Der Juli im Garten - Eine Reise durch das Gartenjahr -Teil 7 :

Im Sommermonat Juli gibt es im Garten viel zu tun. Ist es sehr heiß und trocken, sollte man viel gießen. Außerdem kann man in diesem Monat schon einiges ernten!

Welche Gartenarbeit kann man im Juli erledigen?

Erdbeerernte im Juli
Foto: © volff

1. Gemüsebeet: Ernte, Bodenbearbeitung, Düngung

In diesem Monat freut der Hobbygärtner sich über eine reiche Ernte aus dem Gemüsebeet. (z.B. Gurken ernten) Was nicht sofort verbraucht werden kann,wandert entweder in die Tiefkühltruhe oder wird eingekocht, zu Chutney, Ketchup oder Brotaufstrichen verarbeitet.

Neben all den Erntefreuden darf die Pflege im Gemüsebeet aber nicht zu kurz kommen. Ein regelmäßiges Hacken zwischen den Reihen lockert den Boden und macht ihn so aufnahmefähiger für Dünger und Wasser, welches in trockenen Perioden reichlich zugeführt werden muss. Neben dem Hacken ist das Jäten unverzichtbar, denn nur so stehen den Nutzpflanzen genügend Nährstoffe zur Verfügung. Gejätet und gehackt wird am besten an heißen Tagen mit viel Sonne. Das erleichtert dem Gärtner die Arbeit, denn das aus dem Boden gezogene Unkraut kann auf dem Beet liegen bleiben und wird von den Bodenbewohnern zu Humus verarbeitet.

Allerdings klappt das mit dem Liegenlassen nicht an Tagen, an denen der Boden gut feucht ist, denn dann haben die Wurzeln der Unkräuter leichtes Spiel, erneut Fuß zu fassen und sich weiter auszubreiten. In der prallen Sonne jedoch vertrocknen die Kräuter und können keinen Schaden mehr anrichten. Wichtig ist, blühende Unkräuter rechtzeitig zu jäten, bevor sie ihren Samen verbreiten können. Dann wird es nämlich schwer, wieder Herr über das Unkraut zu werden, denn es wird sich über die Samen explosionsartig vermehren. Deshalb sollte das Jäten nicht vernachlässigt werden. Der Gärtner sollte alle zwei Tage nach dem Rechten sehen.

Gründüngung zum Schutz des Gartens

Nicht benutzte Felder des Gemüsebeets können mit Gründüngung versehen werden. Diese sorgt nicht nur dafür, die Qualität des Bodens zu verbessern, sondern verhindert auch die Ausbreitung unerwünschter Unkräuter. Die Gründüngung hat sich ebenfalls auf den Kartoffelbeeten bewährt. Während frühe Kartoffeln bereits jetzt geerntet werden, freuen sich die im Boden verbleibenden Kartoffeln über eine tiefe Auflockerung des Bodens mit Hilfe der Grabegabel oder der Hacke sowie die Ausbringung von Gründüngung.

Die Gründüngung macht den Boden feinkrümeliger und liefert jede Menge Stickstoff. Nachdem später die letzten Kartoffeln geerntet wurden, wird der Gründünger einfach in den Boden eingearbeitet. Die frühen Möhrensorten werden auch jetzt geerntet. Die späteren Sorten entfalten sich besser, wenn der Boden noch einmal tief gelockert und mit einer Düngung versehen wird. Am besten geeignet für Möhren ist organischer Volldünger. Dieser sollte jedoch keinen Mist enthalten, da dieser auf Schädlinge anziehend wirkt.

Gemüse richtig pflegen

Bohnen sollten regelmäßig durchgepflückt werden, denn jung schmecken sie am besten. Durch das regelmäßige Pflücken wird die Pflanze zudem zur Neubildung angeregt. Auch Zucchini und Gurken nicht zu groß werden lassen, sie schmecken dann leicht fade. Der Blumenkohl auf dem Gemüsebeet bleibt schön appetitlich weiß, wenn von den grünen Blättern einige nach innen umgeknickt werden, so dass die Pflanze keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.

