Krankheiten des Pflaumenbaums

Monilia am Pflaumenbaum
Eine typische Krankheit des Pflaumenbaums: Monilia
Foto: © siwi1

Wer einen Pflaumenbaum in seinem Garten stehen hat, kann sich glücklich schätzen. Die saftigen süßen Früchte sind ein Hochgenuss. Obwohl der Pflaumenbaum zu den pflegearmen Obstgehölzen zählt, können ihn typische Krankheiten heimsuchen. Die regelmäßige Kontrolle auf Fraßspuren oder Verfärbungen der Blätter, wie auch auf Netzbildung und Belägen hilft, diese Krankheiten frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.

Typische Krankheiten des Pflaumenbaums im Überblick

Nachfolgend erklären wir einige der typischen Krankheiten des Pflaumenbaums und geben Tipps was Sie dagegen tun können.

Der Pflaumenwickler (Grapholita funebrana)

Besonders späte und mittelspäte Pflaumensorten werden von dem Pflaumenwickler häufig heimgesucht. Er gilt als hauptsächlicher Schädling der Pflaume. Die Eier des kleinen bräunlichen Falters werden auf der Außenseite der Pflaume abgelegt. Die geschlüpften Larven fressen sich dann in die Frucht und hinterlassen die typischen braunen Krümel in der Nähe des Steins, die Viele kennen. Von außen erkennt man den Befall des Pflaumenwicklers durch die kleinen Fraßlöcher an den Früchten, die mit einem durchsichtigen Gummipfropf verschlossen werden. Chemische Mittel gegen den Pflaumenwickler gibt es für private Gartennutzer leider nicht. Der Falter tritt pro Saison jedoch in zwei Generationen zu tage. Gelingt es die Larven der ersten zu vernichten, bevor sie sich im Boden verpuppen, kann der Befall deutlich gemindert werden. Dazu müssen alle heruntergefallenen und offensichtlich betroffenen Früchte gesammelt und in der Mülltonne vernichtet werden. Ein sogenannter Obstmadenkragen um den Stamm gelegt, hilft ebenfalls. Es sollte im August angebracht werden.

Der Monilia Pilz

Dieser hartnäckige Pilz kann der Pflaume sehr schaden. Er befällt nicht nur die Früchte, sondern auch die Blätter und sämtliche Triebe. Tritt dieser Pilz auf, spricht man auch von der Monilia Fruchtfäule, denn das Faulen und Verkrüppeln der Früchte ist typisch für diese Krankheit. Der Pilzbefall breitet sich sehr schnell aus. Die Blätter welken, neue Triebe verkümmern. Haben Sie den Befall von Monilia festgestellt, sollten Sie alle erkennbar kranken Früchte und Triebe entfernen. Schneiden Sie stark zurück, bis hinein in das gesunde Holz. Das Schnittgut und die kranken Früchte dürfen Sie keinesfalls auf den Kompost geben, sondern müssen sie unbedingt in der Mülltonne entsorgen, sonst droht die Ausbreitung des Pilzes auf andere Pflanzen des Gartens.

Die Scharkakrankheit (Plum-Pox-Virus)

Scharka gehört zu den gefährlichsten Krankheiten des Pflaumenbaumes und wird durch einen Virus hervorgerufen, der vornehmlich Steinobst befällt. Ist die Pflaume an Scharka erkrankt, so bilden sich ungefähr im Mai oder Juni auf den Blättern hellgrüne bis olivgrüne kreisrunde Flecken, die sich später schwarz verfärben und zu Löchern werden können. Die Früchte des Baumes zeigen ebenfalls Symptome. Sie bilden Risse, verkrüppeln und fallen ab. Der Scharkavirus wird durch Blattläuse oder erkrankte Reißer übertragen und kann mit bisher bekannten Mitteln nicht bekämpft werden, daher ist er sehr gefährlich und meldepflichtig. Befallene Bäume werden gefällt und vernichtet.

Blattläuse

Zahlreiche Blattlausarten fühlen sich auch auf der Pflaume sehr wohl. Dazu gehören die Mehlige und die Kleine Pflaumenblattlaus, die Pfirsichblattlaus aber auch die Hopfenblattlaus. Befallene Bäume erkennt man an den gut sichtbaren Blattläusen an den Unterseiten der Blätter sowie an dem meist ausgeschiedenen Honigtau, einer klebrigen Substanz. Blattläuse können mit Spritzmitteln behandelt werden, denn die Gefahr ist groß, dass sie die gefürchtete Scharkakrankheit übertragen.
Blattläuse im Garten bekämpfen

Narrentaschenkrankheit (Taphrina pruni)

Bei dieser Erkrankung des Pflaumenbaums handelt es sich um eine Pilzinfektion, die nicht jedes Jahr auftritt. Gerade regnerisches Wetter begünstigt die Erkrankung und führt zu einem plötzlichen Auftreten der Symptome. Diese sind in erster Linie deformierte Jungfrüchte, die sich ähnlich einer Schote ausbilden und taschenförmig aussehen, daher auch der Name der Erkrankung. Die befallenen Jungfrüchte schrumpfen zusammen und verfärben sich bräunlich, sie fallen bald vom Baum ab. Gut zu erkennen ist die Narrentaschenkrankheit auch daran, dass die Früchte von einem pelzigen weißen Geflecht überzogen sind und keinen Kern besitzen. Befallene Früchte müssen über den Hausmüll entsorgt werden. Das Spritzen mit einem Kupfermittel ist außerdem notwendig.

Der Pflaumenrost (Tranzschelia pruni spinosae)

Er tritt recht häufig bei Pflaumen auf und ist eine Pilzerkrankung. Im Mai oder Juni bilden sich auf der Blattunterseite plötzlich dunkelbraune kleine Flecken, auf der Blattoberseite orangene Flecken in Mosaikform. Die Blätter werden mitunter welk und fallen vorzeitig bereits im August oder September vom Baum. Gegen den Pflaumenrost kann bei starkem Befall gespritzt werden. Ein anderes wirksames Vorgehen ist nicht bekannt.
Wohin mit dem Fallobst?
Text: C. D.

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