelle oberhalb der Bodendecke liegt. Fest andrücken. Ein Pfahl dient als Wuchshilfe. Nach dem in die Erde bringen, müssen sie den Boden über einige Wochen konstant feucht aber keinesfalls nass halten.

Pflege des Pfirsichbaum

Wieder einmal ist der Pfirsich etwas eigenwillig, was den Schnitt und die Pflege angeht. Pfirsiche tragen nur am einjährigen Holz, was zu Folge hat, dass eine reiche Ernte nur bei konsequentem Rückschnitt im Frühjahr möglich ist. Am besten Sie lassen sich darüber in einer Baumschule beraten. Denn Pfirsiche tragen wahre und falsche Fruchttriebe. Letztere sind rundlich und werden nicht von Blattknospen umringt. Sie müssen unbedingt zurückgeschnitten werden, da diese Früchte klein und verkrüppelt lange vor der Ernte vom Baum fallen. Außerdem braucht der Baum im Herbst eine möglichst lichte Krone, damit viel Sonne die Früchte erreicht. Bei langen Trockenperioden muss der Baum gegossen werden, sonst verkümmern die Früchte. Humus auf die Baumscheibe im Frühjahr kann den Ertrag steigern, da ein Pfirsich viele Nährstoffe benötigt.

Saftig süße Früchte ernten

Ein Stück Kuchen mit Pfirsich
Pfirsiche kann man zu leckeren Kuchen verarbeiten
Foto: © Swetlana Wall

Frühestens Ende August, eher Anfang September beginnen die Früchte zu reifen. Nach und nach können sie vorsichtig vom Baum genommen werden. Pfirsiche sind sehr druckempfindlich und verderben entsprechend schnell. Je nach klimatischen Bedingungen kann es vorkommen, dass alle Pfirsiche zur gleichen Zeit die Erntereife erreichen. Sie lassen sich in Paletten lose und ohne Berührungspunkte einzeln für wenige Tage lagern.

Pfirsiche verarbeiten

Die leckeren Früchte des Pfirsichbaums sind nicht nur roh ein wahrer Genuss. Sie lassen sich hervorragend weiterverarbeiten. Auf Torten oder als Kompott, zu Marmeladen oder Smoothies. Pfirsiche passen zu Eis oder lassen sich ideal mit anderen Früchten - mit Vorliebe Himbeeren - kombinieren. Frisch mit Jogurt und Quark schmecken die süßen Früchte ebenso, wie an Chutneys, Currys oder sogar herzhaften Fleischgerichten. Pfirsiche setzen auch jeder frischen Sommerbowle die Krone auf.

Wer sich traut den doch anspruchsvollen Pfirsichbaum in seinen Garten zu pflanzen und vorher die Bedingungen genau geprüft hat, der wird mit wohlschmeckenden Früchten und einer reichen Ernte belohnt.
Wohin mit dem Fallobst?
Text: C. D.

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