Krankheiten des Quittenbaum

Blattbräune am Quittenbaum
Die Blattbräune ist eine häufige Krankheit des Quittenbaums
Foto: © djama

Quitten gelten als recht pflegeleicht und robust, dennoch sind auch sie vor Krankheiten nicht gefeit. Bei rechtzeitigem Erkennen und Handeln können die meisten Krankheiten bekämpft und die Ernte oder gar der Baum gerettet werden. Besonders auf Zeichen der vier folgenden Krankheiten sollten Sie bei Ihrer Quitte achten.

Häufige Quittenkrankheiten

Zu den vier häufigsten Quittenkrankheiten zählen Blattbräune, Monilakrankheit, echter Mehltau und Feuerbrand. Doch was kann man dagegen tun? Welche Hausmittel helfen bei Krankheiten des Quittenbaum? Muss der Baum aus dem Garten entfernt werden?

Die Blattbräune (Diplocarpon mespili):

Die am häufigsten bei Quitten, aber auch bei Weißdorn, auftretende Krankheit ist die Blattbräune, die durch den Pilz Diplocarpon mespili ausgelöst wird. Auch als Quittenrost bezeichnet zeigt sich der Pilz durch kleine rötliche Flecken auf den Blättern, die sich bald dunkelbraun bis schwarz färben. Bereits im Frühjahr werden diese infiziert, nachdem der Pilz zum Beispiel auf Rotdorn, Apfel- oder Birnenbaum überwintert hat. In der Mitte der Flecken befindet sich das Sporenlager, durch das sich der Pilz sehr schnell auf dem gesamten Baum ausbreitet. Im Laufe des Sommers vereinen sich die Flecken und färben das Blatt komplett braun, meist fällt es ab. Betroffene Bäume verkahlen nach und nach von unten nach oben. Besonders leicht breitet sich der Pilz aus, wenn es lang feucht war und die Krone nicht luftig genug geschnitten wurde. Befallene Äste müssen zurückgeschnitten und gemeinsam mit betroffenem Laub vernichtet werden. Auch befallene Früchte sollten Sie ernten und in der Mülltonne entsorgen. Im Handel sind Fungizide erhältlich, welche bei besonders starkem Befall im nächsten Frühsommer gespritzt werden können.

Die Moniliakrankheit am Quittenbaum (Monilia linhartiana):

Monilia ist ein weit verbreitetes Problem, mit dem sich zahlreiche Gartenfreunde auseinandersetzen müssen. Die Pilzkrankheit bei Quitten wird durch den Monilia Pilz Linhartiana verursacht und sorgt für heftige Ertragseinbrüche oder gar -ausfälle. Sobald die ersten Blätter sichtbar werden, erkennen Sie auch den Monilia-Befall. Die Blätter zeigen rotbraune bis braune längliche Flecken, die sehr groß und auf dem gesamten Blatt, mit Ausnahme der Blattadern, erkennbar sind. Ein weißgrauer Belag überzieht bald das Blatt. Auffallend sind die grauen Sporenpolster in der Blattmitte und der leicht süßliche, nach Mandeln duftende Geruch des Baumes. Der Pilz breite sich rasch aus und befällt auch die Blüten des Baumes. Sie trocknen ein und sterben letztendlich ab. Früchte fallen, sofern sie noch entstehen konnten, bereits in einem sehr frühen Stadium ihrer Entwicklung ab oder verwandeln sich in Fruchtmumien. Sie sollten diese sowie krankes Laub immer entfernen, da sie im Folgejahr die Sporen erneut verbreiten werden. Monilia lässt sich nur schwer bekämpfen. Mehrfaches Spritzen mit Fungiziden während der Blütezeit ist notwendig, um eine Chance gegen den Pilz zu haben.

Der Echte Mehltau / Apfelmehltau (Podosphaera clandestina):

Quitten wie auch Apfelbäume können von Mehltau betroffen sein. Typisch dafür ist der weiße Belag auf den Blättern, als hätte man Mehl leicht darüber gepudert. Dies ist das Myzel des Pilzes. Die Früchte zeigen ein verkorktes Schadbild. Der Pilz überwintert auf der Quitte oder einem benachbarten Apfelbaum. Während des Winterschnitts des Baumes kann befallenes Holz bis in den gesunden Bereich hinein ausgeschnitten werden. Triebspitzen, die den Mehltau erkennen lassen, sollten Sie getrost von Hand ausbrechen und ebenfalls bis ins gesunde Holz hinein zurückschneiden. Das Schnittgut kann kompostiert werden. Mehrfaches Spritzen mit Fungiziden nach der Blüte hilft, gegen den Mehltau vorzugehen. Der Pilz breitet sich im Gegensatz zu anderen Pilzarten nicht bei feuchtem, sondern langanhaltend gutem Wetter aus.

Feuerbrand am Quittenbaum

Sie ist eine gefürchtete Erkrankung der Quitte durch das Bakterium Erwinia amylovora und daher eine meldepflichtige Krankheit. Betroffene Quitten haben braun bis schwarz gefärbte Blüten und Blätter (ähnlich nach einem Brandschaden). Die Blätter sterben vollkommen ab, bleiben aber am Baum hängen. Auffällig ist, dass auch Blattadern und Stile schwarz gefärbt sind. Unter der später zerstörten Rinde ist das Holz rötlich-braun verfärbt. Hat der Feuerbrand einmal die Quitte befallen, ist sie nicht mehr zu retten. Wurde der Feuerbrand nach der Meldung durch einen Gutachter bestätigt, so muss sie gefällt und vernichtet werden, um die Ausbreitung der gefährlichen Krankheit zu verhindern.
Wohin mit dem Fallobst?
Text: C. D.

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