Tomaten müssen nach wie vor regelmäßig ausgegeizt werden und können auch noch einmal eine Düngung vertragen. Wenn der Juli sehr regnerisch ist, sollten die Tomaten ein Dach bekommen, damit sie vor Knollen- und Krautfäule geschützt sind. Das Spritzen mit Schachtelhalmbrühe schützt die Pflanzen zusätzlich.

Lauch wird mit Erde angehäufelt, damit die Schäfte weiß bleiben. Später Lauch, der erst jetzt gepflanzt wird, kann auch direkt tiefer gepflanzt werden, etwa zehn Zentimeter. Dafür werden mit einem Pflanzholz Löcher in den Boden gestochen und die Lauchstangen eingesetzt. Das anschließende Wässern sorgt dafür, dass die Löcher sich von allein schließen.

Aussaat und Ernte

Im Juli ist es an der Zeit, Wintergemüse wie Möhren, Chinakohl, Grünkohl und Eissalat auszusäen. Auch Kräuter, die im nächsten Jahr wachsen sollen, wie Kümmel oder Petersilie, können jetzt ausgesät werden. Dabei bitte darauf achten, dass die Petersilie einen neuen Platz bekommt, weil sie selbstunverträglich ist.

Falls noch nicht geschehnen, werden in diesem Monat genauso die Kräuter für den Wintervorrat geerntet. Die Pflanze sollte dabei nicht ganz abgeerntet werden, sondern es sollten für den frischen Verzehr immer einige Stängel stehen gelassen werden.

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2. Ernte und Pflege im Gemüsebeet

Im Gemüsebeet gibt es jetzt nicht nur reiche Ernten einzufahren, sondern auch viel neue Arbeit. Geerntet werden neben Salaten, Dill, Möhren und Erbsen genauso Kohlrabi, Blumenkohl, Rettich, Spinat, Mangold, Dicke Bohnen, Fenchel, Radieschen und noch vieles mehr. Endlich wird der Gärtner für seine Mühen belohnt. Das bedeutet jedoch nicht, dass jetzt die Zeit zum Ausruhen gekommen ist. Das Gemüsebeet muss weiterhin gepflegt werden.

Dazu gehört regelmäßiges Jäten, genauso wie das ausgiebige Wässern an trockenen Tagen. Das Gießen sollte jedoch nicht bei voller Sonne und mit zu kaltem Wasser erfolgen. Die Pflanzen können dadurch Schaden nehmen, denn zum Einen bekommen Pflanzen, die die Wärme lieben, einen Kälteschock durch das Leitungswasser und zum Anderen wirken Wassertropfen auf den Pflanzen wie Brenngläser, die die Pflanzen ungefiltert der Sonnenstrahlung aussetzen. Besser ist das Wässern am Abend oder in den frühen Morgenstunden. Gegossen wird am besten mit Regenwasser, welches in mehreren Behältern gesammelt wird und eine für die Pflanzen angenehme Temperatur hat. Zudem spart das Gießen von Regenwasser viel Geld und schont die Umwelt.

Neben der Ernte müssen jetzt auch neue Gemüsesorten gepflanzt und gesät werden. Dabei ist es wichtig, auf eine gesunde Mischkultur zu achten. Es gibt Pflanzen, die sich in ihrer Nachbarschaft gegenseitig unterstützen, anderen wiederum können sich "nicht riechen". Ungünstig wirkt sich zum Beispiel die Nachbarschaft von Bohnen mit Möhren, Fenchel, Knoblauch, Erbsen, Zwiebeln und Porree aus. Gurken vertragen sich nicht mit Tomaten, Rettich und Radieschen. Die meisten Kohlarten reagieren allergisch auf die Nachbarschaft von Erdbeeren, Zwiebeln, Knoblauch und Senf. Zucchini und Tomaten in unmittelbarer Nachbarschaft vertragen sich ebenfalls nicht besonders gut. Zucchini sind aufgrund ihres großen Platzbedarfs ebenso wie Kürbisarten besser beim Kompost aufgehoben, wo sie auch gleich ihren hohen Nährstoffbedarf decken können.

