Rasenkrankheiten bekämpfen

Schöner grüner Rasen
Ist der Rasen von einer Krankheit befallen, sieht er nicht mehr
so schön aus - Foto: © eyetronic

Ein schöner Rasen ist wohl der Traum eines jeden Gärtners. Leider kommt es immer wieder vor, dass sich statt des satten Grün braune Flecken, rötliche Stellen oder andere Auffälligkeiten im Rasen zeigen.

Rasenkrankheiten können sich unbehandelt recht schnell ausbreiten und so zum großen Ärgernis werden. Ähnlich wie beim Mensch ist auch der Rasen anfälliger für Krankheiten, wenn die "Basisversorgung" nicht stimmt. Eine optimale Pflege und eine ausreichende Zufuhr von Nährstoffen tragen wesentlich dazu bei, dass der Rasen widerstandsfähiger gegenüber Pilzen und andere Krankheitserregern wird.

Die häufigsten Rasenkrankheiten

Schneeschimmel
In Sachen Rasenkrankheiten besitzt der Schneeschimmel die Favoritenrolle. Microdochium nivale, so der lateinische Name, wird durch einen Pilz verursacht und zeigt sich anfangs durch dunkelbraun bis orangefarbene Punkte, welche sich sehr schnell ausbreiten. Das Innere der größer werdenden Kreise ist dabei typischerweise heller als der Rand (dunkelbraun). Das Gras an den durch Schneeschimmel befallenen Stellen stirbt ab und kann schleimig-nass sein.

Rotspitzigkeit
Ebenso verbreitet wie der Schneeschimmel ist die Rotspitzigkeit (Laetisaria fuciformis). Auch hier ist wieder ein Pilz am Werke. Nadelähnliche Pilzhyphen stehen an den betroffenen Blättern heraus und geben dem Rasen an diesen Stellen ein rosa bis rötliches Aussehen. Ist der Befall nur leicht, so erholt sich der Rasen in der Regel schnell wieder. Doch ein starkes Auftreten der Rotspitzigkeit führt dazu, dass das Gras an diesen Stellen vollständig abstirbt.

Hexenringe
Hexenringe sind kreisrunde Ausprägungen im Rasen. Sie werden unterschieden zwischen Hexenringen Typ 1, Typ 2 und Typ 3. Hexenringe Typ 1 (Marasmius oreadas) kommen häufig auf Fairways oder ähnlichen Flächen vor. Für den Kleingärtner und Eigenheimbesitzer haben sie kaum Bedeutung. Ebenso die Hexenringe vom Typ 2 (Scleroderma ssp.). Sie werden auf Zierrasen (beispielsweise auf Greens) beobachtet. Sehr verbreitet dagegen ist der Typ 3, lateinisch Hygrophorus ssp. Dunkelgrüne Ringe werden sichtbar, an denen das Gras schneller und dunkler wächst. Hexenringe werden durch Pilzbefall verursacht und zumindest der am weitesten verbreitete Typ 3 hinterlässt am Rasen keine Schäden - lediglich das optische Erscheinungsbild ist gestört.

Blattfleckenkrankheit
Braun-schwarze, olivgrüne oder purpurfarbene Flecken auf den Blättern können ein Hinweis auf die Blattfleckenkrankheit (Helminthosporium vagans) sein. Sie tritt relativ häufig auf, führt jedoch zu keinen nennenswerten Schäden.

Rost
Rost kann viele Pflanzen und Gehölze im Garten befallen. Auch der Rasen ist nicht durch diese von Pilzen hervorgerufene Krankheit gefeit. Ein leichter Befall tritt relativ häufig auf, doch zum Glück ist starker Rost selten. Zu erkennen ist Rost (Pucinia ssp.) an den orangefarbenen oder brauen Pusteln an den Blattflächen.

Dollarflecken
Dollarflecken (Sclerotinia homoecarpa) kommen meist nur in bestimmten Regionen auf Rasenflächen vor, welche intensiv gepflegt wurden. Ihren Namen verdankt diese Rasenkrankheit den strohgelben Flecken mit einem Durchmesser von bis zu 5 cm. Hier ist das Gras meist extrem trocken und kann vollständig absterben. Die Dollarfleckenkrankheit wird manchmal zusammen mit der Rotspitzigkeit beobachtet.

Rasenkrankheiten vorbeugen

Wie bereits erwähnt werden die meisten Rasenkrankheiten durch Pilze verursacht. Deren Sporen fliegen durch die Luft und werden beispielsweise durch den Regen, über die Menschen oder über Arbeitsgeräte verbreitet. Ist der Rasen nun, aus welchem Grund auch immer, geschwächt, dann haben die Pilze ein leichtes Spiel. Ziel ist es also in erster Linie, die Gesundheit und Widerstandsfähigkeit des Rasens zu stärken. Dies wird erreicht durch

  • Optimale Belüftung des Rasens (regelmäßiges Vertikutieren)
  • Entfernung von Filz
  • Regelmäßiges Rasen mähen; dauerhafte Kurzmahd ist dabei zu vermeiden
  • Eine auf die jeweilige Rasensorte abgestimmte Nährstoffversorgung
  • Vermeidung von Staunässe
  • Entfernung von Schnittgut und Laub

Erste Hilfe für den Rasen

Ist der Rasen doch von einer Krankheit befallen, so kann versucht werden, mit einer entsprechenden Nährstoffgabe und einem gründlichen Vertikutieren gegenzusteuern. Manche Rasenkrankheiten verursachen keinen nennenswerten Schaden, schmälern jedoch den optischen Eindruck. Eventuell kann es, besonders bei starkem Befall, sinnvoll sein, ein Anti-Pilz-Mittel auf den Rasen aufzubringen. Und noch ein Tipp: Bereits beim Anlegen eines Rasens können Sie die Wahrscheinlichkeit späterer Rasenkrankheiten verringern, wenn Sie sich für eine widerstandsfähige und robuste Rasensorte entscheiden. Diese ist unter Umständen preisintensiver als die Großpackung aus dem Discounter.
Text: K. L.

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