Birnbaum schneiden

Birnbaum mit reifen Früchten
Birnbäume werden im Herbst nach der Ernte geschnitten
Foto: © dp@pic

Mit voranschreitendem Alter tragen Birnbäume ihre Früchte immer weiter außen und hoch an der Krone, das Innere des Baumes verholzt hingegen zunehmend. Um dies zu verhindern, müssen Birnbäume sorgfältig geschnitten werden. Obwohl die Birne wesentlich anspruchsvoller ist als ein Apfelbaum, kann auch sie mit einem Schnitt ertragreicher Früchte bilden und zugleich dekorativ aussehen.
Weitere Tipps für den Birnbaum

Tipps für den Birnbaumschnitt

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Birnbaumschnitt und welches Werkzeug braucht man dazu? Wie führt man den Baumschnitt richtig aus? Das erfahren Sie im Folgenden:

Den passenden Zeitpunkt zum Birnbaum schneiden finden

Oft stellen sich Hobbygärtner die Frage: Wann schneide ich den Birnbaum in meinem Garten? Ganz einfach: Fragen Sie sich, was Sie mit dem Schnitt erreichen möchten. Soll der Baum stark austreiben, einen normalen Pflegeschnitt erhalten oder im Wachstum gebremst werden? Wie alle anderen Kernobstbäume wird auch die Birne geschnitten, solange sie nicht voll im Saft steht. Dies ist im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr direkt nach der Blüte der Fall. Das Auslichten ist bei Birnbäumen besonders wichtig, denn sie tragen am besten an neuem Holz. Birnbäume haben im Gegensatz zum Apfel die Angewohnheit, sehr schnell und intensiv nach oben zu streben und ihr Wachstum auf Höhe auszurichten. Ist dies der Fall, kann der Birnbaum auch ausnahmsweise im August zurückgeschnitten werden, sobald ca. 2 - 3 cm große Früchte am Baum hängen. Zwar verliert dadurch der Baum reichlich Früchte, die verbleiben schmecken dafür umso intensiver. Indem im August die Haupttriebe ausgelichtet werden, schieben dafür deutlich mehr Seitentriebe nach. Dies ist bei Birnbäumen eher gewünscht. Daher gilt die Grundregel: der Winterschnitt fördert neue Triebe, der Sommerschnitt bremst das Wachstum der Birne. Im Frühjahr wird neutral geschnitten.

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Saubere Schnittwunden erzeugen

Bei jedem Obstbaumschnitt ist es besonders wichtig, scharfes Gartenwerkzeug zu verwenden. Nur Scheren und Sägen mit vernünftigem Schliff verletzen das Holz wenig. Stumpfes Schneidwerk hingegen quetscht das Holz des empfindlichen Birnbaums und bietet einen idealen Nährboden für Pilze oder Bakterien. Außerdem sollten die scharfen Gartenwerkzeuge vorher desinfiziert werden, sofern sie vor dem Birnbaumschnitt zum Auslichten eines kranken Baumes verwendet wurden. Die Verbreitung von Krankheiten, zum Beispiel dem Birnengitterrost, kann auf diese Weise verhindert werden.

Kleines Schnitt ABC für die Birne

Birnbäume mögen es sehr luftig, also müssen sie stark ausgelichtet werden. Nur wenn Licht durch die Krone an die unteren Äste dringt, wird der Baum auch dort Früchte tragen, vornehmlich jedoch an neuem Holz. Die Krone eines Birnbaums steht nur 10 - 20 cm höher als der Rest, also wird auch sie beim Baumschnitt gekürzt, um eine breite Kronenbildung zu erhalten. Dies ist bedeutend, denn die Früchte gedeihen nur schwer im Schatten. Prinzipiell wird bei Birnbäumen auch ähnlich den anderen Kernobstbäumen alles tote Holz entfernt. Nach innen stehende oder sich kreuzende Äste werden abgesägt, ebenso Äste, die zu dicht nebeneinander stehen. Die besenartigen Austriebe, welche senkrecht nach oben wachsen, werden Wasserschosse genannt. Sie müssen komplett ausgelichtet werden. Nach unten und außen wachsende Äste kürzen Sie bis auf ein Drittel ein, nicht bis auf den Stamm! Übrig bleiben der Haupttrieb zur Krone, sowie die Seitentriebe, welche in einem Winkel von 30 bis 45 Grad vom Stamm abstehen sollten und das Grundgerüst des Baumes bilden.

Birnbäume werden im Gegensatz zum Schnitt bei Apfelbäumen noch deutlich mehr ausgelichtet. Der Lohn für einen regelmäßigen Pflegeschnitt sind aromatische große Früchte, kaum Krankheiten und ein gesundes Wachstum des Baumes.
Wohin mit dem Fallobst?
Text: C. D.

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