Bei einer Mischkultur sollten nicht nur benachbarte Gemüsepflanzen berücksichtigt werden, auch Kräuter sollten hier Beachtung finden. So trägt zum Beispiel Kerbel in der Nachbarschaft von Salat dazu bei, dass Blattläuse und Ameisen Abstand nehmen und dass der Salat resistenter gegen Mehltau ist. Porree und Möhren passen gut zusammen, weil der Porree die Möhrenfliege fern hält, die Möhre wiederum sorgt dafür, dass die Lauchmotte sich nicht niederlassen kann. Wer ständig seinen Kohl mit den vielen Raupen des Kohlweißlings teilen muss, sollte einmal Sellerie dazwischen pflanzen, den mögen die Kohlweißlinge gar nicht. Tomaten erfüllen denselben Zweck.

Spinat bietet sich als prima Vorkultur an, kann aber auch reihenversetzt zwischen alle Gemüsesorten gesät werden. Er sorgt dafür, dass die Pflanzen im Wachstum gefördert werden. Verantwortlich dafür sind die Saponine, die über die Wurzeln ausgeschieden werden. Knoblauch ist das Anti-Pilz-Mittel schlechthin im Garten und verträgt sich mit nahezu allen Gemüse- und Obstsorten. Ausnahmen bilden lediglich Kohl, Erbsen und Bohnen. Vor allem Obstbäume und -sträucher, aber auch Tomaten, Gurken, Möhren, Schwarzwurzeln und Erdbeeren profitieren sehr von Knoblauch in unmittelbarer Nachbarschaft. Kapuzinerkresse dient vielmehr als Lockmittel, denn Blattläuse haben sie zum Fressen gern und befallen nicht die benachbarten Brokkolipflanzen oder Obstbäume. Wermut ist in der Nachbarschaft von Johannisbeeren sehr förderlich, denn Säulenrost wird dadurch vorgebeugt.

Beim Anbau oder der Aussaat neuer Gemüsepflanzen im Beet ist neben einer Mischkultur auch wichtig, darauf zu achten, dass sich Stark-, Schwach- und Mittelzehrer in einem gesunden Maß abwechseln. Sonst muss sich niemand wundern, dass die Pflanzen vor sich hin kümmern. Beete, die vorübergehend brach liegen, sollten mit einer Gründüngung versehen werden.

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3. Staudenbeete: Pflegemaßnahmen

Staudenbeete lassen nicht nur den Garten auf das Schönste erblühen, sondern liefern so manchen Strauß für das heimische Wohnzimmer. Auch wenn die Stauden selbst recht pflegleicht sind, sollten gewisse Pflegemaßnahmen im Staudenbeet dennoch nicht unterlassen werden. Dazu gehört zum Beispiel das rechtzeitige Entfernen verblühter Teile. Nur, wenn die verwelkten Blüten regelmäßig entfernt werden, wird die Pflanze zur Bildung neuer Blüten angeregt. Diese Mühe macht sich über viele Jahre bezahlt.

Viele Stauden wie der Rittersporn blühen nach dem Schnitt sogar ein zweites Mal. Je nach Staudenart erfolgt der Schnitt unterschiedlich. Bei Lupinen, Rittersporn, Sommersalbei, Türkenmohn und Feinstrahl kann der Rückschnitt bis in Bodennähe erfolgen. Die Pflanzen treiben dann oft ein zweites Mal aus und erfreuen den Gärtner mit neuer Blütenpracht. Bei anderen Stauden ist nur ein Putzen angesagt, das heißt, nur die verwelkten Blüten werden abgeschnitten. Auch dadurch werden die Pflanzen zu einer zweiten Blüte angeregt. Darüber hinaus wird dadurch verhindert, dass die Stauden Samen bilden und diese auf dem Staudenbeet verteilen. Oft haben die aus den Samen entstehenden Stauden mit der Mutterpflanze wenig gemein, was für viele Gärtner jedoch nicht wünschenswert ist. Zu den Stauden und Sommerblumen, deren Blüten entfernt werden sollten, gehören Phlox, Sommermargeriten, Sonnenbraut, Staudensonnenblumen, Sonnenauge, Studentenblumen und Dahlien.

Unkraut richtig beseitigen

In trockenen Perioden sollte ebenso das Gießen im Staudenbeet nicht vergessen werden. Damit die Pflanzen genug Nährstoffe aus dem Boden ziehen können, ist es unverzichtbar, zwischen den Stauden zu jäten. Unkräuter entziehen dem Boden wichtige Nährstoffe, ( auch im Rosengarten ) die den Blumen dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Außerdem nehmen sie im Beet zu viel Platz weg, wenn das Jäten über einen längeren Zeitabschnitt vernachlässigt wird. Möglichst sollte in kurzen Intervallen gejätet werden, denn vor allem blühende Unkräuter bilden in den Sommermonaten sehr schnell Samen aus, der sich dann großzügig auf dem Staudenbeet verteilt. Die Arbeit, diese Unkräuter wieder zu entfernen, kostet das Dreifache an Zeit.

Ist es in der Urlaubzeit doch einmal nicht möglich, regelmäßig zu jäten und steht auch niemand zur Verfügung, der diese Arbeiten übernehmen kann, sollte das Entfernen von Unkräutern besonders vorsichtig und gründlich vorgenommen werden. Da die meisten Kräuter inzwischen in der Blüte stehen oder gar schon keimfähige Samen tragen, sollte der Gärtner mit einer Tüte und Schere bewaffnet ins Staudenbeet ziehen. In die Tüte werden zunächst einmal alle Blüten und Samenstände geschnitten, damit die Pflanzen ihren Samen nicht mehr auf dem Beet verteilen können, wenn sie aus dem Boden gerupft werden. Erst dann folgt das eigentliche Jäten. An trockenen Tagen genügt es dann, den Boden rund um die Stauden zu hacken und damit gleichzeitig zu lockern. Die gehackten Kräuter vertrocknen in der Sonne und können keinen Schaden mehr anrichten. Die Tüte mit den Blüten und Samen wird entweder über die Biotonne oder über den Hausmüll entsorgt, niemals aber auf dem Kompost.

Lavendel pflegen

Wer den Lavendel im Staudenbeet pflegetechnisch nicht vernachlässigt hat, wird nun mit vielen violetten Blüten belohnt. Je nach Lavendelart ist im Frühjahr ein großzügiger Rückschnitt notwendig, damit die Staude neu austreibt und eine Fülle an Blüten bildet. Bei dem Rückschnitt im Frühjahr und auch in den Folgemonaten sollten welke Teile stets sorgfältig geschnitten werden. Lediglich der Schopflavendel kommt mit weniger Pflege aus. Der Standort des Lavendels sollte sehr sonnig sein, mit einem trockenen und gut durchlässigen Boden. Lavendel, zu Sträußchen gebunden und getrocknet, hat sich in Kleiderschränken als Duftspender und natürliches Mittel gegen Motten sehr bewährt.

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4. Wasser, Wasser, Wasser

Wasser spielt im Garten in den Sommermonaten eine übergeordnete Rolle. Nur wer seinen Garten in heißen und trockenen Perioden regelmäßig mit Wasser versorgt, wird mit gesunden und kräftig wachsenden Pflanzen belohnt. Vor allem auch im Gemüsegarten kann nur mit einem ansehnlichen Ertrag gerechnet werden, wenn den Pflanzen neben Nährstoffen aus dem Boden und in Form von Düngung ebenso ausreichend Wasser zur Verfügung steht.

Leitungswasser für den Garten?

Leitungswasser für das Gießen zu verwenden ist auf die Dauer viel zu teuer, denn je nach Größe des Gartens werden beträchtliche Mengen des kühlen Nass benötigt. Darüber hinaus schadet vielen Pflanzen das Wasser aus der Leitung, weil es einfach viel zu kalt ist. In heißen und trockenen Sommern kann aufgrund einer auftretenden Wasserknappheit auch das Gießen mit Leitungswasser von den örtlichen Behörden untersagt werden. Gut dran ist, wer sich rechtzeitig mit einem ausreichenden Vorrat an Regenwasser versorgt hat. Vor allem das oft nasse Frühjahr bietet sich geradezu an, in Tonnen und großen Regenwasserbehältern jeden Tropfen aufzufangen. Besonders große Behälter, die an eine Regenrinne angeschlossen werden, sind sehr zu empfehlen. Zum Einen kann darin eine Menge Wasser gesammelt werden, zum Anderen verfügen diese Behältnisse in der Regel über einen Ablaufhahn in bequemer Höhe, aus dem sich das Wasser für Gießkanne und Eimer entnehmen lässt. Auch das Anschließen eines Gartenschlauchs an ein solches Behältnis kann die Arbeit immens erleichtern.

Der eigene Brunnen

Wer in einem Gebiet wohnt, wo das Regenwasser durch Umweltbelastungen nicht ganz unbedenklich für die Pflanzen ist, sollte über einen eigenen Brunnen nachdenken. Dieser hat den Vorteil, dass ebenfalls kostenloses Wasser für den Garten zur Verfügung steht. Außerdem enthält das Brunnenwasser neben dem in den Boden sickernden Regenwasser auch noch klares und sauberes Wasser aus unterirdischen Quellen. Selbst das Regenwasser ist bereits durch die verschiedenen Bodenschichten gefiltert und damit wesentlich sauberer als direkt verwendetes Regenwasser. Der Bau eines Brunnens bedarf jedoch im Vorfeld der Genehmigung der zuständigen Behörde.

Die Gartendusche

Beim Gießen des Gartens sollte nicht nur an den Gemüsegarten und die Blumenbeete gedacht werden. Genauso der Rasen braucht Feuchtigkeit, um sein sattes Grün zu behalten. Hierfür kann jedoch Leitungswasser verwendet werden. Kluge Gärtner verbinden das Nützliche mit dem Schönen und schaffen sich einen Rasensprenger an, der gleichzeitig zur Dusche umgebaut werden kann. So erhält der Gärtner nach getaner Arbeit eine erfrischende Abkühlung. Wem das Wasser aus der Leitung zu kalt ist, verwendet einfach einen langen Gartenschlauch, der mit Wasser gefüllt und entweder auf dem Rasen oder auf einem Dach ausgebreitet wird. Dort erwärmt sich das Wasser wunderbar, bis es zum Duschen gebraucht wird. Mit einer Mischbatterie kann dann je nach Wunsch noch Kaltwasser zugeführt werden.

Wenn eine Gartendusche oft benutzt wird, kann der darum herumliegende Rasen jedoch sehr schnell matschig werden. Deshalb empfiehlt es sich, entweder eine Drainageschicht aus Kies in dem Bereich anzulegen oder einen Platz mit Pflastersteinen für die Dusche auszuwählen. Wenn das Wasser über eine Zisterne gesammelt wird, kann es sogar später noch zum Gießen des Gartens herhalten. Das ist praktisch und sparsam zugleich. Natürlich versteht es sich von selbst, dass dann beim Duschen keine Seife oder ähnliches verwendet wird.

Die Wasseroase

Auch an den Ruheplätzen des Gartens, wo der Gärtner seinen wohlverdienten Feierabend genießt, lässt sich eine kleine Wasseroase errichten. Wo es für einen normal großen Gartenteich nicht reicht, können Gefäße als Miniteiche herhalten und den Traum vom Gartenteich wahr werden lassen. Viele kleine Wasserpflanzen, wie zum Beispiel die Mini-Seerose eignen sich hervorragend für kleinere Behältnisse mit einer Wassertiefe zwischen 30 und 60 Zentimetern. So ein Miniteich dient nicht nur der Erholung und Bereicherung des Sitzplatzes, sondern ebenso als Lebensraum für Lebewesen.

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5. Beeren in Hülle und Fülle

Für Beeren ist in jedem noch so kleinen Garten Platz. Nichts schmeckt besser als frische Beeren direkt vom Strauch in den Mund. Die meisten Beeren lassen sich in jedem Garten gut kultivieren. Rote, weiße und schwarze Johannisbeeren können auch schon einmal die Hecke ersetzen. So bilden sie Grundstücksbegrenzung und Sichtschutz gleichermaßen und liefern dabei noch jede Menge vitaminreicher Früchte. Am meisten vertreten sind in deutschen Gärten immer noch die roten Johannisbeeren. Sie schmecken leicht säuerlich und können pur oder mit Zucker und / oder Sahne verzehrt werden. Darüber hinaus eignen sie sich ganz hervorragend zur Herstellung von Marmeladen und Gelees und finden beim Backen Verwendung.

Johannisbeeren - vielfältige Früchtchen

Nicht ganz so bekannt, aber aufgrund ihres etwas milderen Aromas immer beliebter ist die weiße Johannisbeere, auch Champagnerbeere genannt. Sie wird ebenso wie die rote Johannisbeere verwendet, weist aber weniger Säure auf und schmeckt auch denjenigen, die sich mit der Säure der Johannisbeeren sonst nicht so sehr anfreunden können. Das meiste Vitamin C haben übrigens die schwarzen Johannisbeeren, allerdings sind sie vom Geschmack her eher herb und nicht jedermanns Sache. Zu Gelee oder Saft verarbeitet oder im Kuchen verbacken kommt auch diese Beere zu Ehren.

Alle Johannisbeersorten eignen sich ganz hervorragend zur Herstellung eigener Liköre oder als Zutaten im Rumtopf, der bereits mit der Ernte der ersten Erdbeeren angesetzt wird. Die Johannisbeeren sind deshalb so beliebt, weil sie praktisch in jeder Lage und auf jedem Boden leicht zu kultivieren sind. Da die Wurzeln nicht sehr tief in den Boden gehen, ist lediglich regelmäßiges Wässern notwendig. Ansonsten sind die Pflanzen recht anspruchslos und überstehen die stärksten Fröste. Damit die Pflanzen nicht zu viel Kraft in kahle Triebe stecken, sollten diese bis zum Boden zurückgeschnitten werden.

Erdbeeren und Himbeeren

Während im Gemüsegarten nur noch wenige Erdbeeren abzuernten sind, erfreuen die Walderdbeeren mit reicher Ausbeute. Sie blühen bis in den Herbst hinein und tragen auch so lange ihre leider viel zu kleinen, aber ausgesprochen aromatischen Früchte. Die Walderdbeeren sind sehr anspruchslos an den Standort und vermehren sich sehr schnell. Sie eignen sich deshalb sehr gut zur Bodendeckung unter größeren Beerenbüschen. Beim Pflanzen genügen etwas acht bis zwölf Pflanzen pro Quadratmeter. Die Erdbeeren bilden sehr schnell Ausläufer, so dass sich bis zum Herbst schon ein ansehnlicher Teppich gebildet hat, der nach dem Abernten der Beeren sogar trittfest ist.

Himbeeren sollten täglich beerntet werden, weil das weiche Fruchtfleisch sonst zu leicht überreif wird und dann nur noch schwer pflückbar ist. Zudem sind Himbeeren bekannt dafür, dass sich darin schnell Obstmaden ansiedeln. Nach dem Pflücken sollten die Beeren deshalb auch in kaltes Wasser gelegt werden. In den Beeren befindliche Maden oder gar kleine Käfer lassen sich dadurch vor der Weiterverarbeitung gut entfernen. Himbeeren werden am besten frisch verzehrt, im Kuchen verarbeitet oder zu Marmelade eingekocht. Aufgrund ihrer weichen Konsistenz eignen sie sich nicht so gut zum Einfrieren. Wer dennoch Himbeeren für den Vorrat einfrieren möchte, sollte diese vorher pürieren und dieses Püree dann portionsweise einfrieren. Das Püree kann später für Desserts oder Kuchen verwendet werden.

Leckere Stachelbeeren

Stachelbeeren sind heute in vielen Gärten zu finden, nachdem immer mehr mehltauresistente Sorten erhältlich sind. Stachelbeeren werden als Strauch oder Hochstämmchen angeboten. Beide Varianten tragen eine Vielzahl saftiger Früchte, die sich für Kompott, Kuchen, Marmelade und vieles mehr eignen. Wenn die Sträucher sehr viele Beeren tragen, sollten auch unreife Beeren mit gepflückt werden, damit die Pflanze ihre ganze Kraft in die verbleibenden Beeren stecken kann. Die unreifen Früchte werden zusammen mit den reifen Früchten zu Kompott oder Marmelade verarbeitet.
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Wer bisher schlechte Erfahrungen mit den Stachelbeeren gemacht hat, kann es mit einer Kreuzung aus Stachelbeere und schwarzer Johannisbeere versuchen. Die Jostabeere trägt dunkelblaue Früchte, die ein herb-säuerliches Aroma haben und sich ganz hervorragend für Marmelade und Kuchen eignen. Auch frisch vom Strauch verzehrt sind die Beeren ein Hochgenuss. Die Sträucher lassen sich wie die Johannisbeeren in fast jedem Garten kultivieren, sind sehr pflegeleicht und wenig anfällig für Krankheiten.
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Was jetzt einen Schnitt braucht

Einige Süßkirschensorten konnten bereits im Juni gepflückt werden, die wirkliche Erntezeit für Kirschen beginnt aber erst im Juli. Dabei sind die Süßkirschen den Sauerkirschen zeitlich etwas voraus. Wenn alle Süßkirschen abgeerntet wurden, wird es Zeit, dem Kirschbaum einen vernünftigen Schnitt zu verpassen. Triebe, die zu dicht gedrängt stehen oder gar nach innen wachsen, sollten konsequent der Schere zum Opfer fallen. Des Weiteren kann nach der Ernte die Krone des Baums verjüngt werden.

Wenn auch die Schattenmorelle als letztes abgeerntet wurde, wird hier ebenfalls ein beherzter Schnitt fällig. Das ist bei den Schattenmorellen ausgesprochen wichtig. Diese Sauerkirsche wird oft zu Unrecht als schlecht tragende Sorte bezeichnet. Wenn diese Kirsche schlecht trägt, liegt das in den meisten Fällen an einem unterlassenen oder falsch durchgeführten Schnitt. Die Triebe dieser Bäume können leicht peitschenförmig ausarten, wenn ihnen nicht mit der Schere zu Leibe gerückt wird. Die Folge daraus ist, dass der Baum zu viel Kraft in unnötige Triebe verschwendet und darüber die Bildung von Blüten und Früchten vernachlässigt. In der Regel trägt eine Schattenmorelle immer an den Trieben des Vorjahres. Es ist deshalb ratsam, nach der Ernte alle Triebe, die Früchte getragen haben, großzügig zurückzuschneiden.

Obwohl Pfirsichbäume jetzt noch Blüten oder unreife Früchte tragen, kann ein Schnitt vorgenommen werden. Die Triebe, die in der Blüte stehen oder Früchte tragen, werden beim Schnitt ausgespart. Lediglich die Holzknospen werden entfernt, außerdem können Fruchttriebe, die etwa die Dicke eines Buntstifts aufweisen, auf zwei Drittel eingekürzt werden. Diese dünnen Fruchttriebe werden im folgenden Jahr die Hauptlieferanten saftiger Pfirsiche sein.

Nachdem die Himbeeren abgeerntet wurden, werden die Triebe, die Beeren getragen haben, abgeschnitten. Der Schnitt sollte sehr tief erfolgen und zwar bis unter den Boden. Für das folgende Jahr werden pro Meter bzw. pro Himbeerstrauch etwa zehn der frischen Triebe stehen gelassen, der Rest wird entfernt. Die frischen Ruten tragen im folgenden Jahr Früchte und werden dann ebenfalls nutzlos, weil ihre zweijährige Lebensdauer dann beendet ist. Die Ruten, die stehen bleiben, sollten an einem Spalier oder einfach an Leinen oder Drähten, die zwischen zwei Pfosten gebunden werden, fixiert werden. Zum Festbinden der Ruten eignet sich Bast, da dieser nicht einschneidet. Je nach Größe der Ruten werden diese ab einer Höhe von etwa 80 Zentimetern mehrmals festgebunden. Himbeersorten, die zweimal tragen, werden jetzt natürlich noch nicht geschnitten, sondern erst nach der zweiten Ernte. Mit den Ruten der Brombeeren wird ähnlich verfahren wie mit denen der Himbeeren, wobei die alten und neuen Ruten der Sträucher getrennt aufgebunden werden, um die Ernte im Folgejahr zu erleichtern.
Text: B. L.

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